Erneuerbare als Chance für ländliche Entwicklung

Deutsch-Chilenisches Forum für Energie

Auch ohne größere staatliche Subventionen hat Chile die Voraussetzungen, um sich in Zukunft flächendeckend in bedeutendem Maße aus Erneuerbaren Energien zu versorgen. Dies war eine der Schlussfolgerungen, die die Experten des XV. Deutsch-Chilenischen Energieforums Anfang November in Santiago zogen.

Energie Forum Camchal
Vertreter der deutschen Unternehmen und Institutionen beim XV. Energieforum: Johanna Sternberg, AHK Chile; Leonhard Thien, EnergieAgentur.NRW; Roger Walther, EPB Chile; Siegfried Schröpf, Grammer Solar GmbH; Rodja Johannes Sass, Kraftwerk RPS; Markus Brosch, Anumar GmbH; Stefan Fritz, Camchal; Thibaut Aubert, Spanner Re2; Bernhard Utters, Icon Institut; Dirk Volkmann, Volkmann Consult; Jens Uwe Pietzsch, Hydronik GmbH; Roland Gaschnitz, Aix-o-Therm.

Das Forum, das erstmals wirtschaftliche und soziale Chancen der Erneuerbaren für die ländliche Entwicklung thematisierte, wurde von der AHK Chile organisiert und fand im Rahmen der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie statt.

Die AHK Chile veranstaltet alljährlich binationale Energieforen, bei denen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Fachverbände sowie Regierungsvertreter beider Länder zusammenkommen. In diesem Jahr stellten sieben deutsche Unternehmen aus den Bereichen Solarenergie, Geothermie und Biomasse ihre Erfahrungen einem Fachpublikum mit rund 200 Teilnehmern vor.

Im Vordergrund standen dezentrale Lösungen zur Eigenversorgung. Dazu wurden deutsche Erfahrungen mit lokalen und regionalen Finanzierungsmodellen und Eigentümerstrukturen von kleinen Erzeugereinheiten vorgestellt. «In Deutschland sind 52 Prozent der Erneuerbaren Energien in Händen von privaten Eigentümervereinigungen. Die Tendenz geht in Richtung kleiner lokaler und regionaler Stromnetze. Die Erneuerbaren schaffen lokale Arbeitsplätze, generieren Steuereinnahmen für die Gemeinden und Einnahmen für kleine Investoren und regionale Banken», erläuterte Dirk Volkmann, Berater der Exportinitiative Energie des Bundeswirtschaftsministeriums.

Christian Santana, Leiter der Abteilung Erneuerbare Energien im chilenischen Energieministerium, hob hervor, dass das Land auch ohne mit Deutschland vergleichbare Subventionen bedeutende Fortschritte beim Ausbau der umweltfreundlichen Versorgung gemacht hat. So erreichen die Erneuerbaren heute einen Anteil von 14 Prozent in der Energiematrix. Bis 2022 werden sie durch eine starke Expansion von Windkraft- und PV-Anlagen auf 27 Prozent ansteigen. «Dies wird bisher größtenteils durch Großprojekte erreicht, aber wir können auch Fortschritte in der dezentralen Stromerzeugung vorweisen. Die deutsche Erfahrung ist dabei sehr interessant.» Santaner betonte, dass Chile durchaus über verschiedene Förderinstrumente verfüge, vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen.

«Chile wird das erste Land sein, das ohne bedeutende Subventionen einen hohen Anteil an Erneuerbaren Energien im gesamten Territorium erreichen wird», so Roger Walther, Regionaldirektor Südamerika von Ernst Basler+Partner.

Das Forum schloss mit einer Diskussionsrunde zu der Frage «Impulse für die dezentrale Stromerzeugung in Chile?» ab, die von der Energiegruppe der AHK Chile organisiert wurde und an der wichtige Akteure aus den Bereichen Gesetzgebung, Finanzierung und Stromnetzausbau teilnahmen.

Quelle: AHK Chile

Die Vorträge des Energieforums sind auf www.energiasalemanas.cl veröffentlicht.

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