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Monday, 2. February 2026
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Das «Wichteln» – eine schöne adventliche Tradition 

El tiempo de Adviento es mucho más que la cuenta regresiva para la Navidad: une recogimiento, expectativa y la alegría de regalar. Entre el calendario de Adviento, la fiesta de San Nicolás y las tradiciones antiguas y nuevas, crece la ilusión por la celebración. Una costumbre especial, hoy ya difundida internacionalmente, es el «Wichteln» o «amigo secreto». ¿Qué hay detrás de los misteriosos duendecillos de la mitología nórdica?

Die Bescherung an Weihnachten ist ein Brauch, der in vielen Ländern gepflegt wird – aber eine spielerische Note durch das «Wichteln» erhält.

Das Warten auf das Weihnachtsfest wird etwa mit Adventskalendern   mit Bildchen, Schokolade oder anderen kleinen Geschenken, die sich hinter den 24 Türchen oder Fensterchen verbergen – verkürzt. Das Nikolausfest am 6. Dezember ist ebenfalls ein erster «Geschenketag». Zu den vorweihnachtlichen Bräuchen gehört aber auch das «Wichteln», das man in Spanien und hier in Chile als «amigo secreto» kennt.

Wer oder was sind Wichtel?

Wichtel treten in Märchen und Sagen als kleine menschen-
ähnliche Wesen auf, die meist in Gruppen unterirdisch, in Höhlen oder in versteckten Winkeln der Häuser leben. Im Gegensatz zu Kobolden gelten sie als freundliche Helfer, die den Menschen im Haushalt zur Seite stehen, jedoch verschwinden, sobald sie entdeckt werden.

Der Begriff «Wichtel» leitet sich von der Verkleinerungsform des altdeutschen Wortes «Wicht» ab, das allgemein ein «lebendes Wesen» bezeichnet. In den Werken der Gebrüder Grimm wurden sie Kobolden und Zwergen gleichgestellt. In den nordischen Eddas treten sie neben Riesen und Elfen auf. Martin Luther erwähnte laut Grimms «Deutschem Wörterbuch» den Wichtel als kleinen Geist, der in der Küche wohnt, während die Kirche ihn dem Aberglauben zuordnete. In den Märchensammlungen erscheinen Wichtel als hilfsbereite Wesen, die einer «Anderswelt» angehören und in einer anderen Zeitlichkeit wirken  weshalb sie Aufgaben scheinbar schneller erledigen können und es meiden, gesehen zu werden.

Ursprung des Wichtelns

Das Wichteln als vorweihnachtlicher Brauch stammt aus Skandinavien. In den Familien spielt der Weihnachtswichtel – der «Julenisse» – eine zentrale Rolle. Er trägt rote spitze Schuhe und eine Zipfelmütze. Ein weiterer Brauch ist das Aufmalen oder Basteln einer «Wichteltür» («Nissedør»), durch die die Wichtel ins Haus gelangen. Kinder legen abends kleine Dinge bereit, die Wichtel gebrauchen können. Wenn am Morgen eine kleine Leckerei bereitliegt, gilt dies als Geschenk des Wichtels – gesehen wird er jedoch nie. Gewöhnlich zieht der Weihnachtswichtel am Heiligabend oder kurz nach Silvester wieder aus und kehrt erst zur nächsten Adventszeit zurück.

Beim heutigen Brauch des Wichtelns verabreden sich mehrere Personen in der Adventszeit. Die Namen der Teilnehmer werden per Los verteilt, sodass jede Person für jemanden ein kleines Geschenk besorgt oder gestaltet. Beim Treffen werden die Geschenke verteilt, meist anonym. 

Ungefähr so könnte man sich Wichtel vorstellen.

Eine weitere Form besteht darin, dass alle Geschenke ohne vorherige Personenzuweisung gesammelt und anschließend blind gezogen werden. Dadurch bleibt die Anonymität erhalten.

Die Freude des Schenkens

Bis ins 16. Jahrhundert war der Nikolaustag der traditionelle Bescherungstag, da dem Bischof Nikolaus von Myra anonyme Wohltätigkeit zugeschrieben wird. Martin Luther hingegen verlagerte die Bescherung auf Weihnachten, um Christus in den Mittelpunkt zu rücken und den Heiligenkult zurückzudrängen. Die Geburt Christi – das größte Geschenk Gottes an die Menschheit – sollte mit dem Schenken an die Kinder sichtbar gefeiert werden.

Mit der Zeit wurden auch Erwachsene in die Bescherung einbezogen. In der Moderne entwickelte sich eine regelrechte Geschenkeindustrie, und Weihnachten wird heute in vielen Kulturen nicht mehr ausschließlich religiös, sondern als allgemeines Familienfest begangen.

Doch der eigentliche Geist des Schenkens bleibt derselbe – ob beim Wichteln, am Nikolaustag oder an Weihnachten: Beziehungen zu stärken, Wertschätzung auszudrücken und Freude zu teilen. In allen Kulturen ist das Schenken Ausdruck von Dankbarkeit, Anerkennung, Zuneigung und Verbundenheit. Wer schenkt, beschenkt sich meist auch selbst, denn damit nimmt man an der Freude des Beschenkten Anteil.

Allen eine besinnliche und freudige Adventszeit!

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