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Thursday, 12. February 2026
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Der Condor – Symbolfigur der Anden

En muchas culturas sudamericanas, el cóndor andino simboliza la fuerza, la libertad y la conexión entre el cielo y la tierra.

Wie in Europa der Wappenvogel Adler, symbolisiert der Condor als König der Lüfte in Lateinamerika Mut, Weitblick und Kraft. In der Inka-Mythologie ist der Condor der Bote zwischen Himmel und Erde und steht für Unsterblichkeit.

Der Condor im chilenischen Staatswappen: Schildhalter mit Krone
Foto: downloadclipart.net

Der König der Lüfte

Mit einer Flügelspannweite von über drei Metern, einer Körperlänge von bis zu 1,2 Metern und einem Gewicht zwischen 8 und 15 Kilogramm gehört der Condor zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Er kann über 50 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar bis 70 Jahre.

Neben dem Andencondor, der vor allem in Chile, Argentinien, Peru und Kolumbien lebt, finden wir den Kalifornischen Condor in Regionen wie Kalifornien, Arizona und Utah – in den 1980ern war dieser fast ausgestorben –  es blieben nur noch 27 Tiere übrig. Durch ein intensives Zuchtprogramm werden heute glücklicherweise wieder mehrere hundert Exemplare gezählt. Beide Arten sind streng geschützt. Fast jeder lebende Kalifornische Condor trägt eine Flügelmarke und viele auch einen GPS-Sender zur Überwachung der Population. Einige Exemplare sind sogar «berühmt» und haben eigene Webseiten oder Social-Media-Profile in Projekten zur Umweltbildung.

Mit einer Flügelspannweite von über drei Metern, einer Körperlänge von bis zu 1,2 Metern und einem Gewicht zwischen 8 und 15 Kilogramm gehört der Condor zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt.
foto: Thomas Fuhrmann / CC BY-SA 4.0

Meister des Gleitfluges

Ein Condor kann mehrere Stunden lang in der Luft schweben. Sie nutzen geschickt Aufwinde (Thermik) und gleiten effizient über weite Strecken. Ein Exemplar wurde in einer Studie über fünf Stunden und 160 Kilometer lang beobachtet – mit nur einem Flügelschlag!

Condore sind zwar fantastische Segler, aber beim Starten und Landen sind sie nicht gerade elegant: Wegen ihres Gewichts brauchen sie oft Höhenvorsprung oder starke Thermik, um überhaupt abzuheben – auf flacher Ebene könnten sie kaum starten. Die Landung ist oft ein leicht holpriges Aufsetzen – nicht selten mit einem kleinen Hüpfer oder Flügelschlagen zum Abfangen.

Nasenloch mit Durchblick

Kopf eines Andencondors /Vultur gryphus) im Zoo Hannover
foto: Thomas Fuhrmann / CC BY-SA 4.0

Condore sind Aasfresser – sie spielen eine wichtige Rolle als «Gesundheitspolizei» der Natur. Sie haben einen besonders starken Magen und sie können auch extrem verwestes Aas fressen, das für andere Tiere giftig ist. Dabei töten ihre Verdauungssäfte gefährliche Bakterien wie die Erreger von Botulismus ab. Ihre Nasenöffnungen sind durchgängig – man kann von einer Seite zur anderen durchschauen! Das hilft ihnen beim «Auslüften» der Aasgerüche und beim Atmen in großer Höhe.

Balztanz mit Flügel-Show

Der nackte Hals und der auffällige «Kragen» aus weißen Federn helfen nicht nur bei der Temperaturregulierung und Hygiene. Wenn ein Condor um ein Weibchen wirbt, macht er eine echte Show: Er plustert sich auf, zeigt seinen weißen Kragen, öffnet die riesigen Flügel und nickt rhythmisch mit dem Kopf. Männchen können dabei sogar ihre Hautfarbe im Gesicht verändern, um Eindruck zu machen – fast wie ein Vogel mit eingebautem Stimmungslicht!

Familienunterricht am Aasbuffet

Condore sind sehr treu – sie leben meist in Monogamie und bleiben ein Leben lang mit einem Partner zusammen. Das Nest liegt meist auf schwer zugänglichen Felsvorsprüngen. Beide Eltern kümmern sich gemeinsam und bis über ein Jahr lang um ihr Küken (meist wird nur alle zwei Jahre ein Ei gelegt!), was bei Vögeln dieser Größe eher selten ist. In dieser Zeit lernen die Jungvögel fliegen, segeln und wie man gutes Aas erkennt – also quasi Familienunterricht am Aasbuffet! In manchen Schutzprogrammen werden junge Condore mit Trainings-Aas versorgt – um ihnen beizubringen, welches Futter ungefährlich ist. Manche lernen sogar, bestimmte Farben oder Gerüche mit Gefahr zu verbinden und zum Beispiel bleihaltige Kadaver zu meiden. 

Der Condor in Europa

Der Andencondor (Vultur gryphus) ist in zahlreichen Zoos weltweit zu sehen, insbesondere in Europa. In Deutschland hält sie der Tiergarten Nürnberg, der sich an Zuchtprogrammen beteiligt. Auch der Zoo Dortmund beherbergt sie und engagiert sich im Artenschutz, ebenso wie der Berliner Zoo und der Erlebniszoo Hannover.  Daneben sind die «Könige der Lüfte» unter anderem in den Zoologischen Gärten von Zürich, Prag und San Diego zu sehen.

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