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lunes, 24. enero 2022
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«Immortal Beloved» – Beethovens Schatz im Kino

Von Walter Krumbach

Bernard Roses Spielfilm aus dem Jahr 1994 behandelt das Thema des mysteriösen Liebesbriefes eingehend und vermengt dabei Dichtung und Wahrheit. Beethovens Umwelt schildert er überzeugend und hält sich dabei größtenteils an die historischen Fakten. Rose verpflichtete für seine Produktion Charakterdarsteller ersten Ranges: Gary Oldman ist Beethoven, Jeroen Krabbé spielt Anton Schindler, Isabella Rossellini stellt die Gräfin Erdödy dar, Valeria Golino mimt Giulietta Guicciardi und Johanna ter Steege verkörpert Johanna van Beethoven, die Gattin von Beethovens Bruder Kaspar. Die Leitung der Musikeinlagen übernahm kein Geringerer als Georg Solti.

Nach Beethovens Begräbnis, an dem tausende Wiener teilnehmen, findet Anton Schindler einen Brief, in dem der Komponist sein gesamtes Vermögen seiner «unsterblichen Geliebten» vermacht. Als treuer Sekretär fühlt er sich verpflichtet, die Unbekannte ausfindig zu machen. Die erste Spur führt ihn in ein Hotel in Karlsbad, wo Beethoven sich mit einer geheimnisvollen verschleierten Dame treffen wollte. Die Wirtin berichtet Schindler, dass das Rendezvous misslungen sei und Beethoven daraufhin in einem Tobsuchtsanfall Fenster und Mobiliar kaputtgeschlagen habe. Der Famulus führt anschließend mit Giulietta Guicciardi und der Gräfin Erdödy Gespräche, die aus seiner Sicht als Kandidatinnen in Frage kommen. Als die Gräfin den Brief zu Gesicht bekommt, gibt sie Schindler einen Hinweis, um wen es sich «wirklich» handelt.    

Nun wird der Zuschauer knalleffektartig über die Identität der Angebeteten des großen Meisters aufgeklärt. Nur: Jeder, der sich in Beethovens Lebenslauf einigermaßen auskennt, stellt sofort fest, dass Rose auf dem Holzweg ist. Aber das ist in diesem Film nicht besonders schlimm. Die wirkungsvolle Milieuschilderung, die sagenhaft schönen Schauplätze und die außerordentlichen schauspielerischen Leistungen lassen die historische Ungenauigkeit gerne durchgehen. Es ist schon paradox: Spätestens, wenn im Kino wieder das Licht angeht, weiß man, dass man angeflunkert worden ist – wird aber dabei das Gefühl nicht los, ein Meisterwerk gesehen zu haben.    

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