Chinas Blick nach Afrika

Chinas Hunger nach Rohstoffen treibt das Land nach Afrika. Mit dem ölreichen Nigeria will Peking seine Kooperation ausbauen. Für seinen Schmusekurs mit Diktatoren in Afrika gibt es aber deutliche Kritik.

Peking (dpa) – Bei der Suche nach Rohstoffen setzt China auf Afrika. Zum Besuch des nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan bei Staats- und Parteichef Xi Jinping schlossen beide Länder neue Wirtschaftsverträge, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, ohne Details zu nennen. «China und Nigeria arbeiten beide hart daran, unsere Entwicklung anzutreiben», sagte Xi. Nigeria gilt als der wichtigste Ölproduzent Afrikas.

Nach offiziell unbestätigten nigerianischen Medienberichten will Peking einer Bank des afrikanischen Landes 100 Millionen US-Dollar (78 Millionen Euro) für mittelständische Firmen leihen. Mit rund 167 Millionen Einwohnern ist das rund 923.000 Quadratkilometer große Nigeria Afrikas bevölkerungsreichstes Land.

China mischt mächtig auf dem afrikanischen Kontinent mit. Bei Unternehmensfusionen und -Aufkäufen liegt Peking an Platz drei, hinter Großbritannien und Frankreich. Zwischen 2003 und 2012 investierten chinesische Firmen in 49 Deals im Volumen von 20,8 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen Freshfields Bruckhaus Deringer berichtete.

Der Hunger nach Rohstoffen treibt China nach Afrika. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zielt vor allem auf Öl, Holz, Diamanten, Kupfer und Eisen ab. Im Gegenzug exportiert China unter anderem Maschinen, Elektrogeräte und Kleidung, wie der China-Wissenschaftler David Shambaugh von der George Washington Universität schreibt. Aber der «exzessiven Fokus auf die Rohstoffindustrie und Rohmaterialien» habe China teilweise einen Ruf als neuer Kolonialherr eingebrockt.

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