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Friday, 13. February 2026
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Porträt – Catherine Kenrick

Soziologin 

Hüterin des Parque Andino Juncal und seiner Gletscher

Catherine Kenrick ha estado a cargo del Parque Andino Juncal, de 13.796 hectáreas, perteneciente a su familia, durante más de 20 años. En 2010 logró que el parque, ubicado en la región de Valparaíso, fuera reconocido por la Convención de Ramsar como un humedal de importancia internacional. Sin embargo, el retroceso de los glaciares en la cuenca del Juncal es motivo de gran preocupación.

CCatherine Kenrick wurde in Valparaíso in eine Familie mit britischen Wurzeln geboren.«Deshalb bestand mein Vater nach dem Schulabschluss darauf, dass ich eine Finishing School in England besuche, um mich weiterzubilden.» Mit 19 Jahren zog sie nach London, wo sie eine enge Freundschaft mit einer deutschen Klassenkameradin schloss. «Elga und ich sind bis heute befreundet», erzählt Catherine. Damals besuchte sie regelmäßig die Familie ihrer Freundin in Düsseldorf und München. «Es war nicht leicht für mich, das Bayerische zu verstehen», lacht sie.

Später studierte sie Soziologie an der Universidad Católica in Santiago und absolvierte ein Aufbaustudium an der University of London. Eine sinnstiftende Berufstätigkeit fand sie beim Voluntary Service Overseas in London – einer Organisation, die Freiwilligenprogramme im Ausland, vor allem in Ländern des britischen Commonwealth, koordiniert. Catherine war dort für die Programmverwaltung in südasiatischen Ländern zuständig und reiste in diesem Rahmen nach Pakistan, Bangladesch, Bhutan und Nepal.
«Ich liebe die Natur, und der Himalaya hat mich besonders fasziniert. Die Begegnung mit dieser beeindruckenden Gebirgslandschaft war ein Schlüsselerlebnis für mich – es wies mir den Weg in meine Zukunft.»

Nach einigen Jahren begann sie darüber nachzudenken, für eine gemeinnützige Organisation in Südamerika zu arbeiten. «Nach 20 Jahren in London war es vielleicht an der Zeit, zurückzukommen.» Sie nahm zunächst eine Stelle bei der Unicef in Kolumbien an, kehrte aber nach zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen nach Chile zurück. Entscheidend für ihren Weg war ihre Arbeit in der Umweltkommission, der Conama, aus der später das heutige chilenische Umweltministerium hervorging.  

In Chile erwartete sie eine neue Herausforderung: «Mein Großvater, ein Schifffahrtsunternehmer, hatte 1911 ein 13.796 Hektar großes Grundstück in den Anden in der Region Valparaíso erworben.» Im Laufe der Zeit war das Gebiet in den Besitz von ihr und ihren vier Geschwistern übergegangen. «Als ich vor mehr als 20 Jahren zurück nach Chile kam, baten mich meine drei Brüder und meine Schwester, die Verwaltung des Grundstücks zu übernehmen.»

Damals lernte sie die Landschaft zum ersten Mal richtig kennen und war «überwältigt von der Schönheit der Berge und der Natur». Anfangs beschloss sie «einfach nur, Ordnung zu schaffen»: Es wurde die Nutzung des Gebiets geregelt und eine große Menge an Müll eingesammelt, der von den Besuchern hinterlassen worden war. «Seitdem ist das Interesse am Park stetig gewachsen: Heute wird er von zahlreichen Wanderern, Wissenschaftlern, Schul- und Universitätsgruppen und Familien besucht. Je nach Saison kommen Tausende von Besuchern zu uns, manche für einen Tag, andere länger zum Zelten. Die Besucher melden sich am Eingang an und zahlen Eintritt, der in den Unterhalt des Parks fließt.»

Catherine legt besonderen Wert auf den Schutz der Flora und Fauna. Vor 15 Jahren erreichte sie, dass der Parque Andino Juncal von der Ramsar-Konvention, mit Sitz in der Schweiz, als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung anerkannt wurde. Damit wurde er zum ersten Ramsar-Gebiet in Privatbesitz in Lateinamerika und der Karibik. Chile verfügt über 16 Feuchtgebiete, die von der Ramsar anerkannt sind, um den Erhalt und die sinnvolle Nutzung dieser empfindlichen Ökosysteme zu fördern. 

Catherine freut sich besonders darüber, dass «in den letzten Jahren die Guanakos in den Park zurückgekehrt sind. Wir haben inzwischen Herden von bis zu 200 Tieren beobachtet». Sie sagt: «Unsere Parkranger entdecken oft neue Arten, darunter Vögel, Pflanzen und Insekten, von denen wir vorher nicht wussten, dass es sie hier gibt. Die vielleicht bedeutendste Entdeckung war die Andenkatze (Leopardus jacobita), einer wunderschönen, vom Aussterben bedrohten Art. Außerdem wurde eine in diesem Gebiet endemische Pflanze, die Ivania juncalensis, identifiziert. Von großer Bedeutung ist auch der Fund mehrerer Inkastätten im Park durch Archäologen, über die demnächst eine Veröffentlichung erscheinen wird.» 

Die Vereinten Nationen haben 2025 zum «Jahr zum Schutz der Gletscher» ausgerufen, um auf das zunehmende Abschmelzen der Gletscher aufmerksam zu machen. In diesem Zusammenhang betont Catherine Kenrick: «Im Park befinden sich 1.900 Hektar Gletscher, mindestens fünf bedeutende Feuchtgebiete sowie unzählige Bäche, Quellen und Grundwasserströme. Sie alle speisen den Juncal-Fluss, der später in den Aconcagua-Fluss mündet. Dieses Wassersystem ist von zentraler Bedeutung, damit der Fluss seine Durchflussmenge während der fast siebenmonatigen Trockenperiode im Sommer aufrecht erhält – eine Voraussetzung für die Trinkwasserversorgung von Valparaíso und des gesamten Aconcagua-Tals.» Neben dem Klimawandel stellt auch der Bergbau eine Gefahr für die Gletscher des Juncal dar, wie ein Forscherteam festgestellt hat.

Das erfolgreiche Engagement von Catherine Kenrick, ihres Neffen Tomás Dinges als Chief Operating Officer und des gesamten Parkteams für den Schutz des Ökosystems wurde vielfach ausgezeichnet: unter anderem durch den Elisa-Corcuera-Preis 2019 sowie durch die Aufnahme des Parque Andino Juncal in die Green Destinations Top 100 im Jahr 2024.

Im Hinblick auf die Zukunft gründet die Familie eine Stiftung zur Verwaltung des Parks: «Meine Geschwister und meine 13 Neffen und Nichten sind sich einig: Der Park ist ein Naturerbe, das für die kommenden Generationen erhalten bleiben muss.».

Foto: Privat

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