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Tuesday, 13. January 2026
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Zum 100. Geburtstag von Paul Bocuse 

«Jeder kann kochen»

Cien años de Paul Bocuse, el afamado chef francés, son años de inspiración. Este cocinero excepcional hizo que la cocina fuera más ligera, más divertida, más humana. Y nos enseñó que cocinar puede ser algo divertido, incluso cuando se hace al más alto nivel.

Geboren 1926 in Collonges-au-Mont-d’Or – einem Ort, der seither eine Art Pilgerstätte für Kochlöffel-Gläubige ist – begann Bocuse seine Karriere mit dem, was in französischen Küchen üblich war: viel Hitze, viel Butter. Bocuse wuchs in einer Familienküche auf, in der die Töpfe schwer und die Erwartungen hoch waren. Doch der junge Paul hatte keine Angst vor Größe – im Gegenteil, sie schien ihm ein natürlicher Zustand zu sein. Nach Lehrjahren bei kulinarischen Größen wie Fernand Point fand er früh seine eigene Stimme: eine Küche, die klarer, leichter und ehrlicher war als die buttergetränkten Monumente der traditionellen Haute Cuisine. Mit der Nouvelle Cuisine setzte er ein kulinarisches Beben in Gang, das bis heute nachwirkt.

Legendär wurde er nicht nur durch sein Handwerk, sondern auch durch seine Fähigkeit, Genuss als Spektakel zu inszenieren. Seine berühmte Trüffelsuppe VGE, kreiert 1975 für den damaligen französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing, wurde unter einer goldbraunen Blätterteighaube serviert; ein Gericht, so ikonisch, dass es fast zur Staatsangelegenheit wurde. Bocuse kochte nicht – er dirigierte. Er zeigte der Welt, dass ein Teller mehr erzählen kann als ein Roman, und dass ein Restaurant ein Ort sein darf, an dem Handwerk, Kunst und Lebensfreude verschmelzen. Trotz seiner drei Michelin-Sterne war er ein Mann, der den Genuss nicht hinter samtenen Seidenvorhängen versteckte. Bocuse mochte es deftig, herzhaft, großzügig – ein Koch, der ebenso gern seine Brasserien füllte wie sein legendäres Restaurant Auberge du Pont de Collonges. «Tradition bleibt modern, solange sie gut gemacht ist», pflegte er zu sagen – ein Satz, der seine Philosophie auf den Punkt bringt.

Bocuse war nicht nur Koch, sondern auch Lehrmeister. Er bildete Generationen von Küchenchefs aus, gründete Wettbewerbe wie den Bocuse d’Or, der bis heute die Champions League der Kochkunst ist, und hinterließ weltweit eine Armee von Schülern, die seine Präzision und seine Leidenschaft weitertragen. Wenn heute Köche von Tokio bis Lima ihre Teller mit Textur und Eleganz komponieren, dann schwingt irgendwo ein Hauch Bocuse mit.

Und wer glaubt, Paul Bocuse sei nur in Kochbüchern und Michelin-Guides verewigt, irrt. Selbst Hollywood konnte ihm nicht widerstehen. Für den Film «Ratatouille» führte die Recherche geradewegs nach Lyon, in sein berühmtes Restaurant – oft einfach nur «Bocuse» genannt – in seinem Geburts- und Sterbeort. Der Meister taucht im Film nicht namentlich auf, aber die Figur des gutmütigen Starkochs Gusteau trägt unverkennbar seine Handschrift: Die ikonische Kochmütze von Gusteau ist fast identisch mit der hohen Toque blanche, für die Bocuse berühmt war. Kurz gesagt: Ohne Bocuse hätte die kleine Küchenratte Remy deutlich weniger französisches Flair gezeigt. Das Motto «Jeder kann kochen» ist eine Art Disney-Version von Bocuses Philosophie, dass Talent entsteht, wenn man Herz und Handwerk vereint.

Zum runden Geburtstag stoßen wir also an auf den Mann, der die Nouvelle Cuisine erfand, die Butter bändigte und der Welt bewies, dass ein Kochlöffel manchmal mächtiger ist als ein Zepter.

Bon anniversaire, Monsieur Bocuse – und danke für alles, was so herrlich duftet und schmeckt!

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