Käseproduzentin
Chancokäse vom Feinsten – hausgemacht
Nacida y criada en Santiago, Karin Sturm es sureña por convicción. Formada como profesora de inglés, en el campo comenzó a ejercitarse en la elaboración de quesos gourmet. La práctica fue del todo exitosa, culminando en septiembre pasado con una importante premiación durante la exposición «Food and Service».
Von Beruf ist sie Englischlehrerin und als solche arbeitete sie mehrere Jahre an der Sankt Thomas-Morus-Schule. Durch ihre Heirat mit Eduardo Richter, einem Landwirt aus der 10. Region, zog sie nach Río Negro, einem Ort, der 36 Kilometer südlich von Osorno liegt. Zunächst ging Karin Sturm dort an der Escuela Agroecológica Pichil ihrem Beruf nach.

Als Anfang der 2020er Jahre die Pandemie ausbrach, jeder sich in seine vier Wände zurückzog und die Kinder per Internet unterrichtet werden mussten, begann sie sich, mit der Herstellung von erlesenen Käsesorten zu befassen. Parallel dazu gab sie eine Zeitlang Privatunterricht.
Der Schwiegervater hatte im Jahr 2007 eine Käsefabrik geschlossen und sich seitdem auf dem Familiengut lediglich der Milchproduktion gewidmet. Eduardo Richter, der zusammen mit seinem Vater das Gut verwaltet, hatte, «seitdem wir uns hier niederließen, den Traum, die Käserei wieder zu eröffnen», erinnert sich Karin. Er wandte sich an den ehemaligen Käsemeister und ließ sich von ihm einige Tipps geben, «aber das Ergebnis war nicht besonders zufriedenstellend», meint Karin, «entweder wurden sie zu hart oder unförmig». Daher beschloss sie, sich im Internet zu erkundigen: «Auf YouTube fand ich einen Australier, der bei sich zu Hause Käse herstellte», erzählt sie, «und die Anleitungen hochlud. Somit habe ich meine ersten Kenntnisse online erhalten». Mit diesem Wissen machte sie sich an die Arbeit, wobei «die ersten Käse scheußlich geworden sind», lacht sie, «denn es war natürlich keine einfache Sache».
Im Jahr 2019 absolvierte Karin Sturm eine Ausbildung bei der Käsereiexpertin Bernardita Correa in Valdivia. Hierbei stellte sie fest, dass man per Internet zwar viel lernen kann, dass dieses Medium aber was Tastsinn, Berührung des Produkts und Empfindungen anbetrifft, dem Lernenden nicht helfen kann. Ein Jahr später brachte der Milchbauernverband Aproleche französische Fachleute nach Osorno, bei denen sie sich weiterbildete.
Dann kam die Pandemie mit all ihren Begleiterscheinungen. Alles wurde nach Hause beordert und Quarantänen verhängt. Karin Sturm nahm sich Zeit, zu testen und zu experimentieren. Sie erwarb einen 200-Liter-Käsekessel und machte sich an die Arbeit.
Im Jahr 2024 rief das Instituto de Investiga-
ciones Agropecuarias (INIA) in Osorno zu dem ersten inländischen Käsewettbewerb auf. Ohne sich viel Hoffnungen zu machen, beteiligte sie sich «mit einem kleinen Käse» und erreichte den dritten Platz. Dieser Erfolg war für sie «der Beweis dafür, dass mein Produkt gut war. Es machte mir Mut, denn ich wollte ja wissen, wie sich mein Produkt im chilenischen Käseuniversum schlägt». Der Wettbewerb hatte außerdem zur Folge, dass Karin Sturm in eine Gruppe von Käseherstellern aufgenommen wurde, denen Unterstützung gewährt wurde und die Schulungen erhielten.
Ende September 2025 beteiligte sie sich an einem weiteren Wettbewerb, dem «Encuen-
tro de quesos del Nuevo Mundo» («Käsetreffen der Neuen Welt»), der in Santiago innerhalb der Messe «Food and Service» stattfand. Auch hier nahm sie ohne große Erwartungen teil und sandte ein Paket mit einem chanco mantecoso ab – einer Art Butterkäse. Zu ihrer großen Überraschung erhielt sie die Goldmedaille.
Die Auszeichnung führte zu einer enormen Nachfrage seitens ihrer Kunden, weshalb sie die Produktion des chanco mantecoso ausweiten und die Entwicklung anderer Käsesorten einstweilen verschieben musste.
Vorerst vermarktet sie ihre Produkte in Osorno, Frutillar und Santiago. Ihre Abnehmer sind Gourmet-Unternehmen: «Natürlich bin ich an einem Wachstum der Firma interessiert, aber die Qualität der Produkte ist mir am wichtigsten und muss unbedingt beibehalten werden, weshalb Supermärkte als Absatzgebiet nicht in Frage kommen.» Dies gestattet ihr zudem, neue Produkte zu entwickeln, sie auf den Markt zu bringen und sogleich festzustellen, wie sie bei den Kunden ankommen.
Karin Sturm wurde in Santiago geboren. In der Hauptstadt ging sie zur Schule und absolvierte ihre Universitätsausbildung. Hier lernte sie ihren Mann kennen, der damals ebenfalls seinem Studium nachging. Als es mit den Heiratsplänen ernst wurde, war beiden klar, dass sie in den Süden ziehen würden. Nach der Hochzeit lebten sie noch zwei Jahre in Santiago, bis Eduardo Richter seinen Magister erfolgreich abgeschlossen hatte.
Der Umzug von ihrer Heimatstadt in den unbekannten Süden war für sie eine einschneidende Zäsur. Sie kannte niemanden und brauchte eine Zeit, um sich auf die neuen Gegebenheiten umzustellen. Heute dagegen würde sie ihr ländliches Umfeld auf keinen Fall mehr mit dem Leben in Santiago umtauschen. Dazu kommt ihr beruflicher Erfolg, besonders nachdem sie die Goldmedaille erhielt: «Früher produzierte ich einmal pro Woche Käse, heute ist es mindestens dreimal so viel, manchmal sogar täglich, um der Nachfrage gerecht zu werden.» Daher plant sie einige Investitionen, um den Betrieb zu vergrößern. Dazu nimmt sie sich aber Zeit, denn es wird nicht einfach sein, die Produktion zu vergrößern und gleichzeitig die Qualität beizubehalten. Und die Güte ihrer Erzeugnisse ist für Karin Sturm oberstes Gebot.
Foto: privat



