Chile und Marokko gemeinsam für eine solare Zukunft

Amal Akherraz präsentiert die Erfahrungen Marokkos beim Aufbau einer Solarindustrie. Foto: Rainer Schröer
Amal Akherraz präsentiert die Erfahrungen Marokkos beim Aufbau einer Solarindustrie. Foto: Rainer Schröer

Anlässlich eines internationalen Seminars über konzentrierende Solartechnik (CSP) besuchten kürzlich zwei Expertinnen der marokkanischen Agentur für Solarenergie Chile. Das vom BMUB (Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) unterstützte Projekt der deutschen Klimainitiative «Förderung der Solarenergie in Chile» organisierte die Veranstaltung. Dieses Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem chilenischen Energieministerium umgesetzt.

Von Rainer Schröer

Vor rund 100 Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft berichteten die marokkanischen Expertinnen über ihre Erfahrungen mit CSP-Anlagen und insbesondere über die Strategie zur Förderung der lokalen Wertschöpfung bei der Verbreitung und dem Bau von Solaranlagen in ihrem Land. Neben den beiden Gästen aus Marokko trugen Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR, Solarreserve/USA und Abengoa/Spanien vor. Interessante Sichtweisen führten zu spannenden Fachdiskussionen insbesondere über Fragen wie die marokkanischen Erfahrungen zur lokalen Wertschöpfung in Chile Anwendung finden könnten.

Das CSP-Seminar wurde vom GIZ-Projekt in Kooperation mit dem Energieministerium vor Ort und der chilenischen Wirtschaftsfördergesellschaft Corfo im Rahmen der Entwicklung einer langfristigen chilenischen Solarenergiestrategie organisiert.

Die ersten Schritte für eine zukünftige Zusammenarbeit beider Länder mit dem Ziel der Transformation hin zu einer solarbetriebenen Wirtschaft konnten in den am nächsten Tag durch das DKTI-Projekt organisierten Treffen mit chilenischen Entscheidungsträgern der Corfo und des Energieministeriums gelegt werden. Es ist beabsichtigt noch in diesem Jahr ein entsprechendes Zusammenarbeitsabkommen zwischen den beiden Ländern zu unterzeichnen.

Der Energiesektor beider Länder ist so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann: wird er in Marokko staatlich getragen, so besteht in Chile eine liberalisierte Energiewirtschaft. Trotzdem zeigte das Seminar, dass beide Länder doch von Synergien und gegenseitigen Erfahrungen stark profitieren können. Chile und Marokko haben hervorragende Solarpotenziale, insbesondere für die Energieerzeugung mit konzentrierten Solargroßanlagen zur Strom- und/oder Wärmeerzeugung. In beiden Ländern befindet sich das besondere heiße Wüstenklima, an welches die Solartechnologien angepasst werden müssen. In Marokko gibt es viele interessante Erfahrungen mit CSP-Parabolspiegel-Anlagen, von denen wesentliche Komponenten auch aus Deutschland kommen.

Der Bereich Photovoltaik erlebte in den vergangenen drei Jahren in Chile eine enorme Entwicklung: von anfänglichen 4 MW zu fast 2.000 MW installierte PV-Leistung, wogegen in Marokko, laut Angaben der marokkanischen Expertinnen, zurzeit die ersten großen PV-Feldanlagen installiert werden.

Chile und Marokko stellen gemeinsam einen großen potentiellen Anteil am weltweiten Solarmarkt dar, insbesondere für CSP-Anwendungen. Sie könnten somit den Markt erheblich beeinflussen und seine Entwicklung vorantreiben sowie dadurch in beiden Ländern erhebliche Beiträge zum Klimaschutz leisten.

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