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sábado, 13. abril 2024
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WWF-Bericht zur Klimakrise

Weniger Nester – weniger Kuckucke

Der WWF sieht in der Erderwärmung eine riesige Bedrohung für viele Pflanzen und Tiere. Schon jetzt sind bei vielen Spezies die Auswirkungen sichtbar.

Berlin (dpa) – Die Umweltstiftung WWF sieht in der Erderwärmung eine große Bedrohung für viele Pflanzen und Tiere. Die Klimakrise habe bereits jetzt die Tier- und Pflanzenwelt auf allen Kontinenten verändert, schreibt die Umweltstiftung in ihrem am 9. März präsentierten Bericht «Feeling the Heat». Dabei sei die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde seit der industriellen Revolution erst um etwa ein Grad gestiegen.

«Die Klimakrise ist kein Phänomen einer fernen Zukunft. Sie ist in unserer Gegenwart angekommen – und auch vor unserer Haustür», sagte Christoph Heinrich, WWF-Vorstand Naturschutz. Klimabedingte Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und Flutkatastrophen träfen auf eine Pflanzen- und Tierwelt, die jetzt schon große Schwierigkeiten habe, sich an die steigenden Temperaturen anzupassen. «Je heißer es wird, desto größer wird der Druck.»

In dem Bericht werden die Auswirkungen der Klimakrise auf 13 ausgewählte Tier- und Pflanzenarten betrachtet. Dazu gehören auch in Deutschland beheimatete Arten wie der Kuckuck, die Hummel und der Strandflieder. Der Strandflieder, der bislang noch als ungefährdet gilt, sei vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht.

Manch einem Kuckuck werde bereits jetzt seine spezielle Brutweise zum Verhängnis. Der Kuckuck legt seine Eier in das Nest anderer Vogelarten und lässt dieses dann ausbrüten. Ein Kuckuck lege rund 7.000 Kilometer von seinem Winterquartier zurück. Kommen nun durch steigende Temperaturen seine Wirtsvögel schneller aus ihrem Winterquartier zurück, fangen sie auch mit der Brut früher an. Der Kuckuck finde bei seinem Eintreffen als relativer Spätankömmling kein Nest, in das er sein Ei legen könne und müsse auf die Zweitbrut warten, die in der Regel Mitte Mai beginne. So wird der Vogel laut WWF seltener.

Hummeln hingegen sind laut WWF anfällig für Überhitzung. Am stärksten betroffen seien die Hummeln aktuell in wärmeren Ländern wie Mexiko und Spanien. Aber auch in relativ kühlen Regionen, wie jenen in Deutschland, seien Hummeln seltener geworden. Hummeln im Alpenraum weichen weiter nach oben, in höhere Gefilde aus, wo es aber auch weniger Lebensraum für die Tiere gebe. Zudem seien sie von vielen weiteren Faktoren wie intensiver Landwirtschaft bedroht.

In einem speziellen Abschnitt verdeutlicht der WWF basierend auf einem Bericht des Weltklimarates IPCC die Auswirkungen von 1,5 und 2 Grad Erderwärmung: Bei 1,5 Grad Erwärmung werden demnach 8 Prozent der Pflanzen mehr als die Hälfte ihres Verbreitungsgebiets verlieren, bei 2 Grad Erwärmung seien es 16 Prozent. Bei Wirbeltieren seien es entsprechend 4 und 8 Prozent.

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