Innovationen in chilenischen Skigebieten

Neue Pisten, Lifts, Chipkartensysteme und eine Kinderkrippe sollen mehr Touristen in die Skigebiete bei Santiago locken.

Mit La Parva und El Colorado gehört der Valle Nevado zu den beliebtesten Skigebieten in der chilenischen Zentralzone. Für diese Saison erhofft sich das «verschneite Tal» 200.000 Besucher. Damit würde die Anzahl der erwarteten Touristen um 20 Prozent zum Vorjahresvergleich steigen.

Ein Anreiz für Skiurlauber ist der neu installierte Kabinenlift, der erste seiner Art innerhalb der chilenischen Gebirgskette. Mit einer Investition von 16 Millionen US-Dollar hat das Skizentrum keine Kosten gescheut, um den Ausflüglern ihr Ressort schmackhaft zu machen. «Eine Kabine des neuen Skilifts bietet Platz für sechs Personen. Während des Aufstiegs legt der Besucher 1.000 Meter zurück. Vom Rastplatz wird man ganz bequem direkt zum Pisten-Restaurant Bajo Cero auf 3.200 Meter Höhe befördert», erklärt Ricardo Margulis, Geschäftsführer von Valle Nevado.

El Colorado konnte 2012 als einziges chilenisches Skizentrum mit einem Pistenzuwachs werben. Das neue Valle Olímpico erfreute sich wegen seiner Schneequalität und des steilen Abhangs großer Beliebtheit. «Diese Piste ist das Topziel schlechthin. Alle wollen die hervorragende Schneebeschaffenheit testen. Den Ansturm können wir unserem neuen Skilift und dem Restaurant gut meistern», äußerte José Pablo García, Leiter von El Colorado.

Mit dem neuen Ticketsystem erweist sich El Colorado zusammen mit Nevados de Chillán als Vorreiter in Chile. Die mit einem Sensor ausgestattete Liftkarte kann man bequem von daheim mit Guthaben aufladen. Im Skizentrum angekommen, bahnt sich der Besucher direkt über das automatische Drehkreuz den Weg zum Lift. So vermeidet man nicht nur das Schlangestehen. Auch günstigere Tarife als am Ticketschalter werden mit diesem neuen System angeboten.

La Parva hat sich dafür entschieden, dieses Jahr seine eigenen Skier in limitierter Stückzahl herauszubringen. Die Bretter sind speziell auf die Verhältnisse der La Parva-Skipiste angepasst, heißt es.In Nordamerika wurden die 50 Einzelstücke handgefertigt. Die graphische Gestaltung der Skier deutet die chilenische Landschaft an. Gefertigt wurde das Kunstwerk von einem internationalen Extremsportler.

Das Ressort bringt zudem den ersten Skipass auf den Markt, der neben dem Skizentrum selbst auch noch für die Pisten von Antillanca einsetzbar sind. «Mit dem Black Pass sollen Skihasen bei schlechten Schneeverhältnissen in Santiago stattdessen Antillanca in Osorno besuchen können. Wir verringern für unsere Kunden somit das Risiko eines missglückten Urlaubes», so der Marketingchef Rodrigo Medina. Der von La Parva organisierte Foto-Wettbewerb «Eye of The Cóndor» geht auch in die nächste Runde. Die besten Skifotografien und -videos werden von angesehenen Spitzensportlern gekürt.

Die Termas de Chillán haben sich für die Kleinsten etwas einfallen lassen. Mit den knapp 5.000 Besuchern pro Wintersaison hat sich das Touristenziel für den Betrieb einer Kindertagesstätte entschieden. Neben Spielen ist für die Kinder sogar eine Mini-Skipiste geboten. Diese ist von den Pisten der Erwachsenen isoliert, so dass die Kinder angstfrei und ungestört ihre Bahnen fahren können. «Währenddessen genießen die Eltern unbesorgt ihren Skiurlaub», betont Francisco Giner, der Marketingchef des Ressorts. «Dieses Jahr kommt sogar noch eine acht Kilometer lange Strecke für Langläufer dazu.»

 

Von Lena Pirzer

 

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