Dezentral Erneuerbar wird immer wichtiger in Südamerika

Internationale Konferenz in Chile

Ende Oktober eröffnete der neue chilenische Energieminister Andrés Rebolledo die internationale Konferenz «Erneuerbare Netze» in Santiago de Chile. Experten aus nahezu allen südamerikanischen Ländern diskutierten über die dezentrale Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien.

 

GIZ IEA Konferenz Santiago de Chile Energie Erneuerbar
Christian Santana vom Energieministerium, Manlio Coviello von der Cepal, Rainer Schröer von der GIZ, IEA-Vertreter Paul Simons, Rolf Schulze, deutscher Botschafter und Jürgen Klenk von der GIZ sowie Chiles Energieminister Andrés Rebolledo.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des vom Bundesumweltministerium finanzierten Energieprogramms vom chilenischen Energieministerium, der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Zusammenarbeit mit der Internationalen Energieagentur (IEA) durchgeführt. Parallel dazu wurden in einer viertägigen Fortbildung südamerikanische Experten in Themen der Netzintegration von Erneuerbaren geschult.

Die Photovoltaik ist in vielen Gegenden Südamerikas derzeit die günstigste Form der Stromerzeugung. Die Kombination von hoher Sonneneinstrahlung mit stark gesunkenen Modulpreisen führt zu einem «Solarboom». Dabei ist Chile ein unbestrittener Vorreiter. Hierzulande ist mittlerweile bereits fast ein Gigawatt Photovoltaikleistung angeschlossen, das entspricht rund fünf Prozent des Kraftwerksparks. Dieser Anteil wird schon bald auf rund zwölf Prozent ansteigen, da sich derzeit weitere 1,6 GW im Bau befinden.

Der enorme Erfolg der Solarkraft in Chile fußt bislang vor allem auf dem Zubau von Megawatt-Freiflächenanlagen im Norden des Landes. Ähnlich wie in Deutschland laufen die Aktivitäten zum Ausbau der Übertragungsnetze auf Hochtouren. Doch auch auf lokaler Ebene ergeben sich neue Fragen der Integration von erneuerbaren Energien ins Stromsystem. Immer mehr Privathaushalte oder kleinere Gewerbe- und Industriebetriebe installieren Solaranlagen, um ihre Stromkosten zu senken.

Über die optimale Einbindung dezentraler Erzeuger in die Stromsysteme diskutierten mehr als 100 internationale Experten aus Brasilien, Mexiko, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Argentinien, Uruguay, Bolivien und Peru.

Einen zentralen an der Veranstaltung hatte die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Sie unterstützt im Auftrag des Bundesumweltministeriums seit 2004 das chilenische Energieministerium bei der Markteinführung erneuerbarer Energien. Rainer Schröer, Leiter des Energieprogramms der GIZ Chile unterstreicht: «Das starke Interesse an der Veranstaltung zeigt, welche Potentiale in Lateinamerika bei den erneuerbaren Energien allgemein und speziell bei der Dezentralisierung der Stromversorgung gesehen werden.»

Für Chile betonte der neue Energieminister Andrés Rebolledo: «Wir gehen mit gutem Beispiel voran und beteiligen uns aktiv daran, dass sich der Markt nicht nur für große, sondern auch für kleine Stromerzeuger entwickelt.» So fördert das Energieministerium mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums die Installation von Eigenverbrauchsanlagen auf öffentlichen Gebäuden. In den vergangenen beiden Jahren wurden bereits 86 solcher Anlagen auf Schulen, Krankenhäusern und Kultureinrichtungen installiert.

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2 Comments

  1. Generell sollten mal erneuerbare Energien angestrebt werden und jeder sollte sich ein Solar Panel auf sein Dach setzen um diese großen oder auch kleinen Neuen Konzerne nicht zu unterstützen!

  2. Kann mich Mike da nur anschließen. Deshalb habe ich ja seit 2 Jahren eine Photovoltaik-Anlage auf meinem Haus und der Garage! Ich versuche aber auch was die Nahrungsproduktion betrifft möglichst viel selbst zu erzeugen! Je unabhängiger man von „den Großen“ ist umso freier und gesünder kann man auch leben.

    Beste Grüße Raphael

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