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Tuesday, 24. February 2026
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Zu Gunther Plüschows 140. Geburtstag

Der Flieger von Feuerland

Gunther Plüschow fue un pionero alemán de la aviación, navegante, aventurero y explorador. Como uno de los primeros seres humanos, exploró en la década de 1920 las remotas regiones de la Patagonia y Tierra del Fuego tanto desde el aire como desde el mar.

Gunther Plüschow (1886-1931)
Foto: Gerhard H. Ehlers

Mit seinem Expeditionsschiff «Feuerland» und einem Wasserflugzeug erforschte Gunther Plüschow Kap Hoorn, die Torres del Paine und das patagonische Inlandeis und brachte erstmals beeindruckende Film- und Fotoaufnahmen dieser Regionen nach Europa. Seine Entdeckungen machten ihn zu einer legendären Figur der Luftfahrtgeschichte und zu einem Pionier der Erforschung Südamerikas.

Vom Marineoffizier zum Flieger von Tsingtau

Geboren am 6. Februar 1886, vor 140 Jahren, in München schlug Plüschow eine militärische Laufbahn bei der Kaiserlichen Marine ein. Früh entwickelte er eine Faszination für ferne Länder und die Fliegerei. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg ließ er sich zum Flugzeugführer ausbilden und wurde 1914 nach Tsingtau im deutschen Pachtgebiet Kiautschou entsandt. Dort war er bald der einzige einsatzfähige deutsche Pilot. Er flog Aufklärungsmissionen, lieferte sich einen der ersten Luftkämpfe Ostasiens und schoss mit seiner Pistole ein feindliches Flugzeug ab. Als Tsingtau kapitulierte, gelang ihm eine spektakuläre Flucht mit seinem beschädigten Flugzeug ins neutrale China.

Es folgte eine abenteuerliche Odyssee über Shanghai, San Francisco und New York, ehe er von den Briten gefangen genommen wurde. Auch aus englischer Kriegsgefangenschaft entkam Plüschow – ein weiterer spektakulärer Coup, der ihn in Deutschland zu einem der bekanntesten Helden des Ersten Weltkriegs machte. Sein Buch «Die Abenteuer des Fliegers von Tsingtau» wurde ein Bestseller.

Plüschows zweimastiger Segelkutter «Feuerland»
Private Collection Norbert Radtke

In den 1920er Jahren wandte er sich einem neuen Ziel zu: der Erforschung Südamerikas, insbesondere der noch weitgehend unbekannten Regionen Patagoniens und Feuerlands.

Aufbruch nach Südamerika

Im September 1925 brach Plüschow von Hamburg aus zu seiner ersten Südamerikaexpedition auf. Mit dem Viermaster «Parma» reiste er nach Chile, Peru und Ecuador. Die Eindrücke dieser Reise hielt er in seinem Buch «Segelfahrt ins Wunderland» fest, das 1926 erschien und bereits seine Begeisterung für die Natur und die Menschen des südamerikanischen Kontinents erkennen ließ.

Die Expedition mit der «Feuerland»

«Silberkondor» nannte der deutsche Flugpionier seinen  Heinkel-Doppeldecker.

Seine zweite Expedition begann am 27. November 1927 und wurde zur bedeutendsten seines Lebens. Mit seinem eigens von ihm dafür gebauten Expeditionsschiff «Feuerland» segelte Plüschow von Büsum nach Punta Arenas. Begleitet wurde er von dem Ingenieur Ernst Dreblow und einem Wasserflugzeug des Typs Heinkel HD 24 W, das später eine zentrale Rolle in seiner Forschung spielte. Nachdem sie das Flugzeug in Punta Arenas zusammengebaut hatten, unternahmen die beiden Männer den ersten Flug von dort nach Ushuaia in Argentinien – die erste Luftpostverbindung über Feuerland.

In den folgenden Monaten wagten Plüschow und Dreblow als erste Menschen Flüge über die Darwin-Kordillere, das Kap Hoorn und die Torres del Paine in Patagonien. Dabei entstanden die ersten Luftaufnahmen und Filmsequenzen dieser damals völlig unerforschten Landschaften. Die Expedition war gefährlich, denn das Wetter in Südpatagonien war unberechenbar und die Flüge fanden oft unter Lebensgefahr statt. Dennoch gelang es Plüschow, beeindruckende Bilder und Filmmaterial von den Gletschern, Bergen und Seen dieser Region mitzubringen.

Ruhm, Tod und Vermächtnis

Nach acht Monaten kehrte Plüschow im Juli 1929 nach Deutschland zurück. Er veröffentlichte sein Buch «Silberkondor über Feuerland» und produzierte einen gleichnamigen Dokumentarfilm. Beide Werke machten ihn international bekannt und vermittelten erstmals einem breiten Publikum einen Eindruck von der atemberaubenden Schönheit Patagoniens.

Plüschow und Ernst Dreblow 

«Eine einzige ungeheure Symphonie»

Der deutsche Pionier erzählt in seinem Buch von der abenteuerlichen Reise mit seinem 16 Meter langen Forschungsschiff von Deutschland nach Punta Arenas und von seinen Expeditionen von hier aus mit Schiff und Flugzeug nach Ushuaia, Kap Hoorn und zu den Torres del Paine. Voller Bewunderung beschreibt er in seinem Buch «Silberkondor über Feuerland» die Natur Patagoniens: 
«Nirgends wieder auf der Erde gibt es diesen Zusammenklang wie hier im Feuerland und etwas nördlicher in Patagonien, es ist eine einzige ungeheure Symphonie von tiefstem Schweigen, ungeheuren Eis- und Gletschermassen, grünen, schier undurchdringlichen Wäldern, blauem Meer, düsteren Kanälen, blau-grün-weiß schimmernden und schwimmenden Eisblöcken, steil aus der Flut bis zu fast dreitausend Meter emporragenden Bergen, deren Gipfel aus einem einzigen Stück Eis bestehen, um die aber fast immer Wolken wallen.»

Ende 1930 kehrte Plüschow noch einmal nach Südamerika zurück, um seine Forschungsarbeit fortzusetzen. Doch diese dritte Expedition endete tragisch: Am 28. Januar 1931 stürzte sein Flugzeug über dem Lago Argentino in Patagonien ab, in der Nähe des Gletschers Perito Moreno. Der deutsche Flugpionier und sein Begleiter Ernst Dreblow kamen dabei ums Leben. Zu diesem Zeitpunkt war der 45-Jährige schon längst  berühmt. Die Nachricht vom Tod des «Fliegers von Tsingtau» ging um die Welt. Das «Time»-Magazin in New York meldete unter der Überschrift «Ein deutscher Held» den Absturz in Südamerika. Deutsche Zeitungen berichteten auf ihren Titelseiten darüber. Die Urnen Plüschows und seines ebenfalls verunglückten Bordmechanikers Ernst Dreblow wurden Mitte Mai 1931 unter großer Anteilnahme auf dem Parkfriedhof Lichterfelde in Berlin beigesetzt.

In Argentinien und Chile erinnern Denkmäler an den großen Pionier und seinen Mitstreiter, unter anderem am Lago Argentino und im Nationalpark Torres del Paine. In Punta Arenas wurde 2006 ein Platz nach ihm benannt, und auch in Deutschland bemühen sich Vereine und Museen um die Bewahrung seines Erbes. 

Der Deutsche war der erste Mensch, der Feuerland und das Kap Hoorn aus der Luft filmte. Seine Aufnahmen und Berichte gehören zu den frühesten und eindrucksvollsten Zeugnissen der patagonischen Landschaft. Mit seiner Mischung aus technischer Pionierleistung, wissenschaftlicher Neugier und abenteuerlicher Leidenschaft wurde er zu einer Symbolfigur für Entdeckermut und Entdeckergeist. Sein Vermächtnis lebt sowohl in Deutschland als auch in Südamerika weiter – als Brückenbauer zwischen den Kontinenten und als unvergessener Flieger von Feuerland..

Quellen: www.gunther-plueschow.de; Gerhard Ehlers, «Ikarus Gunther Plüschow. Ein Leben auf drei Kontinenten»; www.deutsches-museum.de

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