Acht Tote bei unaufhaltbaren Waldbränden in Chile

Abgebrannte Fläche so groß wie das Saarland

Feuer Chile Wald
Bereits acht Tote haben die schweren Waldbrände in Chile gefordert.

Acht Menschen kommen in den Flammen um. Eine Ortschaft brennt ab. Eine weitere Stadt hofft auf den Einsatz des Jumbo-Löschflugzeugs, um der Evakuierung zu entgehen.

Das Ausmaß der Waldbrände in Chile nimmt dramatisch zu. Das betroffene Wald- und Agrarland ist nach Angaben der nationalen Katastrophenbehörde (Onemi) am Donnerstag auf knapp 2.400 Quadratkilometer angewachsen, eine Fläche fast so groß wie das Saarland. Am Vortag waren 1.900 Quadratkilometer von den Bränden betroffen. Von gut 90 Bränden seien noch mehr als 60 außer Kontrolle.

Zwei Polizisten starben am Mittwoch bei der Brandbekämpfung in Manquehue, in der zentralchilenischen Region Maule, als brennende Stämme vor ihr Fahrzeug fielen, berichtete der Sender Bío Bío. Die Leichen konnten erst Donnerstagmorgen geborgen werden.

Ein weiteres Todesopfer wurde in Santa Olga, rund 40 Kilometer westlich von Manquehue, verzeichnet, wie Radio Cooperativa unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete. Die ganze Ortschaft, einem Forstarbeiterdorf mit 5.000 Einwohnern, wurde von den Flammen zerstört, erklärte am Donnerstag der Stadtrat Carlos Segovia dem Nachrichtenportal Emol. Mindestens acht Menschen kamen bislang in den Bränden um, darunter vier Feuerwehrleute.

Auch Hualañé, 70 Kilometer nordöstlich von Santa Olga, wird stark von den Flammen bedroht. Die 10.000 Einwohner stünden kurz vor der Evakuierung, erklärte der Bürgermeister Claudio Pucher. Einige Hoffnung gab der Einsatz des weltweit größten Löschflugzeugs «Supertanker», das am Donnerstag seine Ladung von 72 Tonnen Wasser erfolgreich auf Brände in der Umgebung von Hualañé entlud.

Die Boeing 747-400 soll sechs Tage im Einsatz sein. Eine Chilenin, die in den USA lebt und mit dem Enkel des Gründers der US-Supermarktkette Walmart verheiratet ist, hatte über eine Stiftung den Einsatz des Löschflugzeugs ermöglicht.

Die hohen Temperaturen erschweren die Löscharbeiten. In Santiago de Chile wurden zuletzt über 37 Grad gemessen. In Zentralchile hält sich die Temperatur seit zehn Tagen auf Höchstwerten von mindestens 33 Grad. In mehreren Ortschaften verursachten die Brände Unterbrechungen in Strom- und Wasserzufuhr.

Ein Feuerwehrwagen wurde mit Schrotmunition angeschossen, erklärte der Feuerwehrchef von Empedrado, in der am stärksten von den Bränden betroffenen Region Maule, dem Nachrichtensender CNN Chile. Verschiedene Hinweise deuteten darauf hin, dass einige Feuer auf Brandstifter zurückzuführen seien, erklärte der Leiter der Forstbehörde CONAF der Zeitung «La Tercera». Die Staatsanwaltschaft hat bereits zwei Anklagen wegen mutmaßlicher Brandstiftung gegen festgenommene Verdächtige erhoben. In die Verzweiflung wegen der verheerenden Waldbrände in Chile mischt sich nun auch Wut auf mutmaßliche Brandstifter.

 

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