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martes, 3. octubre 2023
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Porträt – Rodrigo Böttger

Trainer der Faustball-Nationalmannschaft

Als Sportler weltweit für Chile unterwegs

Rodrigo Böttger führte als Trainer die chilenische Faustball-Nationalmannschaft zum fünften Platz bei der Weltmeisterschaft im Juli in Mannheim. Dies war für Chile der bisher beste Platz, seit das Land an der WM teilnimmt. Der Projektplanungs- und Controlling-Manager bei dem Unternehmen Billund Aquaculture Chile in Puerto Montt war selbst 15 Jahr als Faustballspieler der chilenischen Nationalmannschaft aktiv.

«Zu den besten Erfahrungen, die ich je als Sportler gemacht habe, gehören zweifellos die Spiele, bei denen ich mein Land vertreten durfte – sei es bei den Weltmeisterschaften, Worldgames oder bei den Südamerikanischen Faustball-Meisterschaften», erklärt Rodrigo Böttger.  Die weltweit wichtigsten Ereignisse im Faustball sind die Weltmeisterschaften und die Worldgames, sagt der Sportler: «In beiden Wettbewerben wird der Faustball unterschiedlich gelebt. Bei den Weltmeisterschaften geht es vor allem um den Faustball in der Umgebung, unser Sport steht im Mittelpunkt. Bei den Worldgames hingegen ist es wie bei den Olympischen Spielen, wir vertreten unser Land  zusammen mit anderen Athleten des Teams Chile und es ist viel massiver.»

Während seiner aktiven Zeit als Faustballnationalspieler nahm Rodrigo an vier Faustball-Weltmeisterschaften teil, bei denen seine Mannschaft jedes Mal einen sechsten Platz errang: in Deutschland 2007, in Österreich 2011, in Argentinien 2015 und in der Schweiz 2019. Bei den World Games in Cali 2013 kamen die Chilenen auf den fünften Platz, ebenso in Wroclaw 2017; in Alabama im Jahr 2022 wurde es der sechste Platz.

Rodrigo spielte bei mehreren Südamerikanischen und Panamerikanischen Meisterschaften mit: Die Chilenen wurden zwei Mal Südamerika-Meister – die einzigen Male in der Geschichte des Faustballsport Chiles.

Seit einem Jahr engagiert sich der 39-Jährige nicht mehr als Spieler, sondern als Trainer im Faustball. Es erfülle ihn mit besonderem Stolz, dass Chile zum ersten Mal den fünften Platz bei einer WM in Mannheim in diesem Jahr erreicht habe:  «Der Unterschied besteht darin, dass ich es jetzt anders empfinde, da ich es nach 15 Jahren als Spieler jetzt als Trainer erlebe.»

Während seiner Spielerlaufbahn hat er auch immer sehr engagiert im chilenischen Faustballverband (FChF) mitgearbeitet und befindet sich derzeit in seiner zweiten Amtszeit als FChF-Präsident. Außerdem absolvierte der Faustballer eine Ausbildung zum internationalen Schiedsrichter, von denen aktuell nur er und zwei weitere aus Chile stammen. Vor vier Jahren übernahm Rodrigo das Amt des Direktors der IFA (International Fistball Association), eine Position, die gerade für eine weitere Amtszeit verlängert wurde.

Der Sport hat für Rodrigo von Kind an eine große Rolle gespielt: «In der Schule war ich schon in jungen Jahren sehr sportlich und habe viele verschiedene Sportarten ausgeübt: Fußball, Basketball, Leichtathletik, Turnen, aber mein Lieblingssport war ohne Zweifel Volleyball.»

Der Deutsch-Chilene ist in Santiago geboren und als Kind mit seiner Familie nach Puerto Montt umgezogen. Dort ging er auf die Deutsche Schule und nahm in der neunten Klasse an einem dreimonatigen Schüleraustausch nach Flensburg teil. Nach dem Schulabschluss begann sein Studium der «Ingeniería Civil Industrial» an der Universidad Técnico Federico Santa María in Santiago. Während der Studienzeit verbrachte er ein Semester an der Leibniz Universität Hannover und absolvierte anschließend ein halbjähriges Praktikum in der Hauptstadt Niedersachsens.

Wichtig für seine Sportlaufbahn war auch die Mitgliedschaft bei der Burschenschaft Araucania: «Ich wurde deswegen Mitglied beim Club Manquehue und habe angefangen, Faustball zu spielen.»

Seine berufliche Karriere habe ihm auch bei seiner Arbeit als Trainer genützt. Rodrigo hat ein Diplom in Betriebswirtschaft und Strategie und arbeitet als Projektplanungs- und Kontrollmanager bei Billund Aquaculture Chile in Puerto Montt. Seine Studien- und Berufserfahrung habe ihm «als Coach insbesondere bei Themen wie Teamführung, Kommunikation, Statistik, Planung oder Kontrolle des Prozesses geholfen».

Aufgrund der Arbeit ist er mit seiner Frau Lorena, seinem Sohn Oliver und seiner Tochter Rafaela vor drei Jahren nach Llanquihue, in den Süden Chiles zurückgezogen. Seitdem spielt er für den Club Gimnástico Alemán von Llanquihue.

Auch privat hat ihn der Faustball geprägt: «Dank dieser Sportart habe ich viele Länder und Freunde auf der ganzen Welt kennengelernt, habe meine Freundin aus der Schule wiedergetroffen und sie ist nun meine Frau.»

Für die Familie sei der Sport in vielerlei Hinsicht wichtig: «Meine Frau Lorena spielt Faustball und Volleyball. Durch die gemeinsamen Aktivitäten und Interessen haben wir es geschafft, uns gegenseitig zu unterstützen und eine Balance zwischen Familie, Arbeit und Sport zu finden.»

Die Jüngste der Familie, die fünfjährige Rafaela, habe noch kein Interesse am Faustball gezeigt, sei aber bereits eine gute Turnerin. Das «Faustball-Gen» scheint aber sein siebenjähriger Sohn Oliver geerbt zu haben, wie Rodrigo stolz berichtet: «Er ist der Faustball-Enthusiast der Familie und beweist trotz seines jungen Alters bereits sehr gute sportliche Fähigkeiten.»

Foto: Sebastián Ruhe

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