Weltwassertag am 22. März – Warum der Hering nach Norden wandert

Steigende Temperaturen und dadurch schmelzendes Eis und immer weiter zurückweichende Gletscher sind die Auswirkungen der globalen Erwärmung in den Polmeeren. Foto: David Goldman/AP/dpa

Der Klimawandel ist längst Realität. Und seine Folgen werden dramatischer. Betroffen ist auch das Lebenselixier für Pflanzen, Tiere und den Menschen: unser Wasser.

Berlin (dpa) – Schmelzende Gletscher, wärmere Ozeane, steigende Meeresspiegel, Hochwasser – und auch Dürre. Die Folgen des Klimawandels für den globalen Wasserhaushalt werden verheerender, warnt der Weltklimarat IPCC. Auch Deutschland spürt immer mehr Auswirkungen. Fragen und Antworten zum Weltwassertag am 22. März.

Warum spielen die Meere beim Klimawandel eine so große Rolle?

Treibhausgase wie CO2 absorbieren einige der vom Boden abgegebenen Wärmestrahlen, die sonst ins Weltall entweichen würden und erwärmen so die Luft. Einen großen Teil dieser Wärme speichern die Ozeane, so dass auch ihre Temperatur steigt. Zudem lässt die Erwärmung auch das Arktiseis zurückgehen. Folge: Weniger Sonnenstrahlen werden vom Eis reflektiert und mehr gelangen ins Wasser, das sich auch dadurch erwärmt.

Warum leiden Gewässer und ihre Bewohner besonders?

Temperaturen haben einen großen Einfluss auf das Leben unter Wasser, erläutert die Europäische Umweltagentur (EUA). Kommerziell genutzte Fischbestände etwa von Kabeljau, Makrele und Hering wandern zunehmend in Richtung Norden, wo die See kühler ist – mit wirtschaftlichen Folgen für die Fischerei. Hinzu kommt: Ozeane, die immer mehr menschengemachtes Kohlendioxid aufnehmen, versauern zunehmend. Das könnte einigen Studien zufolge einmal große Auswirkungen auf kalkbildende Korallen und andere Meeresorganismen haben.

Sind Entwicklungsländer besonders betroffen?

In ohnehin schon wasserarmen Regionen werden die Menschen aus Sicht des Weltklimarates (IPCC) künftig wahrscheinlich noch mehr Dürren erleben. Vielerorts drohten dagegen vermehrt Überschwemmungen. In ärmeren Ländern gebe es bereits jetzt bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt viel höhere wirtschaftliche Schäden durch Naturkatastrophen als in reichen. Von 1970 bis 2008 gab es in Entwicklungsländern laut IPCC zudem mehr als 95 Prozent aller von solchen Katastrophen verursachten Todesfälle. Sie haben weniger Möglichkeiten, sich gegen die Folgen der Katastrophen zu wappnen.

Wie groß sind die Gefahren in Deutschland?

Vor allem im Sommer müssen sich auch die Deutschen zunehmend auf Hitzestress und Wasserknappheit einstellen, warnt das Umweltbundesamt. Der Sommer 2018 bot ein Beispiel für die möglichen Folgen. Von Dürreperioden besonders betroffen könnte der Osten des Landes sein – mit schlimmen Konsequenzen für die Land- und Forstwirtschaft. Hochwasser wiederum werde in den Wintermonaten wahrscheinlicher. Zudem könne die Qualität von Gewässern Schaden nehmen, wenn bei Überflutungen Düngemittel oder industrielle Schadstoffe ins Grundwasser gelangen.

Ist die Entwicklung noch umzukehren?

Der Weltklimarat warnt: Selbst wenn die für die globale Erwärmung entscheidende Emission von Treibhausgasen jetzt gestoppt würde, wären die Folgen noch über Jahrhunderte zu spüren. Wetterextreme werden demnach zunehmen und Meeresspiegel weiter steigen.

Gletscherschmelze in Chile

Auch in Chile wird die Gletscherschmelze aufgrund des Klimawandels immer spürbarer. In der vergangenen Woche gab die Wasserbehörde «Dirección General de Aguas» (DGA) die Ergebnisse von jüngsten Messungen am Gletscher Grey bekannt. Demnach ist der 270 Quadratkilometer große Gletscher, der im Nationalpark Torres del Paine liegt und Teil des «Campos de Hielo Sur» ist, innerhalb von nur 15 Tagen um 500 Meter zurückgegangen. Seit Messungen im Jahr 1937 ist der Gletscher um drei Kilometer kleiner geworden. Das Beunruhigende dabei ist, dass die Gletscherschmelze immer schneller vor sich geht.

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