Verdis «Rigoletto», von Jean-Pierre Ponnelle inszeniert

Jean-Pierre Ponnelle (1932-1988) war einer der begabtesten Opernregisseure des vergangenen Jahrhunderts. Den «Rigoletto»-Film inszenierte er opulent, die Aufnahmen wurden zum Teil an den Originalschauplätzen in Mantua gedreht. Schon das Fest am Hof des Herzogs, zu Beginn der Oper, ist wohl selten in dieser Üppigkeit gezeigt worden. Kostüme und Masken überzeugen durchaus, obwohl Ponnelle manchmal von seinen Mitwirkenden die Farben zu dick auftragen lässt, weshalb seinen Figuren ein gewisser extravaganter Beigeschmack nicht abzusprechen ist.

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Der junge Riccardo Chailly leitete den Wiener Staatsopernchor und die Wiener Philharmoniker. Mit diesen Kräften ist die Musik in den allerbesten Händen. Die Hauptdarsteller sind ebenfalls ein Treffer: Edita Gruberova (Gilda) profilierte sich damals als eine Koloratursängerin von Weltrang, Luciano Pavarotti (Herzog) war auf dem Gipfel seines Ruhms und Ingvar Wixell (Rigoletto) war ein Charakterdarsteller von Format, der den zwielichtigen Hofnarren nuancenreich verkörperte. Gelungen ist auch die Besetzung der Nebenrollen, so zum Beispiel die Maddalena der blendend aussehenden Victoria Vergara, die im letzten Akt den Herzog ungemein überzeugend verführt.

Der Streifen wurde im damals üblichen 3:4-Format gedreht (35mm-Film?), weshalb auf dem Breitbildschirm links und rechts schwarze Balken erscheinen. Farbe und Schärfe sind zufriedenstellend, der auf 5.1 Kanäle aufgeblasene Ton ist gut abgemischt.

Extras wurden nicht hinzugefügt. Das Beiheft bringt zwar einen Aufsatz von Richard Evidon über die Entstehung des Films, aber auf der Platte sucht man vergebens Dokumentationen über Mitwirkende und Entstehungsgeschichte. Nichts! In Anbetracht der Künstler von Weltrang, die für diese Produktion herangezogen wurden, eine unverzeihliche Unterlassungssünde.

 

Von Walter Krumbach

 

«Rigoletto», Oper von Giuseppe Verdi. Österreich/Italien 1982. Regie: Jean-Pierre Ponnelle. Musikalische Leitung: Riccardo Chailly. Mit: Ingvar Wixell, Luciano Pavarotti, Edita Gruberova. Spieldauer: 116 Min.

 

Bild                  ***

Ton                  ***

Darbietung       *****

Extras              *

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