Kanzlerin Merkel will es noch einmal wissen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kandidiert in 2017
Seit November 2005 ist Angela Merkel (CDU) Bundeskanzlerin. Am Sonntag kündigte sie an, für eine vierte Kandidatur bereit zu stehen. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Festlegung auf eine vierte Kandidatur

Berlin (dpa) – Nach Angela Merkels Ankündigung einer vierten Kanzlerkandidatur will auch die SPD die Kür ihres Spitzenkandidaten nicht mehr auf die lange Bank schieben. Eine Entscheidung vor Weihnachten gilt als wahrscheinlich. Dabei gilt: SPD-Chef Sigmar Gabriel wird Kanzlerkandidat, wenn er es will. Zieht der Vizekanzler wie 2013 zurück, stünde EU-Parlamentspräsident Martin Schulz bereit.

In der CDU sorgte Merkels Bereitschaft zu einer vierten Kandidatur erwartungsgemäß für große Erleichterung. Dies sei ein «gutes Zeichen in Zeiten von viel Unsicherheit», sagte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Umfragen weisen derzeit auf eine Fortsetzung der großen Koalition mit der SPD als Juniorpartner hin. Der Bundestagswahlkampf 2017 dürfte nach Einschätzung von CDU-Vize Armin Laschet «nicht so leicht wie der letzte» werden. Als einen der Gründe nannte er den zunehmenden Populismus.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt bewertete die erneute Kanzlerkandidatur Merkels deutlich positiver als ihr Parteichef Horst Seehofer. Seit elf Jahren sei Merkel eine «gute Kanzlerin», und es sei «gut, dass sie es bleiben will». Sie genieße nicht nur in Deutschland und Europa, sondern in der ganzen Welt hohes Ansehen.

Schadenfreude über Merkels Kandidatur äußerte auch die AfD-Vorsitzende Frauke Petry. «Damit stellt sich die Politikerin zur Wiederwahl, die das milliardenteure und gefährliche Einwanderungschaos verursacht hat und unter deren Führung die Energiewende an die Wand gefahren wurde», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Als Bürgerin empfinde sie zwar tiefes Unbehagen über diese Kandidatur. Als politische Konkurrentin gehe sie aber davon aus, dass diese ihrer eigenen Partei nutzen werde.

Als «langweilig» bezeichnete hingegen Grünen-Politiker Jürgen Trittin die Ankündigung der Kanzlerin. «Das hat sich seit Wochen abgezeichnet», sagte er dem Fernsehsender Phoenix.

Nach Ansicht der Linken hat Merkel den richtigen Zeitpunkt fürs Aufhören verpasst. «Vielleicht gilt ja bei ihr der Satz „Wer zu spät geht, den bestraft das Leben“, sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch dem Sender ntv. Merkel sei für die soziale Spaltung in Deutschland verantwortlich.

 

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