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Thursday, 12. March 2026
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Zum 125. Geburtstag von Clärenore Stinnes

Die Frau, die der Welt davonfuhr

Clara Eleonore Stinnes, conocida como Clärenore Stinnes, fue una piloto de carreras alemana que ganó diecisiete competiciones y fue la primera mujer en dar la vuelta al mundo en automóvil.

Am 21. Januar 1901 wurde in Mülheim an der Ruhr eine Frau geboren, die später das tat, was man Frauen damals nicht zutraute: Sie fuhr einfach los. Und hörte erst wieder auf, als sie einmal um die Welt gereist war. Clärenore Stinnes, Tochter des Industriellen Hugo Stinnes, schrieb Geschichte – nicht mit Feder und Tinte, sondern mit Lenkrad, Landkarte und einer gehörigen Portion Trotz. 

In den 1920er Jahren galt Autofahren für Frauen als sportliche Extravaganz, Fernreisen als männliches Abenteuer. Eine Weltumrundung im Auto? Undenkbar. Genau deshalb tat Clärenore Stinnes es. 1927 startete sie in Frankfurt am Main gemeinsam mit 

dem schwedischen Kameramann Carl-Axel Söderström in einem serienmäßigen Adler Standard 6. Kein GPS, keine befestigten Straßen, keine Tankstellen im Nirgendwo. Stattdessen Wüsten, Dschungel, Schneestürme, politische Unruhen und immer wieder Motorschäden – die sie selbst reparierte. Was folgte, war eine Reise durch 23 Länder, über fünf Kontinente, durch 

die Sahara, Sibirien und die Anden. Drei Jahre dauerte die Fahrt. Sie überquerte Ozeane per Schiff, schleppte ihr Auto über Pässe, verhandelte mit Grenzbeamten und trotzte Krankheiten, Kälte und Hitze. Am 24. Juni 1929 kehrte sie zurück – als erste Person, die die Erde mit einem Automobil umrundet hatte. 

Eine Sensation. Und doch keine, die lange gefeiert wurde. Denn Clärenore Stinnes passte nicht ins Bild ihrer Zeit. Sie war reich, unabhängig, abenteuerlustig und entschlossen, sich weder zu rechtfertigen   noch aufhalten zu lassen. Ruhm interessierte sie weniger als Freiheit. Nach der Reise zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück, lebte später in Schweden und starb 1990 – erstaunlich leise für eine Frau, die so laut Geschichte geschrieben hatte. 

Heute, 125 Jahre nach ihrer Geburt, in einer Zeit, in der Mobilität, Selbstbestimmung und das Überschreiten von Grenzen neu verhandelt werden, erinnert sie daran, dass Fortschritt oft mit Mut beginnt – und manchmal einfach damit, den Motor zu starten und loszufahren.

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