Städtereihe Teil 3
Situada junto al lago Llanquihue, con la imponente cordillera de Los Andes al oriente, Frutillar ofrece al visitante uno de los golpes de vista más hermosos del país. Ciudad turística con refinada oferta gastronómica, brinda al visitante también una rica vida cultural, especialmente con las Semanas Musicales, que tienen lugar en el Teatro del Lago, de excepcional acústica, que reúne año a año a destacados músicos provenientes de varios continentes. En el desarrollo de sus más de 160 años de historia, tuvieron un rol fundamental inmigrantes alemanes, muchos de cuyos descendientes aún residen en la comuna y sus alrededores.

Im November 1956 feierte Frutillar sein 100-jähriges Jubiläum. Am Festtag strömten hunderte von Besuchern aus Fern und Nah in das Städtchen, um an den Veranstaltungen teilzunehmen. Den Höhepunkt bildete ein Festzug von Paradewagen, die, von Traktoren gezogen, die Avenida Philippi an den charakteristischen schmucken Holzhäusern des Orts vorbeifuhren und vom Publikum beklatscht wurden. An der Anlegebrücke war der Dampfer «Santa Rosa» vor Anker gegangen und zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, um an Bord zu gehen und im Speisesaal einen Imbiss zu sich zu nehmen.
Frutillar war zu der Zeit ein kleines Dorf, in dem Landwirte und Geschäftsleute mit ihren Familien lebten. Der Tourismus im heutigen Sinne hatte sich noch nicht entwickelt, obwohl Verwandte und Bekannte im Sommer gerne ihren Angehörigen einen Besuch abstatteten.
Die Stadt liegt am Westufer des Llanquihue-Sees, zwischen Puerto Octay und Llanquihue. Sie wurde von deutschen Einwanderern auf Anordnung des Staatspräsidenten Manuel Montt am 23. November 1856 mit der Bezeichnung Villa de Frutillar gegründet. Der Name stammt von der Chile-Erdbeere (Fragaria chiloensis), die damals in der Gegend in großen Mengen wuchs.

Unter den ersten Einwanderern, die sich in der Gegend von Frutillar niederließen, befanden sich Christian Winkler, Adam Schmidt, Wilhelm Kaschel, Heinrich Kuschel, Theodor Niklitscheck und Christian Nannig, von denen heute noch Nachkommen in der Gegend leben. Sie befassten sich mit Landwirtschaft und Viehzucht, betrieben Molkereien, Mühlen, Brennereien und Gerbereien. Andere verkauften Lebensmittel und allerlei Geräte. Da Frutillar zwischen Osorno und Puerto Montt liegt, war es ein obligatorischer Haltepunkt auf dem Seeverkehr, weshalb das lokale Geschäftsleben bald aufblühte.
Im Jahr 1882 erfolgte die Gründung des Deutschen Vereins. Er hatte zum Ziel, gesellige Zusammenkünfte zu veranstalten und den Mitgliedern die Möglichkeit zu bieten, zu deutschen Druckwerken Zugang zu haben sowie unter sich Informationen auszutauschen. Der Verein besteht bis heute und unterhält ein Restaurant, das unter den Touristen großen Anklang findet.
Jakob Junginger, Schrittmacher der Musikpflege
Die Deutsche Schule nahm am 6. Januar 1906 als Escuela Alemana de Frutillar ihre Tätigkeit auf. Entscheidend bei ihrem Entstehen waren Adolf Richter, Daniel Weil, Hans Klocker, Eduard Winkler und Jakob Junginger. Eine großzügige Spende von Karl Richter ermöglichte die Gründung. Richter, ein wohlhabender Geschäftsmann, hatte testamentarisch eine beträchtliche Geldsumme für den Bau einer privaten deutschen Schule bestimmt. Ausschlaggebend war auch die Unterstützung des deutschen kaiserlichen Gesandten von Reichenau, der die Gemeinschaft ermutigte, die Gründung zu verwirklichen. Bernhard Richter stiftete das Grundstück, und die Elternschaft spendete Holz, Baumaterialien und Arbeitskräfte. Als Schulleiter wurde auf Initiative von Mitgliedern des Deutschen Vereins Jakob Junginger eingestellt. Junginger (1861-1923) war 1888 von der chilenischen Regierung beauftragt worden, die Volksschule in Frutillar zu leiten. Als er die Deutsche Schule übernahm, kündigte er seine Anstellung im öffentlichen Dienst, nahm jedoch verschiedene Aufgaben innerhalb der deutschen Gemeinschaft wahr. Bereits 1894 hatte er den gemischten Chor Liederkranz gegründet und 1904 übernahm er die Leitung des vor kurzer Zeit entstandenen Männerchors. Jakob Junginger war in der Frutillarer Gründerzeit die Persönlichkeit, welche die Gesellschaft zur Musikpflege anregte, was sich mit der Zeit zu einer Tradition entwickelte.
Zwei Städte – ein Name

Im Jahr 1907 erreichte die Trasse der Eisenbahn, die von Santiago kommend in Richtung Puerto Montt gebaut wurde, die Gegend von Frutillar. Hier richtete die Staatsbahn den Bahnhof Frutillar ein, der von der Siedlung am See ein paar Kilometer entfernt liegt. Allmählich entwickelte sich dort ein zweites Städtchen, weshalb beide Ortschaften namentlich getrennt wurden: das Dorf an der Station wurde von der Bevölkerung spontan Frutillar Alto genannt, die Ortschaft am Llanquihuesee Frutillar Bajo. Diese Bezeichnungen sind bis heute im Sprachgebrauch.
Unter den Nachkommen der deutschen Einwanderer waren die der evangelisch-lutherischen Konfession in der Mehrzahl. Daher bestand großes Interesse, eine Kirche zu errichten. Verschiedene Persönlichkeiten der Gemeinde, insbesondere Hermann Winkler, Johann Klocker und Karl Richter setzten sich in den 1920er Jahren entschieden für dieses Projekt ein.1929 begann der Bau, welcher aus verschiedenen Gründen nur langsam vorwärtskam, hauptsächlich weil die Weltwirtschaftskrise ihre negativen Wirkungen spüren ließ. Das Kirchengebäude hat eine Fläche von knapp 300 Quadratmetern. Als Baumaterial wurde Holz verwendet, stilistisch entschieden Baumeister und Gemeinde sich für eine nüchterne Neugotik. Am 12. August 1934 erfolgte die Einweihung.
Anfang der 1950er Jahre konstatierte Robert Dick, der für die Musikbegleitung der Gottesdienste zuständig war, dass das Harmonium einen irreparablen Schaden erlitten hatte. Dick, der zwischen 1943 und 1966 die Leitung der Deutschen Schule innehatte, setzte sich nun für die Erwerbung einer Pfeifenorgel ein. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde organisierte er eine Spendenaktion, um die nötigen Mittel für den Ankauf des wertvollen Instruments aufzubringen. Die Kirche beauftragte die deutsche Firma Steinmeyer mit der Lieferung. Die Orgel wurde 1954 eingeweiht und ist seitdem nicht nur während der Gottesdienste, sondern auch gelegentlich bei Konzerten in Betrieb.

Foto: privat
Die Musik blüht auf
Artur Junge, der 1942 den Chor «Singkreis» gegründet hatte, wurde Ende der 1950er Jahre von Robert Dick mit seinem Ensemble zu einem Treffen nach Frutillar eingeladen. Die Versammlung war ein Vorbild für das rege Musikleben, das fortan am Llanquihue-See aufblühen sollte. 1968 organisierte Junge mit der Unterstützung des Deutsch-Chilenischen Bundes die ersten Musikwochen, zu denen er Sänger aus verschiedenen Regionen einlud. Dem Organisationskomitee gehörte auch die Cellistin Flora Inostroza an und den Vorsitz hatte Alfredo Daetz. Junge ermöglichte die Mitwirkung von professionellen Musikern, wie den Chorleitern Günther Mittergradnegger und Waldo Aránguiz, sowie etlichen chilenischen Instrumentalisten, wie dem Kontrabassisten Eugenio Parra, der an verschiedenen Musikwochen beteiligt war und später als Mitglied des Orquesta Sinfónica Nacional an dem Festival teilnahm.

Foto: privat
In den folgenden Jahren fanden die Konzerte in der Deutschen Schule, in den Kirchen beider Konfessionen und in der Turnhalle der Stadtgemeinde statt.
Flora Inostroza (1930-2016) übernahm später den Vorstandsvorsitz. Sie baute die Frutillarer Musikwochen zu einer angesehenen Veranstaltung aus. Fortan und bis heute reist das Orchester Sinfónica Nacional der Universidad de Chile jedes Jahr an, um verschiedene Konzerte zu geben, an denen auch ihr Chor mitwirkt. Die Luftwaffe unterstützt das Event mit Transportmaschinen, die die Künstler von Santiago ein- und zurückfliegen. Außerdem weiht ihr Blasorchester jedes Jahr das Festival mit einem Galakonzert ein.
Konzerthaus auf dem Wasser
Die Frutillarer Musikwochen wurden nicht nur international bekannt, sondern brachten renommierte Künstler aus verschiedenen Kontinenten, was die Organisatoren davon überzeugte, einen repräsentiven Konzertsaal zu bauen, wofür sich besonders und mit großem Nachdruck der Unternehmer Guillermo Schiess einsetzte. Die Architekten Gerardo Köster und Gustavo Greene legten einen Entwurf für das Teatro del Lago vor, ein Konzerthaus mit verschiedenen Bühnen und Ausstellungsräumen, das auf dem See gebaut wurde. Der Hauptsaal hat ein Fassungsvermögen von 1178 Plätzen. Im November 2010 erfolgte die Einweihung.
Im Jahr 2017 wurde Frutillar als erste Stadt in Chile von der Unesco anerkannt, die dem World Creative Cities Network im Bereich Musik beigetreten ist.

Fotos: Walter Krumbach
Bisher sind in der Stadt Weltklassemusiker wie der Dirigent John Eliot Gardiner, der Pianist Michael Korstick, der Cellist Yo-Yo Ma, die Hornistin Sarah Willis und der Tenor Javier Camarena aufgetreten.
Heute ist Frutillar ein begehrtes Ziel für den Sommerurlaub. Die eindrucksvolle Aussicht auf den See mit der einmaligen Andenkulisse, das ausgezeichnete, vielseitige gastronomische Angebot – von den deutschen Einwanderern geprägt – und natürlich nicht zuletzt die Musikwochen ziehen jedes Jahr eine große Anzahl anspruchsvoller Feriengäste an.


