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sábado, 28. noviembre 2020
Inicio Porträt Guillermo Rheinen - Geschäftsführer des Deutsch-Chilenischen Bundes

Guillermo Rheinen – Geschäftsführer des Deutsch-Chilenischen Bundes

Der DCB auf Verjüngungskur

Der gelernte Hotelkaufmann übte sein gesamtes Berufsleben leitende Positionen in der Flughafen-Vorfeldabfertigung, bei Ultramar und Lufthansa aus. Nach seiner Pensionierung kam der Schwenk um 180 Grad: Heute führt Guillermo Rheinen im Deutsch-Chilenischen Bund die Regie.

Von Walter Krumbach

Der Aufgabenbereich, der auf ihn zukam, war ebenso neuartig wie motivierend: «Mir macht die Verwaltung großen Spaß und ebenso die Kulturarbeit», versichert er. Schon bald nach seinem Einstand stand für ihn fest, dass zwei Themenbereiche bevorzugt angegriffen werden mussten: «Zum einen, wie wir an die jüngere Generation herankommen und zum anderen, wie wir die Zusammenarbeit mit den Regionen verbessern können.» Hierzu spielen, wie er meint, die heute gebräuchlichen Nachrichtenübermittlungsmedien eine nicht zu unterschätzende Rolle: «Ich denke dabei zum Beispiel an Instagram, an unsere Webseite und an Facebook. Das sind Türen, die wir öffnen müssen, um die jüngeren Leute zu erreichen.» Die baldige Anwendung der modernen Technologie ist für ihn ein Muss, nicht nur, um den Kontakt mit den Mitgliedern interessanter zu gestalten, sondern auch, damit das Angebot zugänglicher ist: «Es müssen spezifische Inhalte sein, die für unsere Abnehmer interessant und unterhaltsam sind. Wir haben uns auf diesem Gebiet von Experten beraten lassen. Zurzeit ist der Sitz des DCB leider von der Quarantäne betroffen, was uns in dieser Tätigkeit einengt. Trotzdem bearbeiten wir unsere Internetpräsenz ständig, indem wir Informationen hochladen, von der wir glauben, dass sie für unsere Mitglieder von Interesse ist.»

Rheinen weist darauf hin, dass keineswegs alle jungen Menschen die gleichen Interessen haben, «aber wir verfügen hier über eine Unmenge von Informationen geschichtlicher Art, die bestimmt die meisten anziehen wird.» Dazu kommen die Konzerte, Kunstausstellungen und der Wistuba-Aquarellwettbewerb, «auf welche , wenn wir sie der Jugend auf attraktive Weise anbieten, mit Sicherheit ein positives Echo kommen wird.»

Die Jugendarbeit des DCB fußt seit vielen Jahren auf zwei Säulen. Eine ist das Sommerlager, das jedes Jahr im Monat Januar ausgetragen wird. Die andere ist der Schüleraustausch mit Deutschland, der ebenfalls jedes Jahr stattfindet. Obwohl die Teilnehmer wissen, wer das Lager und den Austausch organisiert, entsteht dadurch bisher keine Bindung zwischen dem Bund und den Nutzern. Das soll sich nun ändern. «Wir wollen die jungen Leute in unsere Tätigkeit mit einbeziehen», betont Rheinen, «obwohl es vielleicht für einen 13- bis 17-Jährigen befremdlich klingen mag, ihn auf das Historische Achiv und die Migrationen anzusprechen, aber wenn man ihm oder ihr dabei erklärt, weshalb wir es haben und wozu es genutzt werden kann, dann kann man schon Interesse wecken.»

Um die Regionen in die DCB-Tätigkeit zu integrieren, hat Rheinen bereits einige Kontakte aufgenommen: «Der DCB ist in der Lage, verschiedene recht interessante und anregende Erzeugnisse und Dienstleistungen anzubieten, wie etwa das Historische Archiv Emilio Held Winkler. Das ist ein wahrer Schatz, der enorm viel Information birgt. Diese Information wird zurzeit digitalisiert und wir müssen unsere Ausrüstung modernisieren, um zu ermöglichen, dass die Inhalte auch von außerhalb abgerufen werden können.»

Im Archiv lagern nicht nur Bücher und Dokumente, sondern auch wertvolle Kunstwerke. So vermachte etwa der Maler Kurt Schicketanz (1910-2007) einen Großteil seiner Aquarelle dem DCB. «Diese wunderbare Sammlung mit der deutsch-chilenischen Gemeinschaft teilen zu können ist ein Privileg», meint Rheinen, «Wir arbeiten gerade an einem Projekt, um diese Bilder in den Regionen ausstellen zu können».

In dem kurzen Zeitraum seines Wirkens haben Guillermo Rheinen und seine Mitarbeiter die Betonung auf eine optimale Nachrichtenübermittlung, auf einen tadellosen Kontakt mit den Mitgliedern gesetzt. Der brutale Einbruch der Coronavirus-Pandemie «zwingt uns leider, etwas langsamer vorzugehen, als wir es gerne tun würden», bedauert er. «Wir werden Formen, Formate und Themen neu erfinden müssen, um die Deutsch-Chilenen, die ja nicht wenige sind, weiterhin mit unserer Tätigkeit anzuziehen.»

Guillermo Rheinen ist verheiratet und hat vier Kinder und vier Enkel. Als Naturliebhaber lebt er mit seiner Frau in einem der Großstadt entlegenem Ort, wo er Bienen züchtet, Aquarien hält und in Öl malt.

1980 begann er bei Lufthansa zu arbeiten. Nach seinem kontinuierlichen beruflichen Aufstieg bot ihm im Jahr 2007 Ultramar, die die Vertretung von Lufthansa in Chile innehat, die kaufmännische Leitung der deutschen Fluggesellschaft in Santiago an.

Als Rheinen gegen Ende des vergangenen Jahres den Posten im DCB übernahm, «war es das erste Mal in meinem Leben, dass ich etwas tat, was weder mit Motoren noch mit Tragflächen zu tun hatte», schmunzelt er.

Guillermo Rheinens Ziel ist: «Wir müssen das Interesse der jungen Leute am DCB wecken, damit sie aktiv teilnehmen an dem, was wir haben, an dem, was wir tun und an dem, was wir künftig leisten könnten. Sehr wichtig dabei ist, dass dies nicht auf Santiago beschränkt ist, sondern auf Landesebene geschieht.» Hier scheinen ihm die zahlreichen deutsch-chilenischen Einrichtungen interessant und hilfreich: «Mit denen müssen wir enger zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.» Und, last but not least: «Hierbei könnte der DCB der Wegweiser sein.»

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