Handwerk verbindet Kontinente
Lo que une a la panadería Wildbadmühle, de la región Eifel-Mosela, y a la pastelería Roggendorf, de Concepción, es la pasión por el buen oficio artesanal, los ingredientes de alta calidad y una formación comprometida. A lo largo de miles de kilómetros, esta aspiración común se hizo tangible en el marco de un proyecto internacional de intercambio, iniciado y acompañado por la organización FinnDomingo bajo la dirección de la veterinaria alemana Ellen Stähr.

(sik) FinnDomingo ist ein deutsch-chilenischer Verein, der normalerweise Projekte rund um die verantwortungsvolle Tierhaltung durchführt. Den Entwicklungsverein gründete 2018 die deutsche Tierärztin Ellen Stähr gemeinsam mit Freunden und Familienangehörigen. Daher verfügt sie über eine langjährige Erfahrung in der Organisation von Austauschprogrammen zwischen Deutschland und Chile.
Die Idee, diese Erfahrung auch einmal in ein «nicht-tierisches» Vorhaben einfließen zu lassen, entstand aus der familiären Verbindung: Die Schwiegertochter von Ellen Stähr ist eine Chilenin aus Concepción, die in der Bäckerei Wildbadmühle ihre Ausbildung absolviert. Dort war zwar bei der Betriebsleitung wie auch im Kollegium das Interesse an einer gemeinsamen Arbeitsreise nach Chile groß, aber leider wissen viele Deutsche heute kaum noch etwas über dieses für sie ferne Land. Entsprechend umfassend war die benötigte Betreuung für das Projekt, wie Ellen Stähr berichtet: «Wir kümmerten uns von der Kontaktvermittlung zwischen den beiden Handwerksbetrieben über die Beantragung der Fördermittel bis hin zur inhaltlichen Vorbereitung der Teilnehmenden sowie der Organisation und Begleitung der Reise.»
«Ausbildung Weltweit»
Finanzielle Unterstützung erhielt die Bäckerei Wildbadmühle aus Wittlich-Wengerohr im Rahmen des Förderprogramms «Ausbildung Weltweit» der deutschen Bundesregierung. Ziel des dreiwöchigen Aufenthalts war der fachliche und kulturelle Austausch mit der Konditorei Roggendorf in Concepción.

Als modernes und innovatives Handwerksunternehmen mit rund 145 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Backstube, Verwaltung und 15 Bäckereifachgeschäften in der Region Eifel-Mosel-Hunsrück legt die Bäckerei Wildbadmühle großen Wert auf Qualität, Regionalität und soziales Engagement. Diese Werte spiegeln sich auch in der Ausbildung wider – und genau hier setzt der internationale Austausch an.

Drei Auszubildende der Bäckerei Wildbadmühle reisten im Oktober 2025 gemeinsam mit ihrem Ausbilder nach Chile, um dort Einblicke in die Arbeit von Bäckern und Konditoren zu gewinnen. In der Konditorei Roggendorf lernten sie andere Arbeitsweisen, neue Rezepte und Techniken kennen und tauschten sich mit ihren chilenischen Kollegen über Ausbildungsinhalte und den Berufsalltag aus. Umgekehrt brachte das deutsche Team seine eigenen Erfahrungen ein – ganz im Sinne des gegenseitigen Lernens. Javier Fariña, Betriebsleiter bei Roggendorf und Enkel des Gründers, erzählt: «Ein besonderes Highlight war für mich das Brotbacken mit Sauerteig nach einem Rezept der deutschen Partner.» Auch seine Eltern, Helga Roggendorf und Claudio Fariña, die Geschäftsführer von Pastelería Roggendorf, sind begeistert: «Unsere Beschäftigten in der Produktion hatten viel Spaß, nicht zuletzt beim Verkosten der zuvor gemeinsam gebackenen Christstollen in zwei verschiedenen Versionen. Und natürlich haben wir mit den deutschen Gästen auch einige Ausflüge gemacht und ihnen unsere schöne Heimat gezeigt.»

2026 Gegenbesuch von Chile nach Deutschland geplant
Der Austausch ist keine Einbahnstraße: Im nächsten Schritt wird die Konditorei Roggendorf im Verlauf des Jahres 2026 einen oder mehrere Mitarbeiter nach Deutschland entsenden, um die Ausbildung und Arbeitsweisen in Wittlich kennenzulernen. Bereits im Mai 2025 hatte Javier Fariña
den Betrieb in Wittlich kurz besucht und erste Kontakte geknüpft; das soll 2026 vertieft werden und die Bäckerei Wildbadmühle freut sich schon auf den Gegenbesuch der Freunde aus Chile.
Das Projekt zeigt, wie internationale Zusammenarbeit im Handwerk gelingen kann. Beide Betriebe sind unisono der Meinung: «Dieser Austausch hat nicht nur die fachlichen Kompetenzen der Auszubildenden, sondern auch interkulturelles Verständnis, Offenheit und persönliche Entwicklung verstärkt – ein echter Gewinn für alle Beteiligten und ein starkes Zeichen für die Bedeutung beruflicher Bildung über Ländergrenzen hinweg.».
Quelle und Fotos: FinnDomingo


