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martes, 31. enero 2023
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Spezialausgabe AVANCES ÓPTICOS – Optik-Experten in Chile – Weniger digitaler Sehstress durch beschichtete Brillen

Christian Dressel und Andrea Couso leiten die Óptica Alemana. Der Optikbetrieb wurde vor 59 Jahren in Puerto Montt gegründet. 1975 kam das Geschäft in Osorno und 2017 das in Valdivia dazu. Unterneh-
mensgründer Dieter Dressel-Müncke und seine Frau Laura, die heute im Ruhestand sind, kamen von Santiago in den Süden Chiles, um das Geschäft aufzubauen. Dieter Dressel absolvierte bei Zeiss in Deutsch-
land eine Ausbildung zum Optiker.

Weltweit tragen immer mehr Menschen eine Brille. Das merken auch Optikbetriebe in Chile. Woran liegt das und was hat die Optikbranche in den letzten Jahren geprägt? Der Cóndor befragte die Optiker Christian Dressel und Oscar Heck sowie den Großhändler für optische Geräte Rolando Michael.

Dank der Fortschritte im Gesundheitswesen ist die Lebenserwartung gestiegen und damit auch die Zahl der älteren Menschen, die eine Brille brauchen. Das sei ein Grund für die steigende Zahl von Brillenträgern, stellt Christian Dressel fest. Eine weitere Ursache sieht der Optiker aus Osorno in der «übermäßigen Nutzung digitaler Geräte wie Mobiltelefone, Bildschirme aller Art und Lichter, die für die Sehgesundheit schädlicher sind». Darum seien immer mehr Kinder kurzsichtig: «Dies ist ein weltweites Problem, denn es gibt Länder, in denen bereits mehr als 80 Prozent der Kinder eine Brille tragen. Die elektronischen Geräte und Bildschirme ermüden die Augen, und es kann sogar die Netzhaut geschädigt werden.»

Es sei enorm wichtig, sich von Zeit zu Zeit auszuruhen, damit sich die Augen nicht die ganze Zeit auf eine kurze Distanz konzentrieren. Er fügt hinzu: «Es ist daher auch notwendig, einfach mal in die Ferne zu schauen, damit der Muskel nicht ständig unter Spannung steht.»

«Wenn man täglich viele Stunden vor Computer-, Fernseh- und Handybildschirmen sitzt, schadet das dem Sehvermögen enorm», warnt auch Rolando Michael. Er und Oscar Heck weisen darauf hin, «dass Brillengläser mit einer Antireflex- und einer Blaulichtfilter-Beschichtung die Wahrscheinlichkeit reduzieren, eine Verschlechterung des Sehvermögens zu erleiden».

Wie wirkt sich die vermehrte Internet-Nutzung aus?

Für Rolando Michael ist das Internet als Großhändler, der Produkte an Optiker verkauft, sehr nützlich. Während der Pandemie verschickte er eine Übersicht von Bildern der verschiedenen Modelle: «So war es für meine Kunden viel einfacher, ihre Bestellungen für Ersatzwaren aufzugeben.»

Den Online-Handel sehen Christian Dressel und Oscar Heck noch nicht als Konkurrenz an. «Damit eine Brille bequem sitzt, muss man verschiedene Fassungen anprobieren, wie es bei Schuhen der Fall ist», meint Christian Dressel. «Man muss die Fassung der Brille sehen und sie eventuell anpassen. Wir hatten aber auch Produkte, die während der Pandemie online angeboten wurden.»

Was bedeutete die Pandemie für die Optiker?

Auch 2022 sind Brillen mit dünnen Metallrahmen nicht wegzudenken: Die zarten Fassungen sehen edel aus und schmiegen sich perfekt ans Gesicht an, ohne aufdringlich zu wirken. 
Fotos: privat

Da Optikgeschäfte wie Apotheken zu Gesundheitseinrichtungen gezählt werden, konnten sie die meiste Zeit während der Pandemie öffnen.  Daher sei auch der Nachfragestau gering, wie die drei
Unternehmer festgestellt haben. 

«Vor allem in den ersten Monaten, als die Optikläden in den großen Einkaufszentren aufgrund der Restriktionen geschlossen bleiben mussten, gingen die Kunden mit ihren Genehmigungen zu den Optikerläden an der Straße, wie im Fall unserer Óptica Alemana in Osorno und Puerto Montt», erklärt Christian Dressel. «Man kann also sagen, dass wir praktisch keinen Nachholbedarf hatten, ebenso wie die privaten und staatlichen augenärztlichen Zentren, so dass wir auch aus diesem Grund im Jahr 2020 nicht weniger Publikum hatten.»

Oscar Heck erwähnt, dass sogar das Parlament und
die Regierung gewährten Auszahlung der AFP dazu führte, dass mehr Brillen gekauft wurden und die Umsätze gestiegen seien.

Wie hat sich die Markt-macht von Ketten in Chile entwickelt?

Der Marktanteil der Optikerketten in Chile betrage 50 Prozent, so Christian Dressel. «Ketten sind leider sehr stark in den chilenischen Markt eingetreten, weil Chile für den Außenhandel offen ist, aber nicht in andere nahe gelegene Länder.» Er erläutert: «Ketten wie GMO, Place Vandome und Econoopticas sind heute zu 50 Prozent im Besitz desselben Eigentümers, und auch Rotter & Kraus war von einer europäischen Wirtschaftsgruppe (Luxotica) aufgekauft worden, doch nach zweijährigen Ermittlungen entschied die nationale Wirtschaftsstaatsanwaltschaft, dass die Essilor-Luxottica-Grup-
pe den Kauf rückgängig machen müsse, da die Ketten sonst 75 Prozent des Marktes auf sich vereinigen würden. So kehrte Rotter & Kraus zur Hall-Gruppe (niederländischer Investmentfonds) zurück.» Jetzt seien die Ketten, mit Ausnahme von Optik Schilling und einiger regionaler Optiker, alle in den Händen von Ausländern. Folge sei, so Dressel: «Das Geld fließt aus Chile heraus.»

Rolando Michael hat in letzter Zeit bemerkt, dass einige Ketten in Städten Läden
eröffnen, in denen  sie zuvor nicht vertreten waren.

Oscar Heck sieht für Óptica Heck in Chillán noch keine Konkurrenz durch die Ketten: «Es ist immer noch üblich, dass man jahrelang zum gleichen Optiker geht. In mein Geschäft kommen mehrere Generationen weiterhin zu uns – Großeltern, Kinder und sogar die Enkel.» Außerdem bieten die Optikerketten in Chile keinen Kundendienst an: «Dienstleistungen, wie zum Beispiel, das Glas anzupassen, eine Schraube einzusetzen oder eine Wartung durchzuführen, tragen im Laufe der Zeit dazu bei, die Kundenbindung aufzubauen und zu festigen.»

Welche Modelle sind zurzeit aktuell? 

Rolando Michael stellt fest: «In den letzten drei Jahren sind die Fassungen immer größer geworden. In den 26 Jahren, in denen ich in dieser Branche arbeite, konnte ich feststellen, dass dies zyklisch ist. Das heißt, wir sind von kleinen Modellen ausgegangen und jetzt geht die Tendenz wieder dahin, dass größere Brillen gefragt sind und in einiger Zeit werden es wieder kleinere Modelle sein. Die europäische Mode spielt hier eine wichtige Rolle.» 

Das kann auch Christian Dressel bestätigen. Derzeit seien die angesagtesten Sonnenbrillenmodelle große Fassungen mit Accessoires, Glitzer, Steinen an den Bügeln und auch mit verspiegelten Gläsern, farbigen Gläsern und Gläsern mit Markennamen. 

Oscar Heck betont: «In Chile sind wir spitze, was modische Fassungen angeht. Die Globalisierung und Messen wie Mido in Italien ermöglichen Lieferanten bei Trends auf dem Laufenden zu sein.»

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