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miércoles, 21. febrero 2024
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Interview mit Walton Ojeda, Geschäftsführer von Rodenstock Chile

Produktions-Hub für den lateinamerikanischen Markt

Spezialausgabe – AVANCES ÓPTICOS

Walton Ojeda, der Geschäftsführer von Rodenstock Chile, führte das Unternehmen durch die Zeit der Pandemie. Im Interview berichtet er dem Cóndor über die Herausforderungen und Innovationen im Optikbereich.

Wie hat Rodenstock Chile die Pandemiezeit überstanden und konnten Sie die Lieferketten aufrechterhalten?

2020 war ein sehr schwieriges Jahr. Der Markt schloss von einem Tag auf den anderen. Doch von den Entscheidungen in dieser Zeit waren die wichtigsten, dass wir keine Angestellten des Unternehmens entlassen haben, dass wir in allen Bereichen Einsparungen vorgenommen haben, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, und niemals aufgehört haben, Gehälter zu bezahlen. Das war in einer Zeit, in der uns nicht klar war, was in der Zukunft passieren würde.

Gemeinsam mit der Optikerkammer konnten wir die Regierung davon überzeugen, dass Optikergeschäfte für die Gesundheit unerlässlich sind, sodass sie im Mai – während der Pandemie – begannen, wieder zu öffnen, statt zu schließen.

2021 war ein ganz außergewöhnliches Jahr, denn die Menschen hat-
ten viel Geld zum Ausgeben. Viele arbeiteten im Home-Office, kamen zu virtuellen Tref-
fen zusammen und entschieden sich, eine neue Brille anzuschaffen. 2021 war das Rekordjahr für den Verkauf auf dem chilenischen Markt.

Mitte des Jahres haben wir beschlossen, mehr als 3 Millionen Euro in neue Maschinen zu investieren, um die neue Technologie der B.I.G. Vision auf den Markt zu bringen, und wir können stolz darauf sein, das erste Land in der Welt zu sein, das diese Technologie eingeführt hat. Es war ein Erfolg für das gesamte Team von Rodenstock Chile.

Worin besteht diese Technologie?

Diese Technologie basiert auf zwei Hauptbereichen: Der erste besteht darin, das Auge individuell zu vermessen, das heißt das rechte und das linke Auge, und alle diese Informationen zu übermitteln, um die Brille  herzustellen, eine super angepasste Brille, die als einzige auf der Welt in der Lage ist, diese Technologie in die Fertigung zu übernehmen.

Der zweite Bereich ist der Einsatz der künstlichen Intelligenz: Für jedes von uns hergestellte Brillenglas lernt unsere Datenbank dazu und erreicht so ein nahezu perfektes Sehvermögen, so als hätten wir das Auge jeder Person vermessen.

Gibt es weitere Innovationen, die die Qualität des Sehens verbessern können?

Heute ist die B.I.G-Vision-Technologie marktführend, und ich kann mir vorstellen, dass wir bald weitere Fortschritte machen werden, an deren Einführung wir in den nächsten Jahren arbeiten.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung des Marktes?

Es wird viel über das  Thema Metaverse gesprochen (ein digitaler Raum, der durch das Zusammenwirken virtueller, erweiterter und physischer Realität ent-
steht). Dieser wird unser Leben verändern, unsere Sicht der Dinge wird sich ändern, und darauf müssen wir vorbereitet sein.

Gibt es neue Projekte bei Rodenstock?

Rodenstock Chile hat einen Produktions-Hub für den lateinamerikanischen Markt eingerichtet. Jetzt exportieren wir nach Kolumbien, Panama, Mexiko, in die Vereinigten Staaten und nach Kanada, was unser großes Projekt ist.

Anfang dieses Jahres kaufte das Unternehmen Indo, eine spanische Marke, die im Bereich der Gesundheit für das Auge und vor allem bei der Myopie-Aus-
breitung, die in Asien sehr stark ist und in Europa beginnt, sehr fortschrittlich ist. 

Welche Meilensteine würden Sie in der langen Geschichte von Rodenstock hervorheben?

In diesem Jahr haben wir unser 70-jähriges Bestehen in Chile gefeiert, was uns sehr stolz macht, denn wir sind ein großartiges Team mit viel Erfahrung, dessen Hauptziel es ist, den Menschen das perfekte Sehen zu ermöglichen.

Die Fragen stellte Silvia Kählert.

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