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sábado, 13. abril 2024
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«Das letzte Duell» von Ridley Scott

Blue-Ray Report

Die Handlung beginnt mit dem Duell, das am 29. Dezember 1386 in Paris zwischen den Rittern Jean de Carrouges und Jacques Le Gris ausgetragen wurde. De Carrouges Ehefrau Marguerite hatte Le Gris beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben, was dieser abstritt. Ein Gottesgericht soll nun entscheiden, wer die Wahrheit sagt. 

Es folgen drei Rückblenden, in denen die Vorkommnisse, die zum Duell führen, aus der Sicht von de Carrouges, Le Gris und Marguerite gezeigt werden.  Die Fakten sind jedes Mal die gleichen: Le Gris dringt mit einem Täuschungsmanöver in de Carrouges Schloss ein und gesteht Marguerite seine leidenschaftliche Liebe. Sie weicht entsetzt zurück, er wird handgreiflich, sie wehrt sich, es kommt zum Intimverkehr. 

Die Unterschiede zwischen den drei Fassungen sind subtilster Art und finden sich in den Reaktionen Marguerites: Ist sie wirklich  entrüstet über den Ansturm des bösartigen Freiers oder tut sie nur so, als ob und lässt das Unvermeidbare geschehen? Der Gerichtsverhandlung, die zur Zerreißprobe für Marguerite wird, folgt die Fortsetzung des Duells, dem alles, was in Frankreich Rang und Namen hat, beiwohnt, allen voran der König. De Carrouges und Le Gris stürmen hasserfüllt aufeinander los und bieten den Zeugen einen Kampf auf Leben und Tod, der an Brutalität kaum zu übertreffen ist. Von dem Regisseur Ridley Scott ist man zwar gewohnt, dass die Fetzen fliegen, aber wenn es sich dabei um menschliche Gliedmaße handelt wie hier, wird es für den Zuschauer doch etwas mühsam. 

Marguerite wohnt dem Gottesgericht in Ketten gelegt bei. Ihre Chancen stehen fünfzig zu fünfzig: Mit dem Sieg ihres Mannes wäre ihre Ehre gerettet; seine Niederlage dagegen würde bedeuten, dass sie ein falsches Zeugnis abgegeben hat, weswegen sie in dem Fall den Scheiterhaufen besteigen müsste…

Das Filmbild ist blau-weiß und klirrend kalt gehalten. Nicht einmal die Kamine und die zahlreichen Kerzen, die die Innenräume der Burgen heizen und beleuchten, spenden der Szene etwas Wärme. Diese als dramaturgisches Stilmittel eingesetzte eisige Atmosphäre gibt die Platte trefflich wieder. 

Ein besonderes Lob gebührt dem Ton, der als Ausdrucksmittel exquisit ausgearbeitet wurde. Selbst sehr fein nuancierte Geräusche wie fernes Donnerrollen oder ein leiser Nieselregen vermitteln eine rundum verführende Wirkung und überzeugen zweifellos mehr als der dröhnende Krach der zahlreichen Schlachten.   

Der Blu-Ray-Disc liegt eine halbstündige Making-Of-Dokumentation bei, die einen atypischen Bericht abliefert: Kurz vor Drehbeginn im Februar 2020 in Frankreich brach in Europa die Covid-19-Pandemie aus. Regisseur und Mannschaft arbeiteten maskiert, die Schauspieler mussten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, besonders, wenn sie sich zu nahekamen, was in den Kampfeshandlungen unvermeidlich war. 

Bewundernswert ist die Leistung von Altmeister Ridley Scott, der mit seinen 81 Jahren wie ein Mittvierziger auftritt. Er arbeitet jede Szenenfolge präzise aus, erklärt genau, was er beabsichtigt, lässt die Darsteller proben und läuft dabei unermüdlich auf dem Schauplatz umher. Beim Beobachten dieses Energiebündels begreift man, weshalb der Film trotz seiner zweieinhalbstündigen Spieldauer stets den Rhythmus hält, nie abflaut und die Aufmerksamkeit des Publikums bis zum Ende nicht nachlässt. 

«The Last Duel», USA, Vereinigtes Königreich 2021. 

Regie: Ridley Scott. 

Produktion: Jennifer Fox, Ridley Scott.

Drehbuch: Ben Affleck, Matt Damon, Nicole Holofcener. 

Musik: Harry Gregson-Williams. 

Kamera: Dariusz Wolski. 

Ton: Oliver Tarney. 

Schnitt: Claire Simpson. 

Mit: Matt Damon, Adam Driver, Jodie Comer, Ben Affleck u. a. 

Spieldauer: 153 Min.

Bild: ***

Ton: *****

Darbietung : ***

Extras : ***  

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