Patricio de la O

«Imaginario de Playa Ancha», so der Titel seiner Ausstellung, hat mit dem Strand von Valparaíso nur insofern zu tun, als alle seine Bilder hier im Hintergrund einen blauen Streifen, also das Meer zeigen. Es handelt sich aber durchgehend um Stadtbilder. Und wie immer bei ihm in einem mit aus vier geraden Strichen angedeuteten rechteckigen Rahmen innerhalb der Bildoberfläche gesetzt.

Neu ist bei Patricio de la O einerseits die außerordentlich bunte Farbgebung: Starke Farben wie Rot und Blau herrschen vor und dominieren die irreale Atmosphäre. Aus geometrischen Formen – hauptsächlich Rechtecke – setzt er seine Häuser, Türme und Stiegen zusammen. Andererseits ist die Wahl des Themas selbst unerwartet, denn bisher waren Landschaften seine Stärke.

Diese willkürlichen Stadtansichten sind heiter, freundlich, ja geradezu amüsant und bilden geometrisch aufgebaute architektonische Schöpfungen.

Im großen Saal der Galerie stellt Gerardo Gerardo Pulido aus, der den geometrischen Aufbau radikal anders nutzt. Farbige Streifen und Dreiecke sind elegant und farbfreudig zusammengesetzt, wobei der Künstler sehr persönliche gemusterte Oberflächen entstehen lässt, meistens an polierte Holzfaserungen erinnernd.

Sein Hauptwerk «Nudos y Venas», eine Serie kleiner abstrakter Bilder, füllen eine der großen Wände des riesigen Saales. Das lässt ihm drei weitere enorm große Flächen übrig, die er bemalt, was aber gegen die kleineren Arbeiten stark abfällt.

 

Von Pedro Labowitz

 

Info: «Imaginario de Playa Ancha», Galería Ready, Espoz 3125; geöffnet bis zum 28. Juni.

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