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miércoles, 28. julio 2021
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Chilenische Pflanzensamen im Saatgut-Tresor

Im Jahr 2018 wurde das zehnjährige Bestehen des Weltsaatgutreservats Global Seed Vault gefeiert. Als einzige lateinamerikanische Institution hatte das Nationale Institut für landwirtschaftliche Forschung in Chile (INIA) zu diesem Anlaß Vertreter nach Norwegen gesandt.

Der stellvertretende Direktor, Iván Matus, und der Koordinator der nationalen Programme für genetische Ressourcen und Kulturpflanzen, Fernando Ortega, übergaben bei dieser Gelegenheit Saatgut von 102 Weizensorten, die vom INIA zwischen 1964 und 2017 gesammelt und freigegeben worden waren.

Normalerweise ist die gigantische Bank für Pflanzensamen für die Öffentlichkeit geschlossen und nimmt lediglich neue Einlagen entgegen. Zum zehnten Geburtstag der Einrichtung waren jedoch Vertreter von 23 Saatgutbanken aus aller Welt vor Ort, die mehr als 70.000 neue Pflanzenmuster aus so unterschiedlichen Ländern wie Chile, Costa Rica, Deutschland, Kenia und den Philippinen beisteuerten.

Genetische Ressourcen

INIA untersteht als wichtigste landwirtschaftliche Forschungseinrichtung in Chile dem Landwirtschaftsministerium. Es ist landesweit von Arica bis Magallanes mit zehn regionalen Zentren vertreten, zusätzlich zu technischen Büros und Versuchseinrichtungen in jeder Region. Seine Aufgabe ist es, Wissen und strategische Technologien auf globaler Ebene zu generieren und zu transferieren, um mit innovativen Lösungen die Wettbewerbsfähigkeit des Agrar- und Ernährungssektors zu verbessern.

Als nationaler Kurator für die genetischen Ressourcen Chiles ist das Institut INIA verantwortlich für deren Erhaltung und nachhaltige Nutzung. Es unterhält in seinem Netzwerk von Keimplasmabanken die größte Sammlung von Saatgut und Mikroorganismen, die in der Landwirtschaft des Landes genutzt werden können.

1.250 einheimische Arten

Derzeit verfügt es über mehr als 60.000 Pflanzensamen und 2.000 endemische Mikroorganismen – 60 Prozent davon haben das Potenzial als biologische Schädlingsbekämpfer. In den letzten Jahren ist es dem Institut gelungen, die Zahl der hier vertretenen einheimischen Arten von 1.000 auf 1.250 zu erhöhen. Dies entspricht etwa 25 Prozent der einheimischen Flora.

Außerdem hat INIA historische Produkte wie die Limachino-Tomate, die weiße Nahuelbuta-Erdbeere, den Tumbo (chilenische Passionsfrucht) und die einheimische Paprikaart Locoto vor dem Aussterben bewahrt sowie mit 19 genetischen Verbesserungsprogrammen neue Sorten entwickelt.

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