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Monday, 9. March 2026
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Zum 1950. Geburtstag Kaiser Hadrians

Reisender Herrscher und großer Bauherr Roms

Adriano sigue siendo uno de los emperadores romanos más fascinantes y complejos. Político, viajero y gran constructor, aseguró la estabilidad del Imperio durante generaciones y dejó monumentos como el Panteón y su imponente Villa en Tívoli. Recordado como gobernante amante de la paz, fue al mismo tiempo un estratega implacable y un duro perseguidor de los judíos.

Über Hadrian wird bis heute viel geschrieben, weil er zugleich Politiker, Reisender, Bauherr, Kulturfreund und eine ungewöhnlich menschliche Herrscherfigur war – nicht nur ein Feldherr, sondern ein Gestalter und Bewahrer eines Weltreiches. Die französische Autorin Marguerite Yourcenar (1903-1987) veröffentlichte 1951 mit ihrem Hadrian-Roman «Ich zähmte die Wölfin – Die Erinnerungen des Kaisers Hadrian» einen Weltbestseller, der sich erstaunlich genau an die historischen Quellen hält. Typische Züge des späteren Weltenherrschers findet Yourcenar schon in dessen Kindheit: Hadrians Bodenständigkeit  –  er informierte sich jahrelang vor Ort, was im Reich passierte –, seine Liebe zur Natur und sein Hang zum Irrationalen – er glaubte an die Astrologie.

Politische Laufbahn

Publius Aelius Hadrianus kam am 24. Januar 76 wahrscheinlich in Rom zur Welt. Seine Eltern stammten aus Italica in der römischen Provinz Hispanien. Nach dem frühen Tod der Eltern übernahmen sein Großonkel Trajan und der Ritter Acilius Attianus die Vormundschaft.

Als Jugendlicher hielt sich Ha-drian längere Zeit in der Heimat seiner Familie auf und erhielt dort eine militärische Ausbildung. Bald begann er die klassische senatorische Laufbahn. Mit 18 Jahren bekleidete er sein erstes Amt als Mitglied des «Zehnmännergerichts», später folgten weitere Aufgaben im Staatsdienst.

Er diente anschließend als Militärtribun bei mehreren Legionen in Pannonien, Moesien und am Rhein. Während dieser Zeit näherte er sich seinem Verwandten Trajan an, der nach der Adoption durch Kaiser Nerva im Jahr 98 die Herrschaft übernahm.

Hadrian begleitete Trajan auf dessen Feldzügen gegen die Daker und bekleidete danach hohe zivile und militärische Ämter. Als Statthalter verwaltete er unter anderem Niederpannonien, eine römische Grenzprovinz in Südosteuropa. Zugleich entwickelte er eine tiefe Begeisterung für die griechische Kultur und hielt sich mehrfach in Athen auf, wo er sogar das Amt eines Archonten, eines hohen Beamten, übernahm.

Adoption und Machtübernahme

Die Nachfolge Trajans blieb lange unklar. Als der Kaiser im August 117 auf der Rückreise aus dem Partherkrieg starb, erreichte Hadrian die Nachricht, er sei kurz zuvor adoptiert worden. Ob die Adoption tatsächlich noch zu Lebzeiten Trajans erfolgte, ist bis heute umstritten.

Hadrian ließ sich daraufhin von den in Syrien stationierten Legionen zum Imperator ausrufen. Der Senat akzeptierte schließlich die neue Machtlage, doch kursierten weiterhin Gerüchte über Intrigen und politische Abrechnungen. Mehrere hochrangige Senatoren wurden wegen angeblicher Verschwörungspläne hingerichtet.

Sicherung des Reiches statt Expansion

Während Trajan das Reich auf seine größte Ausdehnung geführt hatte, setzte Hadrian auf Konsolidierung. Er gab einige neu eroberte Gebiete im Osten wieder auf und zog die Reichsgrenze an den Euphrat zurück. Statt Expansion verfolgte er eine defensive Sicherungspolitik.

Gleichzeitig musste er Aufstände in verschiedenen Regionen niederschlagen lassen. Nach seiner Rückkehr nach Rom im Jahr 118 gewann er durch großzügige Geldspenden, Schuldenerlasse und soziale Maßnahmen rasch die Unterstützung der Bevölkerung. Auch die Erinnerung an Trajan wurde bewusst gepflegt, um die eigene Herrschaft zu legitimieren.

Der Kaiser auf Reisen

Nach einigen Jahren in Rom begann Hadrian 121 eine ausgedehnte Inspektionsreise durch das Imperium. Von seinen insgesamt 21 Regierungsjahren verbrachte er etwa die Hälfte außerhalb der Hauptstadt.

Sein Hauptaugenmerk galt der militärischen Sicherung der Grenzen. In Britannien ließ er den berühmten Hadrianswall errichten, um die Nordgrenze des Reiches zu stabilisieren. Auch in Afrika und entlang der Donau wurden Befestigungen ausgebaut.

Neben militärischen Maßnahmen förderte Hadrian den zivilen Ausbau der Provinzen. Städte erhielten Privilegien, Bauprojekte wurden finanziert, und lokale Eliten enger in die römische Verwaltung eingebunden. Seine Reisen führten ihn quer durch Europa, Kleinasien, den Nahen Osten und Nordafrika.

Während einer Nilreise im Jahr 130 ertrank sein enger Vertrauter Antinoos. Der erschütterte Kaiser ließ ihn vergöttlichen und in zahlreichen Städten des Reiches verehren.

Der Bar-Kochba-Aufstand

In Judäa kam es im Jahr 132 unter Kaiser Hadrian zu einem schweren Aufstand gegen die römische Herrschaft. Gründe dafür waren unter anderem seine Pläne, in Jerusalem eine römische Stadt mit einem Tempel für den Gott Jupiter zu errichten, sowie Einschränkungen jüdischer religiöser Bräuche.

Der Aufstand unter der Führung von Simon Bar Kochba entwickelte sich zu einem langen und sehr verlustreichen Krieg. Erst im Jahr 135 siegten die Römer endgültig. Große Teile des Landes wurden zerstört, Jerusalem wurde als römische Kolonie mit dem Namen Aelia Capitolina neu aufgebaut, und Juden durften die Stadt weitgehend nicht mehr betreten. Die Provinz erhielt außerdem den neuen Namen Syria Palaestina.

Viele Historiker sehen dieses harte Vorgehen als einen besonders grausamen Abschnitt seiner Herrschaft.

Erneuerer und Bewahrer des Römischen Weltreiches

Hadrian stellte seine Regierung in die Tradition des Augustus und verstand sie als Phase der Erneuerung des Reiches. Münzprägungen betonten Tugenden wie Frieden, Eintracht und Gerechtigkeit. Ziel war die Wiederherstellung stabiler Verhältnisse im gesamten Imperium.

Auch bedeutende Bauwerke wurden erneuert, darunter das Pantheon in Rom, das nach einem Brand neu errichtet wurde und bis heute zu den beeindruckendsten Bauleistungen der Antike zählt.

Die letzten Regierungsjahre verbrachte Hadrian überwiegend in Italien. Seine prachtvolle Villa bei Tivoli zeugt noch heute von seinem architektonischen und kulturellen Interesse.

In seinen letzten Lebensmonaten litt der Kaiser unter schweren gesundheitlichen Problemen. Die Regierungsgeschäfte überließ er zunehmend seinem adoptierten Nachfolger Antoninus Pius. Am 10. Juli 138 starb Hadrian im Badeort Baiae bei Neapel.

Sein monumentales Grabmal in Rom, die heutige Engelsburg, erinnert noch immer an einen Herrscher, der weniger als Eroberer denn als Organisator und Bewahrer eines Weltreiches in die Geschichte einging.

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