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Sunday, 1. February 2026
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Porträt – Susana Jiménez Schuster

Präsidentin der Confederación de la Producción y del Comercio

«Geradeaus in Richtung der Schwierigkeiten»

En diciembre de 2024, Susana Jiménez fue elegida Presidenta de la CPC, hasta entonces un puesto puramente masculino. Sin embargo, si se lee su currículum, no sorprende que la Confederación de la Producción y del Comercio la haya convertido en la primera mujer en dirigirla.

Susana Jiménez Schuster ist Unternehmerin, Vorstandsmitglied bei Unternehmen wie Esval, Essbio, Soprole, Nueva Pudahuel und Invexans und Beraterin des Unternehmerverbandes Sofofa. Sie war Vorstandsmitglied der Banco Estado, Wirtschaftsberaterin der chilenischen Zentralbank, Mitglied des Beratungsausschusses des Umweltministeriums und Mitglied des Nationalen Rats für Fischwirtschaft sowie des Rates der Zivilgesellschaft der Nationalen Energiekommission. Und nicht zuletzt gehörte sie dem Kabinett der zweiten Regierung von Sebastián Piñera als Energieministerin an. Wie verlief diese beeindruckende Karriere? 

Susana wurde 1969 in Santiago geboren, jedoch war Österreich ihre zweite Heimat. Vater Guillermo Jiménez, Agronom, hatte Europa als junger Mann per Motorrad erkundet und bei der Besichtigung einer Bierbrauerei in Kopenhagen, Dänemark, seine zukünftige Frau, Eveline Schuster aus Linz, kennengelernt. So verbrachte die Familie jedes Jahr mehrere Monate im Alpenland. Hier lernte Susana nicht nur Skilaufen, sondern auch «Österreich-Deutsch». 

In Chile besuchte sie das Saint George’s College und entschied sich danach für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, «weil ich damit Kenntnisse in wirtschaftlichen sowie auch öffentlich-politischen Fragen erwerben konnte».

In den darauffolgenden Jahren sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen Unternehmensvorständen, unter anderem bei der Zentralbank und der Beratungsgesellschaft P. Rojas y Asociados, wo sie sich vor allem mit makroökonomischen Themen und Fragen der Marktwirtschaft befasste. Als stellvertretende Leiterin des Studienzentrums Libertad y Desarrollo vervollständigte sie ihr Wissen und beendete daneben ein Masterstudium. 

2017 lud Sebastián Piñera sie dazu ein, gemeinsam mit Gonzalo Blumel das Regierungsprogramm zu konzipieren und ernannte sie nach seinem Amtsantritt als Präsident im März 2018 zur Energieministerin. An diese Zeit erinnert sie sich gern, vor allem auch an die Besprechungen und Diskussionen mit Präsident Piñera. «Er sagte einmal zu mir: “Ich merke, Du gewinnst gern!“, worauf ich antwortete: „Da begehen wir aber die gleiche Sünde!“.»

Wenn Susana arbeitet, ist sie stets voll konzentriert, und zwar so sehr, dass sie einmal nicht bemerkte, dass das Bürogebäude evakuiert wurde – wegen starken Rauchs aufgrund einer schmorenden Heizung in ihrem eigenen Büro. Das ist sicher auch Ausdruck ihres Lebensmottos « recte ad ardua» («Geradeaus in Richtung der Schwierigkeiten»): Nicht vor Schwierigkeiten zurückschrecken und Herausforderungen annehmen. 

Zwischen 2022 und 2024 war Susana Jiménez Vizepräsidentin des bedeutendsten Unternehmerverbandes, der Confederación de la Producción y del Comercio. Mit der Präsidentschaft hatte sie nicht gerechnet, aber diese zum Ende des vergangenen Jahres gern angenommen – als erste Frau auf diesem Posten. «Im CPC sind die wichtigsten Produktionssektoren des Landes zusammengeschlossen: Handel, Landwirtschaft, Bergbau, Industrie, Bauwesen und Banken. Wir tragen zu einer guten öffentlichen Politik bei, fördern Integrität in den Unternehmen und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum», erklärt sie. 

«In diesem Wahljahr möchten wir auch Einfluss auf die Agenda der neuen Regierung nehmen. Dafür machen wir den Präsidentschaftskandidaten entsprechende Vorschläge – im Moment arbeiten mehr als 80 Unternehmer und Experten unseres Verbandes daran. Im Juni sollen diese übergeben werden, aber die Inhalte reichen dabei über die neue Regierungszeit von vier Jahren hinaus.» 

Eine weitere Aufgabe, die im Mittelpunkt der Arbeit von Susana steht, ist die Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung der Geschäftswelt. Ihrer Ansicht nach ist es von grundlegender Bedeutung zu zeigen, wie die Wirtschaft zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beiträgt, die über ihren eigenen Geschäftsbereich hinausgehen. Hier stehen langfristig Themen wie die Sicherheit in den Wohngebieten, Gesundheit (etwa die Aufklärung über die Früherkennung von Krankheiten) und die duale Berufsausbildung im Vordergrund, unter dem Motto «Unternehmen für Chile».

Mit ihrem Ehemann Marco Comparini, den sie an der Universität kennengelernt hatte und mit dem sie seit 32 Jahren verheiratet ist, hat Susana vier Kinder: Lorenzo, Camila, Dante und Luca, heute zwischen 20 und 28 Jahre alt. In ihrer knapp bemessenen Freizeit steht Sport mit der Familie auf dem Programm, aber auch Handarbeiten und schwierige Puzzles dienen der Entspannung. Und samstags geht es nach Curacaví, um ihren Vater Guillermo auf seinem Grundstück zu unterstützen, der noch immer in der Milchwirtschaft tätig ist.

Foto: privat

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