Koordinatorin des Saxon Science Liaison Office Chile
Karriere über Kontinente hinweg
De Melbourne a Santiago y ahora a Chemnitz: Katty Maldonado dirige desde agosto la Saxon Science Liaison Office Chile (SSLO), conectando redes internacionales, ciencia y movilidad estudiantil. Su trayectoria demuestra que el compromiso, la experiencia y las relaciones humanas pueden abrir oportunidades globales.
Katty Maldonado wurde in Chile geboren, wanderte jedoch bereits als kleines Kind mit ihren Eltern nach Melbourne in Australien aus. «Ich habe das Killester College besucht, ein Mädchengymnasium unter Leitung von Nonnen, das entscheidend für meine Bildung war. Dort habe ich den Wert von Disziplin, „Sororität“ – dem Zusammenhalt von Frauen – Bildung und weiblicher Führung gelernt.»

Nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie ein Studium an der Monash University in Melbourne – «eine Erfahrung, die mein Weltbild nachhaltig bereichert hat». Den größten Einfluss auf ihr Leben hatte jedoch ihr Vater, José Iván Maldonado: «Er war nicht nur ein liebevoller Vater, sondern auch mein Mentor, mein Vertrauter und mein bester Freund. Von ihm habe ich gelernt, alle Menschen gleich zu behandeln, durch Bildung neue Wege zu eröffnen, stark zu sein, ohne die Güte zu verlieren, stets mein Wort zu halten, auch im Erfolg bescheiden zu bleiben und meine Prinzipien mutig zu verteidigen. Auch wenn er nicht mehr physisch bei uns ist, begleiten mich seine Stimme, sein Rat und sein Vorbild bei jedem Schritt.»
Ihre berufliche Laufbahn begann ungewöhnlich: «Schon als Universitätsstudentin in Melbourne, ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder berufliche Erfahrungen, beschloss ich, beim Konsulat Spaniens um eine Chance zu bitten. Ich wartete den ganzen Tag dort und bin einfach nicht weggegangen. Diese Beharrlichkeit bedeutete den Beginn meiner internationalen Laufbahn.»
Nach einem Praktikum in Spanien kehrte sie nach Chile zurück und begann ihre berufliche Karriere an der Indischen Botschaft, zunächst als Protokollassistentin und Residence Managerin des Botschafters. «Die Arbeit mit Botschafter Girish Dhume war extrem bereichernd. Ich habe Diplomatie, interkulturelle Sensibilität und die Balance zwischen Standfestigkeit und Eleganz gelernt.» Auf seinen Rat hin absolvierte sie zwei Postgraduiertenprogramme an der Universidad de Chile.
Anschließend wechselte sie zur Cámara de Comercio de Santiago, wo sie internationale Kontakte pflegte und diplomatische Netzwerke aufbaute. «Das hat mich bekannter gemacht und die Botschaft von Thailand hat mich eingeladen, mit ihnen zu arbeiten. Dort habe ich die Kultur und den Handel Südostasiens hautnah erlebt.»
Ein unerwarteter Anruf der US-Botschaft führte schließlich dazu, dass sie die Position der Residence Managerin des Botschafters Paul E. Simons und seiner Familie übernahm. Später arbeitete sie direkt für das US Department of State sowie für das US Air Force Office of Scientific Research (AFOSR).
«Dort spezialisierte ich mich auf Grundlagenforschung, Technologiemanagement sowie auf den akademischen Austausch und die Vernetzung von Wissenschaftlern in Chile, Lateinamerika, Europa und den USA. Ich koordinierte Projekte von internationaler Bedeutung und konnte konkrete Ergebnisse für Universitäten, Labore und Innovationsnetzwerke erzielen.»
Diese vielfältigen beruflichen Erfahrungen haben sie in ihrer Überzeugung bestärkt: «Beständigkeit, Bildung und zwischenmenschliche Beziehungen öffnen letztlich die Türen in der Welt.»
Der Sprung nach Deutschland kam in einer Phase des beruflichen Übergangs: «Nach der Schließung des AFOSR-Büros in Chile hörte ich, dass das sächsische Wissenschaftsministerium über die Technische Universität Chemnitz erstmals ein Büro in Chile eröffnen wollte.» Beim Bewerbungsprozess kamen «mir meine Erfahrungen, meine Vision und meine Managementfähigkeiten zugute». Schließlich wurde sie ausgewählt und begann im Januar dieses Jahres mit «dem Aufbau der Bürostruktur, der Entwicklung von Netzwerken, der Ausarbeitung von Vereinbarungen und dem Knüpfen strategischer Partnerschaften», wie sie berichtet. Heute sei die SSLO Chile eine Plattform für wissenschaftliche Vernetzung, studentische Mobilität und institutionelle Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Chile. «Ich bin stolz darauf, diese akademische Brücke zu schlagen.»
Vor ihrer Tätigkeit hatte sie kaum Berührung mit Deutschland. Mittlerweile lernt sie die deutsche Sprache und beschäftigt sich mit der deutschen Kultur. Besonders faszinierend findet sie die universitäre Tradition und den wissenschaftlichen Anspruch des Bundeslands Sachsen. «Sachsen ist Heimat renommierter Universitäten, die maßgeblich zur europäischen technologischen Entwicklung beigetragen haben. Auch der Schutz des kulturellen Erbes, die Architektur, Musik und Kunst beeindrucken mich.»
Ihre Berufserfahrung in verschiedenen Botschaften hat ihre Leidenschaft für Diplomatie und die Förderung von Talenten verstärkt. «Am meisten begeistert und motiviert mich bei meiner Arbeit für das SSLO Chile, dass ich dazu beitragen kann, dass Studentinnen und Studenten sich weiterentwickeln können und ihre Begabungen gefördert werden.»
Neben der Arbeit pflegt sie verschiedene Hobbys und Entspannungstechniken: «Als Kind habe ich Jazzdance, Karate und Theater gemacht – alles Aktivitäten, die Disziplin und Ausdruck förderten. Heute jogge ich gern und unternehme Spaziergänge mit meinem Sohn Donatto und meinem Hund Torino. Das Zusammensein mit Familie und Freundinnen hilft mir, Energie und Kraft zu tanken.»
Ihr Lebensmotto fasst ein Zitat von Gottfried Wilhelm Leibniz zusammen: «Die Größe eines Lebens lässt sich nur an der Vielzahl seiner Taten messen. Nicht die Jahre zählen, sondern was wir tun.» Das bedeutet für sie: «Die Qualität unseres Lebens wird durch unsere Entscheidungen, Handlungen und Beiträge bestimmt, nicht durch die Zeit, die vergeht.»
Foto: privat



