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Saturday, 31. January 2026
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160 Jahre lutherische Kirche in La Unión

Von den ersten deutschen Einwanderern zur lebendigen Gemeinde

La Iglesia Luterana de La Unión vuelve la mirada a una historia llena de cambios, marcada por múltiples nuevos comienzos, grandes desafíos y un fuerte compromiso de sus miembros. Su desarrollo refleja no solo la vida eclesial, sino también la historia de la inmigración alemana en el sur de Chile

Das Kirchengebäude der «Iglesia Luterana de La Unión del Espíritu Santo»

Die lutherische Kirche in La Unión erlebte mehrere Anläufe der Gemeindearbeit. Deshalb spricht man von einer ersten Gründung, die weniger ein konstitutives Ereignis war als vielmehr eine Reaktion auf die Ankunft deutscher Einwanderer in der Region La Unión und Río Bueno.

Am 16. Januar 1866 schlossen sich die deutschen evangelischen Christen als Gemeinschaft zusammen und wurden der Kirche von Osorno angegliedert. Aus dieser Perspektive betrachtet feiert die Gemeinde der «Iglesia Luterana de La Unión del Espíritu Santo» ihr 160-jähriges Bestehen.

Damals wurden 15 Familien aus La Unión und zwei aus Río Bueno in die Kirche von Osorno aufgenommen. Dies ermöglichte gelegentliche Gottesdienste sowie seelsorgerliche Betreuung.

Die Gemeinde vor dem Altar

Im Jahr 1880 wurde diese Regelung jedoch gegenstandslos, da der Pastor aufgrund seiner hohen Belastung in der Gemeinde und an der Deutschen Schule in Osorno die Region nicht länger betreuen konnte.

Seelsorge aus Valdivia und Osorno

In der Folge übernahmen Pastoren aus Valdivia, zunächst Pastor Schmidt, seelsorgerliche Aufgaben. Sie begleiteten die Gemeinde bei wichtigen Lebensereignissen, etwa bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, und hielten Gottesdienste ab.

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland ermutigte später Pastor Daniel Weil, die Arbeit wieder von Osorno aus aufzunehmen und die Deutsche Schule zu verlassen. In dieser Phase wurde die Gemeindearbeit gemeinsam von Pastor Friedrich Geest aus Valdivia und Pastor Weil aus Osorno getragen.

Pastor Alexis Salgado hält den Gottesdienst.

Neugründung und Bau der ersten Kapelle

Einen entscheidenden Schritt stellte die erneuerte Gründung der Gemeinde La Unión am 28. Oktober 1900 dar. Pastor Albert Schneider gelang es, die Gemeinde als Filialgemeinde von Valdivia neu zu etablieren. 38 Personen wurden als Mitglieder aufgenommen.

Diese Zeit war von Schwierigkeiten geprägt: Es gab keinen eigenen Gottesdienstraum, weshalb ein Schulraum angemietet wurde, der auch für Turnübungen genutzt wurde. Zudem war die Beteiligung an den Gottesdiensten gering.

Im Jahr 1904 begann schließlich der Bau einer Kapelle, die am 24. September 1905 eingeweiht wurde und Platz für 200 Personen bot. Im Mai 1906 trat die Gemeinde der «Sínodo de Chile» (später ILCH) bei. 1916 erhielt sie die Rechte einer Körperschaft.

Helmuth Scheel, Pastor Alexis Salgado, Bischof Esteban Alfaro, Delia Bustos, Johanna Gallmetzer und Bianka Boettcher

Jubiläen 

1919 beantragte die Gemeinde Valdivia die Übertragung der Gemeinden La Unión und Río Bueno an die Pfarrei Osorno. Die Mitglieder stimmten diesem Schritt zu.

Im Oktober 1925 feierte die Gemeinde ihr 25-jähriges Bestehen, betreut von Pastoren aus Osorno.

Ab 1936 begann der in der Region sehr geschätzte Pastor Karl Steybe, die Gemeinde regelmäßig zu besuchen. Ihm fiel es zu, 1950 das 50-jährige Jubiläum zu feiern.

Eigenständigkeit und Neubau der Kirche 

Die Gruppe der Konfirmanden 

Nach Recherchen und Angaben von Autorin Rosemarie Thomsen wurde im Juli 1962 ein Vorstand gewählt, der sich den Bau eines Pfarrhauses zum Ziel setzte, um einen eigenen Pastor gewinnen zu können. Die Betreuung durch Osorno war inzwischen kaum noch zu bewältigen.

Nach dem Richtfest konnte das Haus bereits Ende Oktober bezogen werden. Es folgte der Bau einer neuen Kirche.

Am 17. Juli 1966 wurde die neue Kirche in La Unión eingeweiht. Zugleich stellte Propst (Bischof) Tute den ersten eigenen Pastor der Gemeinde vor: Adolf Hübner.

Ein lebendiges Gemeindeleben – trotz finanzieller Sorgen

Mit Pastor Hübner begann ein eigenständiges Gemeindeleben. Von La Unión aus wurden nun auch die Lutheraner in Río Bueno und Paillaco betreut. Gottesdienste fanden wöchentlich in La Unión, alle drei Wochen in Paillaco und alle vier Wochen in Río Bueno statt.

Diese Jahre waren von gut besuchten Gottesdiensten, jedoch auch von großen finanziellen Schwierigkeiten geprägt. Pastor Hübner blieb sechs Jahre im Amt und trat 1972 zurück. Sein Nachfolger wurde Pastor Rudolf Tober.

Helmuth Scheel (Mitte) erhält eine Anerkennung für sein großes Engagement (auf dem Foto mit Pfarrer Alexis Salgado, Bianka Boettcher, Vorsitzende der Gemeinde, Delia Bustos, Schatzmeisterin, und Astrid Oppliger.

Krisen, Auflösung und Neubeginn 

Es folgte eine Übergangszeit. Ab 1974 verlor die Gemeinde ihre Unabhängigkeit und wurde erneut der Gemeinde Osorno angegliedert. Die ILCH beschloss die Auflösung der Gemeinde, da sie das Gehalt eines Pastors nicht mehr tragen konnte. Pastor Tober kehrte nach Deutschland zurück.

Die regelmäßige Feier der Gottesdienste wurde daraufhin von Pastor Richard Wagner übernommen. Sechs Jahre später reorganisierte sich die Gemeinde erneut als unabhängige Gemeinschaft und berief den jungen Pastor Siegfried Sander. Er lebte ein Jahr im Pfarrhaus. Aufgrund der finanziellen Lage beschlossen die Vorstände von La Unión und Osorno, dass der Pastor nicht länger in La Unión wohnen sollte, sondern nach Osorno
umziehen und weiterhin Besuche in La Unión, Río Bueno, Paillaco und Chamiza durchführen sollte.

Im Jahr 1991 übernahm Pedro Puentes die seelsorgerliche Betreuung der Gemeinde. Im folgenden Jahr übergab Pastor Puentes die Gemeinde an einen Pastor aus Santiago, der elf Jahre hier tätig war.  Pastor Juan Wehrli Romo betreute die Gemeinde von Santiago aus; es war eine sehr bewegte Zeit und das Gemeindeleben wurde spürbar aktiver und lebendiger.

Erneuerung und Öffnung seit 2003

Seit dem Jahr 2003 wird die Gemeinde von Pastor Alexis Salgado betreut, der bis heute im Amt ist. Er war zuvor in Osorno tätig und übernahm die Betreuung der Gemeinden La Unión und Río Bueno, die zu jener Zeit keinen eigenen seelsorgerlichen Dienst mehr hatten und sich der Kirche in La Unión angeschlossen hatten. Seitdem konnten wöchentliche Gottesdienste gefeiert werden, und es entwickelte sich eine zunehmend offene, engagierte Gemeinde mit dem Wunsch, ihre Arbeit fortzusetzen und weiter auszubauen..

Quelle und Fotos: Iglesia Luterana de La Unión del Espíritu Santo

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