Zwei Ausstellungen zeigen Werke von chilenischen Künstlern
Dos exposiciones presentan actualmente arte contemporáneo chileno en Alemania: la exposición internacional de arte NordArt 2025 y la muestra «Paisaje Nómade» en la Embajada de Chile en Berlín.

(sik) Sechs Künstler aus Chile sind auf der diesjährigen NordArt vertreten – eine der größten jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa. Claudia Adriazola, Mauricio Álvarez Collao, Bruno Giliberto, Katerina Gutiérrez, Giovanna Ruz und Guadalupe Valdés Raczynski wurden von einem internationalen Kuratorium aus rund 3.000 Bewerbern ausgewählt.
Ihre Werke stießen auf große Resonanz beim Publikum. Chile ist damit das lateinamerikanische Land, dessen Künstler mit der größten Kontinuität an der NordArt teilnehmen.
Die NordArt, beheimatet in einer ehemaligen Eisengießerei in dem Ort Büdelsdorf in Schleswig-Holstein, bietet mit ihren 22.000 Quadratmetern Hallenfläche und einem 80.000 Quadratmeter großen Skulpturenpark eine außergewöhnliche Kulisse für internationale Gegenwartskunst. Bis Mitte Oktober werden Werke aus über 50 Ländern präsentiert.
Parallel zur Teilnahme an der NordArt zeigen Katerina Gutiérrez und Mauricio Álvarez Collao eine Auswahl ihrer Werke unter dem Titel «Paisaje Nómade», «Nomadische Landschaft», in der Chilenischen Botschaft in Berlin.

Die Ausstellung, die am 11. Juni eröffnet wurde, spiegelt die Sicht der beiden Künstler auf die chilenische Natur wider, manchmal rau und unwirtlich – und zeigt zugleich die Schönheit der Landschaft.
Die Ausstellung ist inspiriert von Charles Darwins Erinnerungen an Patagonien, das er als «karg und doch unauslöschlich im Gedächtnis» beschrieb. «Paisaje Nómade» spiegelt diese emotionale Verbindung zur Landschaft wider – ein Dialog zwischen Innerem und Äußerem.
Mauricio Álvarez Collao, der 1971 in Santiago geboren ist, schloss sein Studium der Kunst mit Schwerpunkt Malerei, Gravur, Fotografie und Film an der Universidad de Chile ab. Seine Werke wurden in einer Reihe von Ausstellungen gezeigt und mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.
In seiner Kunstserie «Rieles» setzt sich Mauricio Álvarez mit der verlassenen Eisenbahninfrastruktur in Chile auseinander. Eisenbahnen galten im 19. und frühen 20. Jahrhundert als Symbol des Fortschritts. Álvarez Collao zeigt ihre heutige Bedeutungslosigkeit und ihr nie verwirklichtes Fortschrittsversprechen.

In seinen Werken kombiniert er abstrakte und figurative Elemente, um Orte wie alte Bahnhöfe oder Schienen darzustellen. Seine Technik umfasst neben Acryl auch Materialien wie Gips, Papier, Holz, Erde und Sand. Durch diese künstlerische «Archäologie der Eisenbahn» kritisiert Álvarez Collao die soziale und wirtschaftliche Vernachlässigung vieler Regionen Chiles und thematisiert die Abwesenheit gesellschaftlicher Zukunftsvisionen als ein kritischer Spiegel der Gegenwart.
Katerina Gutiérrez (1978) absolvierte ein Studium der Bildenden Künste an der Universidad de Chile und einen Master in Kunst an der Universidad Complutense in Madrid, Spanien. Ihre künstlerische Arbeit zeichnet sich durch eine ständige Erkundung neuer Techniken und Materialien aus. Sie hat die einzigartige Technik der Eoligraphie (Eoligrafía) entwickelt, die Luft als Material verwendet. Damit konnte sie ihre künstlerische Praxis über konventionelle Grenzen hinaus erweitern und ihre Werke wurden in bedeutenden Museen und Galerien in Chile, Spanien, Italien und Mexiko gezeigt. In ihren jüngsten Werken kehrt Katerina Gutiérrez zu ihren Wurzeln zurück und integriert natürliche Elemente wie etwa Erd- und Mineralpigmente in ihre Arbeit.
Quelle und Fotos: Chilenische Botschaft in Deutschland
NordArt in Büdelsdorf:bis Mitte Oktober
Ausstellung «Paisaje Nómade»:bis 29. August 2025



