Beauftragte für interne Beziehungen des Wohnheims Las Hualtatas
«Das Leben ist ein ständiger Lernprozess»
Sabine Lorber es «el alma de la Residencia Las Hualtatas», como destacan los propios residentes del hogar. Esta chileno-alemana creció en Valparaíso, se formó en el Insalco y, tras muchos años de trayectoria profesional en la empresa Ultramar, se integró en 2013 a la Residencia Las Hualtatas.

Die deutsche Sprache und Kultur gehörten von Kindheit an zu Sabines Leben dazu. Ihr Großvater väterlicherseits stammte aus Hamburg und kam nach Valparaíso. Die Großeltern mütterlicherseits wanderten 1949 mit dem berühmten Schiff «Entre Ríos» nach Chile ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte das Schiff eine bedeutende Rolle bei der Immigration von Deutschen.
Unter den Einwanderern war auch Sabines Großmutter Anni mit ihren drei kleinen Kindern: die zweijährige Helga, der fünfjährige Gerd und die mit sieben Jahren älteste Tochter Ingrid, Sabines Mutter. Mit ihrer Großmutter hatte Sabine eine enge, liebevolle Beziehung und Anni hatte großen Einfluss auf ihre Entwicklung: «Dank ihr sprach ich recht gut Deutsch und gewann in der Schule alle Lesewettbewerbe», sagt Sabine. Auch Kochen lernte sie von ihr: «Dabei hatten wir beide großen Spaß!»
Noch vor dem Schulabschluss wusste Sabine: Sie wollte am Insalco, dem Instituto Superior Alemán de Comercio, einen Abschluss machen. Sie wählte die Fachrichtung Technik in Produktion und Handel: «Es gefiel mir, zu koordinieren, zu organisieren und innovative Dinge zu erschaffen.» Dabei folgte sie auch dem Rat ihrer Großmutter: «„Man muss immer flexibel bleiben“, ein Leitsatz, den ich mein Leben lang beherzigte.» Auch die Nähe ihrer Großmutter, die in Santiago lebte, spielte bei der Entscheidung für eine Berufsausbildung am Insalco eine Rolle.
Den praktischen Teil der Ausbildung absolvierte sie bei der deutschen Optikfirma Rodenstock in Santiago, die ihr erste Einblicke in die Arbeitswelt eröffnete. Danach begann ihre langjährige Tätigkeit bei Ultramar. Dort übernahm sie zunächst Aufgaben im Inkassobereich der Frachtabteilung, sie entwickelte Prozesse und strukturierte Abläufe.
Es war der Wechsel in die Lufthansa-Abteilung, der Sabines berufliches Herz höherschlagen ließ. «Die Tarifkalkulation hat mich fasziniert – je komplexer die Aufgabe, desto mehr Freude hatte ich daran», erzählt sie begeistert. Es war nicht nur die Arbeit selbst, sondern auch das Miteinander im Team, das diese Jahre für sie so besonders machte: «Wir waren wie eine kleine Familie – verbunden, verlässlich, voller Energie.» Mit den Jahren sind freundschaftliche Beziehungen zu den Kollegen gewachsen, die sie bei Treffen als Gruppe bis heute pflegen.
Im Jahr 2013 begann ihre Tätigkeit als stellvertretende Verwaltungsleiterin beim Wohnheim Las Hualtatas in Santiago. Im Jahr 2015 organisierte und überwachte sie den Umzug und die Schließung der zwei deutschen Wohnheime, die in die neuen Gebäude der Residenz Las Hualtatas überführt wurden. Seitdem ist sie als Beauftragte für interne Beziehungen, Wohlbefinden, Verpflegung, Veranstaltungen und Mitgliederbetreuung tätig. Sie ist verantwortlich für die Betreuung der Bewohner, die Servicequalität, die interne Kommunikation, die Begleitung und Unterstützung der Angehörigen sowie die Pflege der Beziehungen zu den Mitgliedern der Trägerorganisation Corporación Obra Social de Señoras Chileno Alemana.
«Ich liebe meine Arbeit», sagt sie ohne zu zögern. Jeder Tag sei anders. «Ich sehe die Freude der Bewohner, wenn sie etwas Neues entdecken, eine Aufgabe meistern oder einfach etwas bekommen, das ihnen schmeckt.» Besonders gerne zeigt sie den Bewohnern, wie technische Geräte funktionieren – sei es ein Handy, ein Radio oder ein Fernseher. Wenn dann ein Lächeln auf dem Gesicht des Gegenübers erscheint, ist das für sie der größte Lohn. Nur eines fällt ihr schwer: «Nein» zu sagen, wenn sie jemand um etwas bittet.
Sabine hat zwei erwachsene Söhne: den 28-jährigen Hans, der bereits vor vier Jahren nach Deutschland gezogen ist, und Klaus, 26 Jahre alt, der diesen Weg demnächst ebenfalls einschlagen wird. Das kann auch für sie ein neuer Lebensabschnitt bedeuten: «Ich denke nun über meine nächsten persönlichen beziehungsweise beruflichen Ziele konkreter nach.»
Ihre Erfahrung ist: «Das Leben ist ein ständiger Lernprozess» – und genau diese Herausforderung schätzt sie sehr. Rückblickend sei sie vor allem ihren Eltern sehr dankbar «für ihre großartige Weitsicht und ständige Unterstützung in allen Lebensphasen, die mich immer dazu motiviert haben, meine Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren und immer positiv zu denken». Diese positive Einstellung habe sie ihr Leben lang begleitet.
Sabine hat viele Seiten: Sie liest leidenschaftlich gern, hört Musik, malt Mandalas. Spaziergänge, gute Gespräche mit Freunden – das sind für sie Momente der Ruhe und des Auftankens. Sie glaubt an die Kraft der positiven Gedanken und ist der Meinung: «Die Probleme sind da, um gelöst zu werden, nicht um ihnen auszuweichen.»
Foto: privat



