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Tuesday, 13. January 2026
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100 Jahre Lufthansa

Von der Deutschen Luft Hansa zur globalen Airline

En el año 2026, Lufthansa mira hacia atrás a un siglo de historia empresarial. Este aniversario marca al mismo tiempo un punto de inflexión: con una nueva identidad de marca, una flota conmemorativa de gran carga simbólica y ambiciosos objetivos económicos para los próximos años.

Die Wurzeln der Lufthansa reichen bis zum 6. Januar 1926 zurück. Damals wurde in Berlin die Deutsche Luft Hansa AG gegründet – hervorgegangen aus dem Zusammenschluss von Deutscher Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr. Bereits in der Zwischenkriegszeit entwickelte sich das Unternehmen zu einem der innovativsten Akteure der internationalen Luftfahrt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg endete diese erste Phase abrupt. Die heutige Deutsche Lufthansa AG geht rechtlich auf eine Neugründung am 6. Januar 1953 in Köln zurück. Den traditionsreichen Namen «Lufthansa» übernahm das Unternehmen im August 1954, der reguläre Flugbetrieb wurde am 1. April 1955 wieder aufgenommen. Damit begann der Aufstieg zu einer der bedeutendsten Netzwerk-Airlines der Welt.

Südamerika und Chile – frühe Visionen

Schon früh spielte Südamerika eine besondere Rolle in der Lufthansa-Geschichte. In den 1920er- und 1930er-Jahren galten transatlantische Post- und Passagierflüge nach Brasilien, Argentinien und Chile als Prestigeprojekte der zivilen Luftfahrt. Um die enormen Distanzen zu überwinden, setzte die damalige Deutsche Luft Hansa auf Seeflugzeuge, Zwischenstationen und innovative Navigationsverfahren – ein technisches Pionierfeld, das die Langstreckenluftfahrt nachhaltig prägte.

Nach dem Krieg knüpfte die neu gegründete Lufthansa ab den 1950er Jahren bewusst an diese Tradition an. Südamerika wurde erneut zu einer der ersten interkontinentalen Zielregionen. Bis heute ist Chile fester Bestandteil des Langstreckennetzes: Die Lufthansa bietet regelmäßige Verbindungen von Deutschland nach Santiago, meist über Drehkreuze oder in Zusammenarbeit mit Partnerairlines. Eine direkte Nonstop-Verbindung von Frankfurt nach Santiago wurde nach der Pandemie zwar geprüft, bislang jedoch nicht dauerhaft in den Flugplan aufgenommen.

Neuer Markenauftritt für integrierte Airline-Gruppe

Mit Blick auf das Jubiläum vollzieht der Konzern einen strategischen Schritt nach vorne. Unter dem Leitmotiv einer enger integrierten Airline-Gruppe führt Lufthansa einen neuen Markenauftritt ein. Künftig tragen Gesellschaften wie Swiss, Austrian, Brussels Airlines, Eurowings, Discover, Air Dolomiti und Edelweiss neben ihrem eigenen Namen den Zusatz «Member of Lufthansa Group».

Der bekannte Kranich fungiert dabei als zentrales Symbol. Für die Lufthansa Group wird er ohne den umgebenden Kreis eingesetzt, ergänzt durch eine neue Typografie in 

Versalien. Laut Konzernmanagement ist dies mehr als eine kosmetische Veränderung: Der Markenauftritt soll Vertrauen schaffen, Synergien sichtbar machen und die Transformation von einer Gruppe einzelner Airlines hin zu einer integrierten Luftfahrtgruppe unterstreichen.

Die Jubiläumsflotte 

Ein sichtbares Herzstück des Jubiläums ist die geplante Jubiläumsflotte. Mehrere Flugzeugtypen erhalten eine exklusive Sonderlackierung im 100-Jahre-Design: ein tiefblauer Rumpf, darauf ein weißer Kranich, dessen Flügel in die Tragflächen übergehen. Ergänzt wird das Design durch eine «100» auf der linken Rumpfseite sowie den Schriftzug «1926 / 2026» auf der rechten Seite – auch auf der Unterseite des Flugzeugs.

Angeführt wird die Flotte von der neuen Boeing 787-9 «Berlin» mit der Kennung D-ABPU. Daneben werden unter anderem ein Airbus A380, Airbus A350-1000, Airbus A350-900, ein Airbus A320 sowie eine Boeing 747-8 im Jubiläumslack erscheinen. Bis Herbst 2026 soll die Flotte vollständig sein – als fliegendes Symbol für Kontinuität und Erneuerung.

Turnaround unter Druck

Während Geschichte und Markenauftritt Zuversicht ausstrahlen, bleibt die wirtschaftliche Lage anspruchsvoll. Konzernchef Carsten Spohr verfolgt einen ambitionierten Turnaround-Plan: Zwischen 2028 und 2030 soll eine operative Marge von acht bis zehn Prozent erreicht werden. Zum Vergleich: 2024 lag sie bei 4,4 Prozent, nach 7,6 Prozent im Jahr 2023. Für 2025 erwarten Analysten lediglich rund 4,8 Prozent.

Um die Profitabilität zu steigern, plant der Konzern tiefgreifende Maßnahmen: den Abbau von rund 4.000 Verwaltungsstellen über fünf Jahre, die Ausmusterung älterer Flugzeuge und eine Verschlankung der komplexen Konzernstruktur mit sechs Drehkreuzen und neun Passagierfluggesellschaften – von Ita Airways bis zur Billigmarke Eurowings.

Investoren reagieren dennoch zurückhaltend. Seit Spohrs Amtsantritt 2014 verlor die Lufthansa-Aktie langfristig an Wert, auch wenn sie sich zuletzt erholt hat. Enge Margen, hohe Kosten, ein schwächerer Transatlantikverkehr, Lieferkettenprobleme bei neuen Flugzeugen und schwierige Tarifverhandlungen bleiben zentrale Risiken.

Das Jubiläum ist damit nicht nur ein Blick zurück – sondern ein Prüfstein für die Zukunft der Lufthansa: In den kommenden Jahren entscheidet sich, ob es gelingt, wirtschaftliche Stabilität und nachhaltiges Wachstum zu sichern.

Quellen: https://newsroom.lufthansagroup.com, www.airliners.de, dpa

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