Andrés López, Vikar in der Martin-Luther-Gemeinde Concepción

Andrés López wurde in Santiago geboren und absolvierte ein Studium der Theologie in Sao Leopoldo, Brasilien, und in Deutschland an den Universitäten Leipzig, Göttingen und Rostock. In Deutschland arbeitete er als Hiwi für einen Professor der Praktischen Theologie an der Universität Rostock, auf der Nordsee-Insel Föhr in der Seelsorge beim Gemeindedienst der ehemaligen Nordelbischen-Kirche und bei der Jugendarbeit in der Kirchengemeinde Reinbek-West bei Hamburg. Ebenso unterrichtete er Spanisch in einer Fachhochschule in Schwerin. Andrés López ist 34 Jahre alt und ledig.

 

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1. Was wollten Sie als Kind werden?
Ich wollte Fußballer werden.

2. Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?
Warum nicht.

3. Wer war und ist Ihr Vorbild?
Viele Menschen sagen, sie haben kein Vorbild. Ich habe nicht richtige, aber doch viele, die mich in verschiedenen Phasen inspiriert haben: Martin Luther, Sören Kierkegaard, Ludwig van Beethoven, Arthur Schopenhauer, Rudolf Bultmann, Diego Maradona, Helmut Schmidt, Nelson Mandela, Eva (die biblische), aber vor allem meine Mutter.

4. Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?
Für die tägliche Hingabe und eine protestantische Weltanschauung.

5. Was war Ihr schlechtestes Schulfach?
Die Bildenden Künste, obwohl ich sehr gut zeichnen konnte. Ich wollte immer etwas anders machen, als die Lehrerinnen verlangten.

6. Was macht Sie glücklich?
Ein schönes und ehrliches Lachen, eine gute Begleitung, in Ruhe allein sein zu können, meine Arbeit, ein gutes Buch, am Meer zu sein (vor allem Nordsee), der Schnee, der Wind in Norddeutschland, Bach oder Beethoven zu hören, leidenschaftliches Fußballspiel, nachdenken, anschauen, neugierig zu sein, evangelische Kirchenlieder zu singen, Gottesdienste zu halten, Theologie zu unterrichten, ein Gutes Bier und meinen Tabak.

7. Was macht Ihnen Angst?
Die unvernünftige Geldgier mancher Kapitalisten in Chile und die Stille der «Guten» vor der Ungerechtigkeit.

8. Worauf könnten Sie verzichten?
Auf moderne Handys, luxuriöse Autos und große Supermärkte.

9. Was ist Ihnen peinlich?
Die Sprachen, die ich spreche, zu verwechseln.

10. Wen beneiden Sie?
Niemanden.

11. Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?
Mit Ministern, die ein Jackett tragen, damit die Menschen glauben, sie seien effektiv.

12. Wen würden Sie gerne einmal treffen?
Marcelo Bielsa oder Gabriel Salazar (Professor für Geschichte an der Universidad de Chile), weil ich an beide mehrere Fragen zu stellen habe.

13. Was würden Sie niemals tun?
Totalitarismus unterstützen oder am Sonntag in einer Einkaufspassage spazieren gehen.

14. Was regt Sie auf?
Die Medien in Chile, vor allem das Fernsehen. Ich gehe davon aus, dass die Medien instrumentalisiert werden, um die Bevölkerung einzuschläfern. Es kann nicht sein, dass von ganz allein so viel Unsinn und intellektueller Schwachsinn gezeigt wird. Falls doch, dann bräuchten wir eine Art kultureller Revolution.

15. Was ertragen Sie mit Humor
Insbesondere die Menschen, die sich als wichtig halten und davon ausgehen, sie dürfen arrogant sein, weil sie ein großes Auto oder ein großes Haus haben. Das ist allerdings lächerlich und nicht lustig.

16. Über welche eigenen Schwächen ärgern Sie sich?
Ich bin manchmal zu direkt, so dass ich die Menschen durcheinander bringe.

17. Weshalb würden Sie nie aus Chile auswandern?
Ich habe es schon gemacht. Ich lebte drei Jahre in Brasilien und in Deutschland fast sieben Jahre. Deutschland vermisse ich sehr. Vielleicht kehre ich dorthin im Jahr 2015 zurück, um zu promovieren und komme dann wieder nach Chile.

18. Wenn Sie einen Tag Präsident wären, was würden Sie ändern?
Ich würde versuchen, das Bildungs-, Steuer- und Binominalsystem zu reformieren und den Einfluss ultrakonservativer Weltanschauungen bei staatlichen Institutionen einzudämmen.

 

19. Was sollten die Chilenen ernster nehmen?
Die Selbstbestimmung und die Selbstverantwortung.

20. Welches Buch lesen Sie gerade?
«Glauben und Verstehen» von Rudolf Bultmann, «Wahrheit und Methode» von Hans-Georg Gadamer sowie «Aphorismus der Lebensweisheit» von Arthur Schopenhauer.

21. Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Vor allem Fisch und in Chile Porotos granados mit Mazamorra sowie Cazuela.

22. Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?
Laufen, Musik hören, Spazierengehen, am Meer sein, gutes Bier trinken, die Natur anzuschauen, mit einer guten Begleitung etwas Schönes oder Interessantes unternehmen, meinen Tabak rauchen,

23. Bei welchem Film haben Sie geweint?
Der letzte war «Cinema Paradiso».

24. Welchen Frauentyp finden Sie anziehend?
Eine unabhängige, etwas sportliche, nicht theatralische, aber sensible, spontane, humorvolle und unkomplizierte Frau mit eigener Meinung.

25. Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen?
Dem Professor Gabriel Salazar an der Universidad de Chile, den ich zwar nicht kenne, aber schätze wegen seiner intellektuellen und akademischen Arbeit.

26. Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?
Dass ich, wie Martin Heidegger im Sinne des Daseins schrieb und sagte, ins Leben geworfen wurde und dass ich als Christ und Theologe für viele Menschen wirken konnte.

27. Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Ins Leben geworfen zu sein. Und wenn man es nicht gut läuft dank des Glaubens die Möglichkeit hat, einen neuen Weg zu finden.

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