Widerstand und Fortschritt in aufregenden Zeiten
Nuestro Colegio Alemán La Unión, el cuarto colegio alemán más antiguo de Chile, celebra este año su 165º aniversario. Su historia se caracteriza por la resistencia y el progreso constante, incluso en los tiempos más difíciles.
Hundert Jahre und ein Erdbeben

Bereits an ihrem hundertjährigen Bestehen im Jahr 1960 wurde die Schule auf eine harte Probe gestellt. Während der Feierlichkeiten am 22. Mai 1960 erschütterte ein verheerendes Erdbeben die Region. Trotz der immensen Zerstörung und dem Verschwinden ganzer Landstriche in Städten wie Puerto Montt, Valdivia und Concepción wurde dank der Hilfe der Bundesrepublik Deutschland der Wiederaufbau schnell in Angriff genommen. Bereits 1962 konnte der erste Bauabschnitt der neuen Schule im Bauhausstil eröffnet werden, die das alte Gebäude aus Holz nach drei Bauetappen vollständig ersetzte. Auch der beim Erdbeben beschädigte Obelisk, das älteste deutsche Kulturdenkmal Chiles, fand seinen neuen Platz und steht noch heute als Gruß an unsere Besucher.
Unter der Leitung von Direktor Günter Ostermai in den Jahren von 1957 bis 1964, der im vergangenen Monat selbst das stolze Alter von 100 Jahren erreichte, verdoppelte sich unsere Schülerzahl; er legte den Grundstein für die anhaltende Widerstandsfähigkeit unserer Schule, getreu dem Motto: «Aufgeben darf man nicht!»

Fotos: Michael Schwark/DS La Unión
Modernisierung und pädagogische Entwicklung
Seitdem hat unsere Schule sich kontinuierlich weiterentwickelt. Insbesondere in den letzten Jahrzehnten wurden erhebliche Investitionen in die Infrastruktur getätigt und das pädagogische Konzept modernisiert. Unter der Ägide von Kurt Köhler, dem vorletzten Schulleiter, wurden bis 2019 die Schulhöfe der Grund- und Sekundarstufe erneuert, eine moderne Turnhalle eingerichtet sowie ein Chemie- und Physiklabor mit Experimentiertischen geschaffen. Der Kindergarten erhielt Lärmschutzdecken und neue Lernmaterialien. Auch die Digitalisierung spielte eine große Rolle: Alte Kreidetafeln wurden durch moderne digitale Tafeln ersetzt und ein nicht mehr zeitgemäßes Computerkabinett wich flexiblen Lösungen für mobiles digitales Lernen und einem Raum für Elektronikkurse.

Im Zentrum unserer Schule stand und steht jedoch stets das gemeinsame und lebendige Lernen. Der Fokus liegt auf der Binnendifferenzierung und schülerorientierten Methoden, um die Entwicklung interessierter und motivierter Kinder zu fördern. Die kleinen Klassen und Unterricht in Wahlpflichtfächern tragen positiv dazu bei. Besonders hervorzuheben ist die Förderung der deutschen Sprache an der Schule, die auch außerhalb des Klassenzimmers aktiv gelebt wird und immer mehr Schülern den Weg in deutsche Universitäten ebnet.


Mit dem Schulleiter Franz Sieber wurde diese positive Entwicklung gesichert und bis heute weiter vorangetrieben. Nicht nur navigierte er die Schule weitsichtig durch die schwierige Corona-Zeit, er stieß auch den Bau eines neuen kindgerechten Kindergartens an, den wir schon im August dieses Jahres einweihen können. Auch die Integration projektbasierten Lernens, die wir in den letzten Jahren gemeinsam mit den Kollegen und Schülern vor Ort implementierten, geht auf sein Engagement zurück.
Wir wünschen uns, auch in Zukunft allen Herausforderungen zu trotzen. Unsere Deutsche Schule La Unión bleibt ein Ort, an dem Geschichte, Gemeinschaft und zukunftsorientierte Bildung tief verwurzelt sind.
Saludo:

Zum 165. Jahrestag des Bestehens der „Deutschen Schule – R.A. Philippi“ sende ich meine herzlichsten Grüße. Ich gratuliere dieser Schule zu ihrer erfolgreichen Kulturarbeit.
Viele Generationen von Schülerinnen und Schülern haben in ihrem Bemühen um das Erlernen und Vervollständigen der deutschen Sprache auch die Geschichte und Kultur kennengelernt.
Ich denke gern an meinen Aufenthalt in der Zeit von 1957 bis 1964. Die Gastfreundschaft und die Begegnung mit der großartigen chilenischen Kultur haben mich sehr bewegt.
Ich wünsche den Schülerinnen und Schülern, dem Lehrerkollegium und dem unermüdlichen Schulvorstand weiterhin viel Freude und guten Erfolg in der deutsch-chilenischen Kulturarbeit.
Günter Ostermai
100-Jahr-Feier der DS La Unión – als die Erde bebte
El exdirector del Colegio Alemán de La Unión, Günter Ostermai, recopiló los acontecimientos en torno al fuerte terremoto bajo el título «La tierra tembló». En este fragmento describe la ceremonia del centenario del Colegio Alemán, celebrada el 22 de mayo de 1960 en La Unión, a la que también asistió Claus von Plate. Unas horas más tarde, el fuerte terremoto conmocionaría a los participantes.

Zu Beginn der Feierstunde erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen, um der Opfer des Erdbebens von Concepción zu gedenken. Nach der chilenischen und der deutschen Nationalhymne sang der Schulchor unter Leitung von Louisette Daiber das Bundeslied: «Brüder reicht die Hand zum Bunde! Diese schöne Feierstunde führ uns hin zu lichten Höh’n.»


Claus von Plate, der Herausgeber des Cóndor, der deutschsprachigen Zeitung Chiles, ergriff das Wort. In seiner auf Spanisch gehaltenen Festansprache würdigte er den Wissenschaftler und Schulgründer Dr. Rodulfo Amandus Philippi: «Es ist eine Ehre für die Schule, den Namen des verehrungswürdigsten Vertreters deutscher Wissenschaft in Chile, wie es Rodulfo Amandus Philippi zeitlebens war, nunmehr führen zu dürfen, dessen Familie auf seinem Landsitz in der Nähe dieser Stadt am Río Bueno gelebt hat, von woher er sich dieser Schule als Mitbegründer annahm. Er ist nicht der einzige Gründer, wohl aber derjenige, der das Kulturleben am stärksten bereicherte. Insofern liegt auch eine große Verpflichtung in dieser ‚R.A.Philippi-Schule‘, nämlich die reiche Tradition, die dieser Name für uns alle bedeutet, zu leben und den kommenden Generationen zu erhalten.»


Fotos: DS La Unión
Der Präsident des Schulvereins, Fritz Schmohl, leitete dann zum eigentlichen Taufakt über. Unter dem Beifall der Anwesenden wurde an der Wand unter den Worten «Deutsche Schule» der Name «R.A. Philippi» sichtbar gemacht und gleichzeitig ein wertvolles Bronzerelief enthüllt, das den großen Wissenschaftler darstellt. Frau Niemeyer aus Valparaíso hatte diese Plastik in dankenswerter Weise der Schule geschenkt. Das Schillerlied «Unendliche Freude durchwallet das Land», dargeboten vom Frauenchor von La Unión, beendete eine eindrucksvolle Feierstunde. Durch die wärmenden Sonnenstrahlen hatte sich der Nebel gehoben. Freundlich erleuchtet lagen Schulhof und Gebäude.
Das mit einem Ehrenkranz geschmückte Philippi-Denkmal, das älteste deutsche Kulturdenkmal Chiles, zog jetzt die vielen Besucher an. Niemand konnte ahnen, dass dieser ehrwürdige Stein Stunden später zerbrochen am Boden liegen würde.



