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Tuesday, 14. April 2026
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Blu-Ray Report – «Julie & Julia» von Nora Ephron 

Im August 2002 startete Julie Powell in New York einen Blog, mit dem sie den Versuch unternahm, sämtliche Rezepte aus Julia Childs Kochbuch «Mastering the Art of French Cooking» innerhalb eines Jahres zu kochen. Der Blog war ein Volltreffer, sodass Powell ein Buch über dieses Projekt schrieb, das dem vorliegenden Film als Grundlage diente. Das Drehbuch stützte sich zusätzlich auf Julia Childs Autobiografie «My Life in France». 

Die Filmhandlung beginnt im Jahr 1949, als Julia Child (Meryl Streep) mit ihrem Ehemann Paul (Stanley Tucci), der an die Amerikanische Botschaft in Frankreich beordert worden ist, in Paris eintrifft. Die begeisterte Anhängerin der französischen Küche stellt verwundert fest, dass es in englischer Sprache keine Bücher über dieses Thema gibt und beschließt, selbst eins zu schreiben. Dazu muss sie jedoch zunächst Kochunterricht nehmen, denn sie beherrscht nicht einmal die Handgriffe, eine Zwiebel sachkundig zu schälen.

Ein paralleler Handlungsstrang zeigt, wie Julie Powell (Amy Adams) ein halbes Jahrhundert später in New York im Internet Childs Rezepte kocht und kommentiert.

Der Streifen ist eine Liebeserklärung an die französische Gastronomie. Die Regisseurin Nora Ephron zeigt die leckeren Gerichte nicht nur stilvoll und appetitanregend – wobei Stephen Goldblatts Kamera sie großartig unterstützt – sondern spornt ihr Schauspielensemble gekonnt dazu an, die Speisen in bester Stimmung vorzubereiten und zu verzehren. Meryl Streep stellt dabei wieder einmal ihr Talent als superbe Komödiantin unter Beweis. Sie wächst körperlich über sich hinaus (Julia Child war 188 Zentimeter groß), und fachsimpelt mit hochdramatischer Sopranstimme urkomisch über Cordon Bleu und pochierte Eier. 

Ein lobenswerter Zusatz zum Thema stellen die beigefügten Extras dar, drei ausführliche Dokumentationen über Julia Childs Leben und Werk: Im Making-of «Secret Ingredients» äußern sich etliche Beteiligte an der Filmproduktion und sogar Julie Powell höchstpersönlich über ihre Tätigkeit. Meryl Streep gesteht vergnügt, dass sie während des Drehs sieben Kilogramm zugenommen hat. In «Friends and Family Remember Julia Child» zeichnen verschiedene Personen aus ihrem Bekanntenkreis, darunter ein Neffe, ein Koch und ein Fernsehproduzent, ein lebendiges Porträt von ihrem Charakter und ihrem Umgang mit Freunden, Verwandten und Fans. «Julia’s Kitchen» findet in ihrer perfekt erhaltenen Küche statt. Bekannte, Familienangehörige und Kollegen aus dem Gastronomie-Bereich plaudern von ihren Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Köchin. Besonders interessant sind dabei Archivaufnahmen von Childs Fernsehauftritten, in denen sie ausgesuchte Rezepte kocht.   

Film und Bonusmaterial wurden mit Sachkenntnis und Begeisterung an der Thematik erarbeitet. Sie richten sich nicht nur an Kochkunstexperten, sondern in erster Linie natürlich an Fans und Nostalgiker von Julia Child sowie an Feinschmecker im Allgemeinen, was ein überaus breites Publikum ausmacht. Das hohe künstlerische Niveau, das die Produktion erreicht, ist schon einmal ein Grund, die Platte wärmstens zu empfehlen.

«Julie & Julia», USA, 2009 

Regie: Nora Ephron 

Produktion: Nora Ephron, Laurence Mark, Erik Steel, Amy Robinson 

Drehbuch: Nora Ephron 

Kamera: Stephen Goldblatt 

Ton: Ron Bochar 

Schnitt: Richard Marks 

Musik: Alexandre Desplat 

Mit Meryl Streep, Amy Adams, Stanley Tucci, Chris Messina u. a.  

Spieldauer:  2 Stunden 3 Minuten

Bild: ***

Ton: ***

Darbietung: **** 

Extras: ****

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