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Wednesday, 15. April 2026
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Porträt – Matthew George

Schulleiter der Sankt Thomas Morus Schule

Bildung als Gemeinschaftsaufgabe

Desde febrero de 2020, Matthew George ha dirigido el Colegio Alemán Sankt Thomas Morus en Chile — un período lleno de desafíos: desde la pandemia de coronavirus hasta la exitosa recertificación como colegio GIB. Con compromiso, pasión por la música y una brújula de valores bien definida, dejó una huella profunda en la comunidad escolar, de la que se despide este mes de julio.

«Die vergangenen fünf Jahre waren sowohl persönlich als auch beruflich unglaublich prägend», erklärt Matthew George beim Rückblick auf diese Zeit, in der er die Sankt Thomas Morus Schule leitete. 

Im Mittelpunkt seines Engagements habe «die Weiterentwicklung des pädagogischen Konzepts gestanden, etwa die Stärkung des ganzheitlichen und selbstständigen Lernens, besonders in der Oberstufe». Es sei als ein besonders großer Erfolg zu werten, dass die Sankt Thomas Morus Schule erfolgreich als GIB-Schule rezertifiziert wurde. Das GIB (Gemischtsprachige Internationale Baccalaureate) ist eine besondere Form des International Baccalaureate (IB), das mehrsprachig beziehungsweise gemischtsprachig ist – also Unterricht auf Deutsch, Englisch und Spanisch beinhaltet.

Zu dem Anerkennungsprozess erklärt der Pädagoge: «Im September 2022 absolvierte unsere Schule eine Bund-Länder-Inspektion der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen – ein bedeutendes Qualitätsverfahren, das deutsche Auslandsschulen regelmäßig durchlaufen. Die Inspektion bewertet zentrale Bereiche wie Unterrichtsqualität, Schulentwicklung und die Umsetzung des deutschen Bildungsauftrags im Ausland. Wir haben erneut das Siegel „Exzellente deutsche Auslandsschule“ erhalten.» Die Auszeichnung, die auch mit Fördermitteln durch die Bundesrepublik verbunden ist, sei eine Anerkennung der gemeinsamen Anstrengungen des Schulteams und ein Meilenstein für die Schule. 

Als eine der größten Herausforderungen während seiner Zeit als Schulleiter sieht er das Meistern der «überwältigenden Anzahl an obligatorischen Unterrichtsstunden» und erklärt:  «Im GIB-Programm absolvieren unsere Schüler bis zu 48 Stunden strukturierten Unterricht pro Woche. Diese starre Struktur ließ wenig Raum für eigenständiges Lernen, kritisches Denken oder eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Stoff, was für sinnvolles Lernen unerlässlich ist.»

Die Pandemie «hat uns alle vor unerwartete Aufgaben gestellt – aber gleichzeitig haben wir dadurch unsere Schulgemeinschaft enger zusammengeschweißt». Matthew George brachte sich in dieser Zeit nicht nur als Organisator und Pädagoge, sondern auch mit seinem Trompetenspiel ein: Er war ein aktiver Teil eines Musik-Projekts, bei dem Schüler, Eltern und Lehrkräfte
gemeinsam in dieser Zeit musizierten. «Das ist für mich Ausdruck von Gemeinschaft. Musik verbindet – gerade in Zeiten der Unsicherheit.»

Gemeinschaft sei für ihn von Anfang an zentral gewesen. «Das Leitbild mit Werten wie Toleranz, Verantwortung und Weltoffenheit war und bleibt ein zentraler Kompass. In den letzten Jahren haben wir noch stärker darauf geachtet, diese Werte im Schulalltag zu leben, etwa durch soziales Engagement oder interkulturelle Projekte. Die Schulgemeinschaft ist gewachsen, nicht nur in Zahlen, sondern auch in ihrem Zusammenhalt. Eltern, Lehrer und Schüler arbeiten heute enger zusammen als je zuvor.»

Aufgewachsen ist der Brite in Birmingham, mit familiären Wurzeln in Liverpool und Irland. Seine Zeit in Deutschland und Großbritannien habe ihm gezeigt, wie bereichernd interkultureller Austausch ist. Außerdem hat er versucht, einige Ansätze einzubringen wie etwa «projektbasiertes Lernen oder die Förderung von Schülerautonomie – Konzepte, die in Europa stark verbreitet sind. Gleichzeitig habe ich aber auch viel von der chilenischen Herzlichkeit und Kreativität gelernt, die unseren Schulalltag so besonders machen».

Erfolge gab es viele, wie George aufzählt: stärkere Kooperationen mit deutschen Universitäten, intensivere Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Deutschen Schulen in Chile und eine wachsende Nachfrage nach Deutschunterricht. Auch habe die Schule den Deutschunterricht als zentralen Baustein des GIB in den vergangenen Jahren gestärkt: «Die Nachfrage ist gestiegen, und viele Schüler nutzen ihre Deutschkenntnisse später für Studium oder Beruf – das erfüllt mich mit besonderer Freude! Jedoch müssen wir noch mehr tun, damit die Schüler und Schülerinnen erfolgreich an dem GIB Programm teilnehmen können, da die Fächer auf Deutsch sehr schwierig für sie sind. Was mir nicht gelungen ist, ist die Einführung von mehr Deutsch in der Grundschule, denn die Schule hängt immer noch an dem Tandemsystem mit zwei Lehrkräften in der Klasse.»

Für ihn als Schulleiter sei wichtig gewesen «eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle entfalten können». Die Unterstützung durch sein Kollegium hat ihn jeden Tag motiviert: «Die Leidenschaft und das Engagement hier waren außergewöhnlich.»

Besonders beeindruckend waren für ihn die Leistungen und Initiativen der Schülerinnen und Schüler: «erfolgreiche GIB-Abschlüsse, aber auch soziales Engagement bei Hilfsprojekten für benachteiligte Gemeinden oder eigene Initiativen wie eine Umwelt-AG, die nachhaltige Veränderungen an der Schule vorangetrieben hat».

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlässt George nun Chile: «Ich nehme die Herzlichkeit, die Gastfreundschaft und die kulturelle Vielfalt dieses Landes mit – das wird mich für immer begleiten.»

Ab August übernimmt er die Leitung einer kooperativen Gesamtschule in Gießen, Hessen. Der Sankt Thomas Morus Schule wünscht er, «dass sie ihren weltoffenen Geist bewahrt und junge Menschen prägt, die neugierig, verantwortungsbewusst und mutig sind sowie ein Ort bleibt, an dem Wissen und Werte gleichermaßen wachsen können».

foto: Silvia Kählert

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