Ricardo Gevert, Geschäftsführer der Corporación Educacional Federico Froebel

Ricardo Gevert vor der Detusachen Schule Santiago.
Ricardo Gevert ist Geschäftsführer der Corporación Educacional Federico Froebel.

 

Mein Werdegang

«Ich bin von Beruf Industriekaufmann mit einem Abschluss in Deutschland. Allerdings definiere ich mich als Autodidakt, der sich ständig weiterentwickelt. Im Jahre 1984 emigrierte ich als Volleyball-Spieler nach Deutschland in die Bundesliga und spielte dort beim Verein «1860 München». Gleich darauf Ende 1985 wurde ich als Produktreferent für Antischaummittel bei Wacker-Chemie in München eingestellt. In den Jahren 1987 und im Alter von 30 Jahren wurde ich zum Geschäftsführer der Filiale in Mexiko-Stadt befördert. Dann 1991 Rückkehr nach Chile, wo ich mein eigene Unternehmensberatung gründete, das sich auf strategischen Wandel in Organisationen spezialisierte, sowohl in Chile wie auch in Argentinien, Mexiko, Kolumbien und Guatemala.

Zwischen 2000 und 2004 wurde ich zweimal von der renommierten deutschen Zeitschrift «Strategie Journal» geehrt, was meiner Meinung nach aber übertrieben war.

Später suchte ich dann eine neue Herausforderung: Seit 2008 arbeite ich als Geschäftsführer der Corporación Educacional Federico Froebel und habe mit vielen Vorstandsmitgliedern und vor allem mit hervorragenden Mitarbeitern einen großen Wandel der Organisation erreicht, was unter anderem die Deutschen Schulen Santiago und Chicureo betrifft, aber auch Insalco und sonstige eher nicht so bekannte Vorhaben.»

 

Gegen Ende des Jahres hören Sie als Geschäftsführer bei der DS Santiago auf. Was werden Sie im Anschluss machen?

«Eines ist sicher, ich werde meine Zeit viel lockerer und freier gestalten. Dabei werde ich mich auf die Heilung einiger akuten gesundheitlichen Beschwerden konzentrieren, aber auch auf geplante Traumreisen, Schreiben, selektive Beratungen durchführen und auch etwas Ehrenamtliches im sozialen Bereich, was ich noch nicht definiert habe.»

Was wollten Sie als Kind werden?
Sportler oder Schauspieler; auch Sänger; aber bald fand ich heraus, dass mir beim Singen Talent fehlte.

Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?
Eindeutig nicht. Ich würde wohl ein Autor von Abenteuerberichten sein, die nicht nur die Reiseerlebnisse erzählen, sondern auch die Gefühle der Beteiligten schildert.

Wer war und ist Ihr Vorbild?
Meine Eltern. Mit den Jahren sind allerdings viele Teilvorbilder entstanden, die ich besonders in meiner Frau, meinen drei Söhnen, beiden Schwiegertöchtern und in einigen guten Freunden und Freundinnen finde. Wenn ich weiter aushole: die Rugby-Spieler aus Uruguay, die in 1972 in den Anden verunglückten und über zwei Monate in eisiger Kälte überlebten.

Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?
Dass mir immer den Weg gezeigt haben zu vermeiden, Probleme mit den gleichen Denkmuster zu lösen. Dass ich trotz meines jugendlichen schlechten Benehmens zu einem ausgeglichenen, autodidaktischen,  und kreativen Menschen entwickeln konnte, freies, fröhliches und optimistisches Denken und Handeln inbegriffen.

Was war Ihr schlechtestes Schulfach?
Mannomann! Da gab es schon einige, aber besonders ungeschickt war ich in Biologie.

Was macht Sie glücklich?
Eigentlich vieles, wo ich in den letzten 25 Jahren vielleicht zu kurz gekommen bin: Reisen, Lesen, Schreiben, symphonische Rockmusik zu hören, lange ernsthafte, aber auch banale Gespräche mit Freunden, Grillen, einige Tage in Einsamkeit leben, mir eine Olympiade live ansehen. Aber Vorsicht, das bedeutet nicht, dass ich unglücklich war! Darüberhinaus natürlich andere Menschen zu Lieben und von meiner Familie und Freunde geliebt zu sein.

Was macht Ihnen Angst?
Ernsthafte Krankheiten von Kleinkindern, besonders meiner Enkel, aber auch die von Freunden.

Worauf könnten Sie verzichten?
Feldsalat, wenn es um Essen geht. Ansonsten könnte ich auf viele Personen verzichten, die mich irritieren.

Was ist Ihnen peinlich?
Keine Antwort zu einer Frage oder Problemstellung zu haben.

Wen beneiden Sie?
Eigentlich niemanden. Aber wenn ich schon einen Namen auspacken soll, würde ich instinktiv Gulliver sagen.

Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?
Stalin, Hitler.

Wen würden Sie gerne einmal treffen?
Da gibt es schon einige wie Frederic Vester, Cat Stevens, Michael Jordan, Usain Bolt; und in einem anderen Leben wahrscheinlich Keith Emerson, Johann Wolfgang von Goethe und Teilhard de Chardin. Diejenigen die ich jetzt vergessen habe, sollen mir bitte verzeihen…

Was würden Sie niemals tun?
Mein freies Denken in Gefahr bringen.

Was regt Sie auf?
Personen, die falsch, emotionslos, eifersüchtig, arrogant und stur sind.

Was ertragen Sie mit Humor?
Das Älterwerden.

Weshalb würden Sie nie aus Chile auswandern?
Bin ausgewandert. Aber nicht noch einmal, hier sind die engere Familie, die Kultur und die Menschen, die mich ansprechen, das Gute und das Schlechte. Natürlich auch die Freunde, obwohl ich in vielen anderen Ländern auch gute Freunde besitze.

Wenn Sie einen Tag Präsident wären, was würden Sie ändern?
Das würde ich an einem Tag wohl nicht schaffen. Aber heutzutage würde ich zunächst 80 Prozent der leitenden Stellen aller Ministerien ändern.

Was sollten die Chilenen ernster nehmen?
Die Wut und den Hass im Bauch zu überwinden, der zum Teil noch mit der Geschichte Chiles der letzten 50 Jahre zusammenhängt.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Keines, aber die Pending-Liste ist groß und abwechslungsreich.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Meeresfrüchte. Dann vieles Ungesundes wie Rindfleisch, Schweinebraten, italienisches Essen mit vielen Kohlehydraten. Dazu ein gutes Bier oder Rotwein.

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?
In meine Parcela fliehen, reisen, mit Familie und Freunde Zeit verbringen, schreiben, über esoterische und philosophische Themen lesen.

Welchen Frauentyp finden Sie anziehend?
Muss ich dieses wirklich antworten? Sie soll nicht besonders forsch sein, wobei ich mit ihr eine gemeinsame tiefe und emotionale Basis schaffen kann; eine Frau, die mir vertraut und ich ihr auch und die fürsorglich sein kann. Intelligent, witzig und Humor gehören als wichtige Gewürze dazu.

Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen?
Da gibts schon einige, wo ich vielleicht zu kurz gekommen bin, aber sicherlich meiner Frau Marie Christine, die es weiterhin schafft, meine oft unbewusst hohen Ansprüche zu managen und trotzdem mich noch lieb hat.

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?
«Im Grunde genommen war er ein guter Mensch»

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Goethe beschreibt es wohl am besten: «Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.»

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