Von Claudio Ortiz
Richard Wagner no fue únicamente compositor, sino también un incansable creador de instrumentos musicales, con los que moldeó de forma deliberada el universo sonoro de sus óperas. Junto a invenciones ampliamente conocidas, su obra alberga además un instrumento escénico hoy casi olvidado, de gran relevancia simbólica y acústica.

Das wohl emblematischste Musikinstrument, das Wagner zur Erzeugung der gewünschten Klangfarbe für seinen Ring des Nibelungen entwickelte, ist zweifellos die Wagnertuba. Doch die Liste der von ihm entworfenen Instrumente ist umfangreich und vielfältig. Darin gibt es ein Instrument, das wegen seiner Bedeutung und seines symbolischen Werts in Wagners Oper «Die Meistersinger von Nürnberg» besondere Erwähnung verdient: die Beckmesser-Harfe.
Auf der Suche nach dem richtigen Klang
Obwohl die Harfe das Symbolinstrument der Minnesänger ist, wollte Wagner bewusst, dass der Stadtschreiber der Zunft der Meistersinger, Sixtus Beckmesser, ein pedantischer, neidischer Regelhüter, bei seinem Ständchen mit einer Laute auftritt – als Sinnbild des melancholischen Liebhabers, der singt und seufzt. Im 19. Jahrhundert war die Laute als Bühneninstrument längst aus der Mode gekommen und wurde häufig durch eine Gitarre ersetzt, die sich jedoch gut in das historische Thema der Meistersinger einfügte. Das einzige Problem: Eine Laute war für ein Opernhaus viel zu leise. Schon zu Wagners Zeiten war es üblich, dass Instrumente auf der Bühne durch Musiker im Orchestergraben oder von der Seite aus «synchronisiert» wurden. Doch der von der Orchesterlaute imitierte Klang war Wagner nicht realistisch genug, und auch den Ersatz durch eine Gitarre lehnte er strikt ab.
Seine Frau Cosima notierte in ihrem Tagebuch nach einer Aufführung von «Die Meistersinger von Nürnberg»: «Abends Meistersinger […] Unverständlichkeit des Textes, der Hornruf des Nachtwächters durch eine Posaune gegeben, die Laute durch eine Gitarre ersetzt – alles macht dem Meister keinen Spaß.» Cosima meinte mit «dem Meister» Richard Wagner.
Der Grund für Wagners Unbehagen lag darin, dass Dirigent und Regisseur die ursprüngliche Instrumentierung erheblich verändert hatten, unter anderem, indem der Hornruf des Nachtwächters durch eine Posaune und die ursprünglich auf der Bühne gespielte Laute durch eine Gitarre ersetzt wurden.
Die Erfindung der Beckmesser-Harfe
Eine Konzertharfe entsprach jedoch ebenfalls nicht Wagners Vorstellung vom Lautenklang, den Beckmesser auf der Bühne erzeugen sollte. Daher ließ er ein neues Instrument bauen – «eine kleine Stahlharfe eigener Erfindung», wie Wagner im März 1870 an Karl Eckert, ein renommierter Musiker, Komponist und Dirigent, der als enger Freund Richard Wagners das Verdienst hatte, mehrere Werke Wagners in Berlin uraufgeführt zu haben, schrieb.

Die heute als Beckmesser-Harfe bekannte Konstruktion ist eine kleine Rahmenharfe mit Stahlsaiten, die auf einem Sockel steht. Für Interessierte an Maßen und Bauweise: Die Beckmesser-Harfe ist 1,47 Meter hoch, besitzt zwei Pedale (in D und F) und hat 20 speziell angefertigte Stahlsaiten.
Klang, Spielweise und heutige Praxis
Ein interessanter szenischer Effekt: Da sich dieses Instrument im Stehen spielen lässt, kann der Musiker – ob im Orchestergraben oder am Bühnenrand – Beckmessers Bewegungen genau beobachten und den Klang perfekt mit dessen Spielhandlung synchronisieren.
Wie klingt die Beckmesser-Harfe? Dank der Stahlsaiten ist der Klang nicht nur kräftig, sondern hebt sich auch deutlich vom Orchester ab. Gleichzeitig verleiht der leichte, etwas hölzerne Ton dem Spiel eine Nähe zum Lautenklang auf der Bühne. Er unterscheidet sich stark vom Klang einer traditionellen Konzertharfe.
Im 19. Jahrhundert wurde die Beckmesser-Harfe von den beiden Pariser Firmen Érard und Pleyel gebaut, die vor allem für ihre Klavierproduktion bekannt waren. Heute wird sie ausschließlich von der deutschen Firma Horngacher in Starnberg (Oberbayern) hergestellt, die sich auf Harfen spezialisiert hat. Für kleinere Opernhäuser oder für Theater, die die Meistersinger von Nürnberg nur gelegentlich aufführen, lohnt sich die Anschaffung jedoch kaum. Dort greift man meist auf eine Konzertharfe zurück, deren Klang zum Beispiel durch eingeklebte Papierstreifen zwischen den Saiten verändert wird.



