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jueves, 2. diciembre 2021
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Zum Mint-Studium nach Deutschland – Tipps von Nico und Kai von der DS La Union

Especialmente en la época de la pandemia, la decisión de estudiar en Alemania
no era necesariamente más fácil. Sin embargo, desde el semestre de invierno
de 2021, los ex-alumnos del Colegio Alemán R. A. Philippi de La Unión Kai
Uslar y Nicolás Grez, han estudiado física en Leipzig e ingeniería en
Hamburgo, respectivamente.

Besonders zur Zeit der Pandemie war die Entscheidung für ein Studium in
Deutschland nicht unbedingt leichter gefallen. Seit dem Wintersemester 2021
studieren die ehemaligen Schüler der Deutschen Schule R. A. Philippi La Unión Kai
Uslar und Nicolás Grez dennoch in Leipzig Physik beziehungsweise
Ingenieurwissenschaften in Hamburg.

Berufe aus dem Bereich Mint (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) – sind in Deutschland sehr gefragt. Kai hat sein Physikstudium an der Universität Leipzig begonnen, während Nicolaás Allgemeine Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität Hamburg studiert. 

In einem Gespräch fragte Michael Schwark nach den Motiven dafür, trotz Corona-Pandemie nach Deutschland zu gehen und nach dem allgemeinen Stand der Dinge.

Kai und Nico, was waren die ersten Eindrücke, die ihr von euren Universitäten in Deutschland gewonnen habt?

Kai: Generell ist der Eindruck von der Uni Leipzig ein sehr positiver. Mir gefällt, wie modern die Universität ist, wie die Hörsäle und die Bibliothek. 

Im Gegensatz zu Chile fällt auch besonders auf, wie sehr viel eigenständiges Arbeiten dem Studenten abverlangt wird. Ich bin ein Typ, der viel Selbständigkeit beim Lernen braucht – das gefällt mir hier! 

Nico: Für fast jede Veranstaltung muss das neu gewonnene Wissen selbst vertieft werden, und dafür ist selbstständiges Arbeiten unerlässlich – allerdings sind es weniger Kurse als in Chile. Du kannst einige sogar frei nach Interessensschwerpunkten wählen, und die Selbstlernzeit ist von der Uni auch für den Studenten eingeplant. Das sind Pluspunkte gegenüber einem Studium in Chile.

Wie schwierig war bis jetzt die sprachliche Integration – an der Uni und im täglichen Leben?

Nico: Das Verstehen ist definitiv gar kein Problem, weder im Alltag noch in den Veranstaltungen. Das Sprechen selbst fällt uns manchmal noch schwer, aber es übt sich und verbessert sich schnell. 

Kai: Wir waren ja auch nach der PTU (Prueba de Transición) zwei ganze Jahre raus aus dem Schulbetrieb. Aber sehr gut ist, dass die Unis hier kostenfreie Deutschkurse anbieten, in denen man schnell wieder richtig fit wird. Mir fällt das Sprechen in fachlichen Kontexten noch am schwersten, man verbessert sich aber schnell!

Welche drei, vier Tipps oder Strategien schlagt ihr unseren Schülern vor, die in Deutschland studieren wollen? Was funktioniert gut, um sich schnell einzuleben und auch an der Uni gut reinzukommen?

Nico:  Fragen, fragen, fragen. An der Uni lernst du schnell Leute kennen, Erstsemester, aber auch ältere Semester! Infos einholen ist obligatorisch, wenn man erfolgreich sein will!

Kai: Ja, definitiv – das ist die Hauptsache! Wenn Du Mint studierst, egal was, solltest du definitiv schon vor dem Studienbeginn etwas von Taylor-Entwicklung und Taylor-Serien verstehen. Die Kurse Calculo 1 und Calculo 2 sollte man auch bereits auf dem Kasten haben – ganz wichtig! Und gleich von Beginn an viel Zeit in der Bibliothek verbringen, schnell Freunde finden und ab und zu auch mal ausgehen! Das finde ich hilfreich.

Die Kurse an der Uni – gibt es Unterschiede zu euren universitären Erfahrungen in Chile – oder ist alles gleich? Könnt ihr einige der für euch wichtigsten Unterschiede beschreiben?

Nico: Im Wesentlichen ist es so, dass das Studium hier weniger verschult ist. Du kannst dir mehr Inhalte und Kurse selbst zusammenstellen. Aber in den ersten ein, zwei Semestern steht eine Art Basis, was dir den Einstieg noch leichter macht, auch gerade wenn du aus Chile kommst, wo das Studium wesentlich verschulter ist.

Kai: Das ist auch bei mir in Physik definitiv so. Ich kriege in jedem Fach eine Wochenaufgabe. Die haben es aber oft in sich! Und du brauchst 50 Prozent plus, sonst wirst du nicht zur Abschlussklausur zugelassen. Aber mich interessiert speziell Teilchenphysik. Und da habe ich hier in Deutschland langfristig bessere Karten, wenn es um die Spezialisierung geht.

Drei neue Sachen, die ihr in Deutschland kennengelernt habt und faszinierend findet?

Nico: Das Erlernen der Vokabel «Vollwaschmittel» ist sehr hilfreich! Aber viel interessanter ist Bier-Pong, von dem wir gedacht hatten, das gäbe es nur in den Vereinigten Staaten. Es ist jedoch heutzutage auch unter deutschen Studenten ein weit verbreiteter Kneipen- und Party-Sport. Allerdings muss man davon das eine oder andere Mal auch Abstand nehmen können, um in den Vorlesungen folgen und ordentlich mitarbeiten zu können. 

Kai: Eine andere neue Erfahrung hier in Leipzig war es, dass durchaus noch in einigen Städten Deutschlands mit Kohle-Briketts geheizt wird – und dass man diese gebündelt im Supermarkt kaufen kann. Das hat mich umgehauen! 

Nico: Aber abgesehen davon sind die chilenische und deutsche Kultur doch sehr kompatibel. Böse Überraschungen hat es jedenfalls noch keine gegeben.

Habt ihr mehr deutsche Freunde gefunden oder mehr aus anderen Ländern? Wie viel Deutsch sprecht ihr im Alltag?

Nico: Also, wir haben einige wenige Freunde aus spanischsprachigen Ländern, zum Beispiel aus Mexiko. Allerdings lernen wir definitiv mehr deutschsprachige Bekannte kennen. Und bei Studenten aus anderen Ländern ist es auch so, dass sie relativ schnell ihr Deutsch perfektionieren wollen. Deshalb sprechen wir untereinander viel mehr Deutsch, eigentlich fast ausschließlich – sowohl im Alltag als auch an der Uni. 

Kai: Bei mir ist es so, dass ich an die einzige deutsche Uni gekommen bin, die Physik auch auf Englisch anbietet. Aber ich bleibe in den deutschen Kursen eingeschrieben. Die Immersion in Sprache und Kultur ist höher, und vom Sprachzugewinn profitiere ich doppelt. In meinem Freundeskreis hier gibt es Leute praktisch aus der ganzen Welt – natürlich auch Deutsche.

Nur Bachelor in Deutschland? Arbeiten später in Deutschland oder doch eher zurück nach Chile? 

Nico: Also, wir wollen auf alle Fälle beide den Bachelor und Master hier in Deutschland fertig machen. 

Kai: Ich will auch meinen Doktor hier machen, vielleicht aber dafür dann noch in ein anderes europäisches Land, das weiß ich noch nicht.

Nico: Bei mir ist der Fall, dass ich auch in den Profiradsport hineinfinden möchte. Ich investiere hier auch viel Kraft und Energie, weil ich allgemein Sportler bin. Deutschland ist das Land der Radfahrer und des Radsports – das war für mich auch eine Motivation, mein Leben nach Deutschland zu verlagern. Aber auch als Arbeitsort kann ich mir das Land sehr gut vorstellen. 

Wie schwer wiegt das Heimweh, so weit weg von der Heimat?

Nico: Was uns fehlt, sind natürlich die Menschen in der Heimat. Natürlich auch die Familie. Wenn du aus dem Süden kommst und von einer kleinen Schule, da muss man sich an die große weite Welt in kleinen Schritten gewöhnen. Aber das war von Anfang an Teil des Plans. 

Kai: Dafür macht man in kurzer Zeit sehr viele neue Erfahrungen, wenn die auch  nicht alles aufwiegen, allerdings ist sowohl das Reisen nach Hause als auch die Kommunikation heute um ein Vielfaches einfacher als noch vor zehn  oder 20 Jahren. Einige meiner Geschwister haben bereits in Europa studiert und gearbeitet – ich wusste also, auf was ich mich einlasse. Ich bin täglich bis 9 Uhr abends an der Uni und studiere. Wenn du weißt, was du willst, lässt dich das nicht mehr los!

Während Corona konnten nicht alle unsere Schüler vom Schüleraustausch profitieren – ein Grund, den Studienwunsch in Deutschland zu verwerfen? 

Nico: Sicherlich nicht wirklich. Wer wirklich motiviert ist, schafft es auch. Man muss natürlich auch dem Deutschunterricht etwas Positives abgewinnen können – viel Kommunikation mit dem Lehrer, und darüber hinaus ist heute im Internet so viel gutes Material zum Anschauen, Informieren, Lernen und Kommunizieren zu finden!

Kai: Und ob nun Schüleraustausch oder nicht – wenn du weißt, dass ein Studium in Deutschland mit guten Noten und einem guten Sprachdiplom möglich ist, dann muss man lernen, für sich Verantwortung zu übernehmen und für sich lernen und hart arbeiten. Auch wenn die Bedingungen im Moment vielleicht suboptimal sind.

Das ist auch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Man muss intensiv darüber nachdenken und eine Entscheidung fällen. Eine gute Studienberatung an der Schule ist extrem wichtig! Wir haben viel von unserer Schule und dem Deutschunterricht dort profitiert!

Wie schwierig waren die Vorbereitungen, also die Bewerbungen an den Unis, der Papierkrieg mit dem Visum und so weiter? Welche Tipps könnt ihr interessierten Schülern geben?

Nico: Die Unis haben gute Internetseiten, aber viele Bewerbungsportale und vor allem die Internetseiten der Unis selbst sind oft nicht einfach zu verstehen. Mit Hilfe des Deutschlehrers klappt es – du musst fragen, Kontakt suchen, die Unis anschreiben und dann mit dieser Hilfe alles vorbereiten. Schon an der Schule! Ich hatte sogar auch einen Platz an der Technischen Universität München bekommen – aber Hamburg war für mich wegen des Studiengangs die erste Wahl und ich habe schon gute Bekannte hier gehabt. 

Kai: Am Anfang sieht es kompliziert aus und ist es auch, aber wenn du einmal begonnen hast mit dem Informieren, wird alles schnell klarer.

Du musst auch die Fristen einhalten – das ist in Deutschland superwichtig! 

Noch ein Tipp: Nicht erst am Ende der 12. Klasse überlegen, was du später machen willst. Schau im Unterricht und privat, was du in Chile und in Deutschland studieren kannst. Entwickle einen Plan, was dir gefallen könnte, welche Optionen es gibt. Und entscheide nicht zu kurzfristig. Und bewerbe dich auch definitiv an mehreren Unis!

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