Absolventin der Deutschen Schule Santiago und angehende Ingenieurin
Klare Balance zwischen Lernen und Leben
1.000 Punkte in Mathematik: Laura Quaas hat ihren Abschluss an der Deutschen Schule Santiago mit einem herausragenden Ergebnis beendet. Bereits in der Schulzeit zeigte sich ihr außergewöhnliches Talent für Zahlen – entscheidend war für sie auch die klare Trennung von Lernen und Freizeit.
2007 in Santiago geboren, verbrachte Laura Quaas ihre Schulzeit an der Deutschen Schule Santiago. Besonders prägend in diesen Jahren war für sie ihre Familie: «Meine Familie war für mich immer ein grundlegender Pfeiler. Sie ist mein sicherer Raum und dies sind die Menschen, denen ich am meisten vertraue.» Vor allem ihre Eltern haben sie in jeder Situation unterstützt. «Dank ihnen habe ich gelernt, Frustration zu tolerieren, positiver zu sein und zu verstehen, dass die Dinge manchmal schwierig erscheinen, aber nie so schlimm sind, wie sie wirken.»

Diese optimistisch-gelassene Haltung begleitet sie bis heute – ebenso wie ein Rat, den sie in ihrer Familie immer wieder hört: «Meine Eltern erinnern mich stets daran, dass es im Leben am wichtigsten ist, Freude an dem zu haben, was man tut.»
Auf der väterlichen Seite hat Laura deutsche Wurzeln. Diese lernte sie vor allem durch ihre Großmutter kennen. «Sie machte uns Kinder mit der deutschen Kultur und der deutschen Sprache vertraut.»
Schon früh zeigte sich, dass Laura Quaas eine besondere Begabung für Zahlen besitzt. «Mathematik war eigentlich schon seit meiner Kindheit mein Lieblingsfach. Einen bestimmten Grund habe ich dafür nicht – es fällt mir einfach leicht und macht mir Spaß.» Diese Begeisterung spiegelt sich auch in ihren Ergebnissen wider. Bei der chilenischen Hochschulaufnahmeprüfung erreichte sie die Maximalpunktzahl von 1.000 Punkten in Mathematik 1.
Doch Talent allein erklärt den Erfolg der 18-Jährigen nicht. «Ich denke, das Wichtigste beim Lernen ist, organisiert zu sein. Für mich wird das Lernen viel einfacher, wenn ich es auf mehrere Tage verteile und nicht alles bis zur letzten Minute aufschiebe», stellt sie fest.
Dabei achtet sie bewusst auf Balance. «Priorität hat für mich, meine Freizeit, Sportzeiten und Schlafstunden einzuhalten. Erst danach plane ich, wann und wie viel ich lernen kann.» Gerade diese klare Begrenzung der Lernzeit führe dazu, dass sie effektiver arbeitet: «Wenn ich weiß, wie viel Zeit ich habe, wird das Lernen viel produktiver.»
Neben der Schule spielt auch der Sport eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Laura ist eine sehr erfolgreiche Leichtathletin und trainiert im Club Manquehue. Erst relativ spät begann sie mit dem Leistungssport. «Ich habe 2023 mit der Leichtathletik angefangen, zunächst auch über meine Schule.» Doch schnell entwickelte sich daraus eine echte Leidenschaft. Der Durchbruch kam 2024: «Ende 2024 habe ich mich für die südamerikanische U18-Meisterschaft in Argentinien qualifiziert – in der Disziplin 400-Meter-Hürden. Das war wirklich eine einzigartige Erfahrung.»
Was sie am Laufen besonders fasziniert, ist nicht nur der Wettkampf, sondern auch die mentale Wirkung des Sports. «Das Beste am Laufen ist für mich, dass es den Kopf frei macht. Wenn man läuft, vergisst man alle Sorgen und konzentriert sich nur darauf, das Rennen zu beenden.»
Trotz ihrer intensiven Trainings- und Lernzeiten ist für Laura ein normaler Alltag wichtig. «In meiner freien Zeit mache ich gerne Sport, treffe mich mit Freunden oder bin mit meiner Familie zusammen.» Diese Balance zwischen Leistung und Lebensfreude sieht sie als zentralen Bestandteil ihres Erfolgs.
Nach dem Schulabschluss hat Laura bereits den nächsten Schritt gemacht: «Ich habe gerade mit dem Studium der Ingeniería Civil an der Pontificia Universidad Católica de Chile begonnen. Das war mein Ziel, auf das ich mich mit der PAES im vergangenen Jahr vorbereitet habe.»
Für ihre Studienzeit hat Laura Quaas bereits klare Vorstellungen. Neben dem Ingenieurstudium möchte sie auch internationale Erfahrungen sammeln. Ein Auslandsaufenthalt steht deshalb fest auf ihrer Wunschliste. «Ich würde während meines Studiums gern ein Austauschjahr machen, am liebsten in Deutschland oder irgendwo anders in Europa», sagt sie.
Auf die Frage, was im Leben wirklich für sie zählt, antwortet sie ohne Zögern: «Für mich ist das Wichtigste, glücklich zu sein und die Menschen, die ich liebe, glücklich zu machen.» Dabei vertraut sie auf ihre optimistische Haltung: «Ich glaube sehr daran, dass wir die Summe all unserer Anstrengungen sind und dass sich Beständigkeit auszahlt.»
Gleichzeitig ist ihr bewusst, dass nicht immer alles nach Plan verläuft. «Und wenn die Belohnung nicht so ausfällt, wie man es erwartet, denke ich gern, dass man aus allem etwas lernen kann und dass alles aus einem bestimmten Grund passiert.»



