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Tuesday, 13. January 2026
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Porträt – Ernesto Hüne Möller

Agronom

Landwirt aus Leidenschaft

El abuelo materno de Ernesto Hüne Möller tuvo dos hijos: Carlos y Marta. Marta es la madre de los tres hermanos Hüne: Ernesto, Erich y Gerardo, el último abogado y los dos primeros dueños de la Agrícola Hüne. Su padre Gerhard era un alemán aficionado al esquí que llegó a Concepción a trabajar en la cadena de ferreterías Gleisner.

Geboren wurde Ernesto Hüne Möller 1941 in Los Ángeles. Seine Eltern, Marta Möller Bohnhorst und Gerhard Hüne Mörcken, hatten sich bei der Firma Gleisner in Concepción kennengelernt, bevor sein Vater nach Los Ángeles versetzt wurde. Martas Vater war 1908 nach Chile eingewandert, ihre Mutter 1914. Gerhard kam 1939 als ausgebildeter Kaufmann in dieses Land. Bereits 1944 verstarb er mit nur 29 Jahren nach einem Skiunfall. Die Mutter erzog Ernesto und seine jüngeren Brüder Erich und Gerardo und wurde dabei von ihrem Vater Ernesto Möller Schweckendieck unterstützt. 

Nach seiner Ausbildung an der Deutschen Schule und am Liceo Alemán in Los Ángeles sowie an den Deutschen Schulen in Concepción und in Temuco entschied sich Ernesto für ein Landwirtschaftsstudium an der Universität Concepción. Während des Studiums dort wohnte er drei Jahre im Haus der Burschenschaft Montania, deren Mitglied er immer noch ist. Danach wechselte er an die Zweigstelle der Universität in Chillán, beendete sein Studium und trat 1967 ins Berufsleben ein. 

Er unterstützte seine Mutter bei der Verwaltung und Verpachtung des vererbten Bauernhofes «El Retiro» und baute hier eine Milchproduktion auf, die er später selbst weiterführte. Gleichzeitig begann seine Karriere beim staatlichen Zuckerkonzern Iansa, der seine «zweite Heimat» wurde. Er arbeitete zunächst in Los Ángeles, wurde dann Hauptgeschäftsführer in Chillán, später auch in Los Ángeles und leitete von 1994 bis 1997 vier Zweigbetriebe des Unternehmens. «Dann ging ich offiziell in Rente, um mich voll meinen privaten Interessen widmen zu können», berichtet er. 

Parallel zu seiner Tätigkeit bei Iansa war er gemeinsam mit seinem Bruder Erich südöstlich von Los Ángeles in der Landwirtschaft aktiv – sie pachteten Land, bestellten es und investierten die Gewinne, um dieses Land dann zu kaufen und neues zu pachten. «Heute bestellen wir mehr als 300 Hektar nach modernsten Methoden. Neben Weizen, Zuckerrüben, Chicorée und Mais vermarkten wir Heidelbeeren, Kirschen und Spargel. Der überwiegende Teil der Produktion wird exportiert, etwa 40 Prozent in die USA, aber auch nach Europa und Asien.» 

Im Laufe der Jahre haben die Hünes immer mehr Obstbäume angepflanzt. Ernestos umfangreiche Erfahrung in der Landwirtschaft führte zur Mitgliedschaft in verschiedenen Gremien, oft in leitender Funktion. Außerdem unterstützte er staatliche Förder- und Entwicklungsprogramme, ist Mitglied des Golf-Clubs, des Lions-Clubs und des Jagd- und Angel-Vereins Osorno. Im Alter von 84 Jahren ist er noch immer sehr aktiv; er ist begeisterter Angler und spielt gern Skat im Club Grand Hand Los Ángeles. Auch politisch ist er interessiert und spricht Deutsch und Englisch recht gut.

«Mit Julia Verónica Pavón Robinson bin ich seit 1979 verheiratet, sie hat wie ich deutsches, aber auch englisches und spanisches Blut in ihren Adern. Wir haben zwei Kinder: Verónica, Architektin, und Christian Hüne Pavón, Agraringenieur und derzeitiger Geschäftsführer von Agrícola El Alamo, einem Unternehmen, das sich der Produktion von Kirschen und Heidelbeeren widmet. Dieses Unternehmen besteht aus Agrícola Sauerburger und Inversiones El Alamo, das wiederum meinem Bruder und mir gehört. Wir sind auch Eigentümer von Agrícola Hüne, zusammen mit unseren ältesten Söhnen Christian und Andrés Hüne Heyermann. Agrícola El Álamo verarbeitet in drei Verpackungsanlagen die Heidelbeeren der Eigentümer sowie Dritter in einer Menge von jährlich etwa vier Millionen Kilogramm, die dann über den Exporteur Volcan Foods in verschiedene Märkte weltweit exportiert werden.»

Volcan Foods verkauft auch grünen, violetten und weißen Spargel. Den Spargel-Anbau hat Ernesto in den vergangenen acht Jahren weiterentwickelt und liefert heute an die Supermarktketten Jumbo und Santa Isabel, Líder und Unimarc.

Für sein Lebenswerk als Landwirt und Unternehmer wurde Ernesto Hüne mit dem Salvador-Izquierdo-Preis ausgezeichnet. Inzwischen sind Jahre vergangen, und er erzählt, dass die mehr als 40-jährige Zusammenarbeit mit seinem Bruder und anderen Familienangehörigen immer sehr harmonisch war. Wechselseitig ermöglichte man sich Ferienzeit, die er für Reisen nutzte und sich in unterschiedlichsten Ländern – von Australien bis Japan – auch in landwirtschaftlichen Fragen weiterbildete. Ausruhen und erholen kann er sich auch in seinem Haus am Rupanco-See. 

Die Brüder Ernesto und Erich, Landwirte aus Leidenschaft, sind froh darüber, wie ihr Unternehmen weiter wächst und hoffen, dass ihre Enkelkinder eines Tages alle Felder mit Obstbäumen bewachsen sehen. Denn genau darauf arbeiten sie hin: ihre Landwirtschaft vollständig auf den Obstanbau, vor allem Kirschen und Heidelbeeren, für den Export umzustellen. «Wir haben eine privilegierte geografische Lage und verfügen über die besten Boden-, Wasser- und Klimabedingungen, um Obst anzubauen und die nördliche Hemisphäre zu versorgen, die den größten Verbrauch und die größte Kaufkraft hat», unterstreicht Ernesto Hüne.

Foto: privat

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