Fernando Daza

Daza ist einer der wenigen Muralisten in Chile und einer der bedeutendsten. Wobei unter Muralismus natürlich nicht das die Stadt erfüllende Gekritzelt und Beschmieren der Wände gemeint ist. Es geht um Gemälde auf wandgroßen, meist öffentlichen Oberflächen. Zu Dazas Werken zählen die «Gabriela Mistral» am Fuß des Cerros Santa Lucía oder die Eingangshalle der chilenischen Großloge.

Aber Gelegenheiten zu Muralen gibt es nur sehr selten, und in der Universidad de Talca stellt Daza jetzt eine Folge der «Via Crucis» aus, die verschiedenen Stationen des Leidensweges Christi.

Bei diesem Expressionisten ist Christus zumeist ein leidender, gefolterter, gepeitschter Mensch, dessen Gesicht nie zu sehen ist, in vehemente Natur oder Szenen gesetzt, hauptsächlich in grauen Tönen. Die Komposition ist immer diagonal und dramatisch. Aber der Protagonist dieser Bilder ist stets das Kreuz, nur einmal ganz aufgerichtet, aber immer anwesend. Einer seiner horizontalen Balken strebt oft in die Weite und endet in einer aggressiven Spitze.

In einigen wenigen Bildern scheint ein großes Augenpaar im Hintergrund auf die Vorgänge zu blicken.

 

Von Pedro Labowitz

 

Die Ausstellung ist bis zum 4. Juni auf dem Campus Santiago, Santa Elena 2222, San Joaquín, der Universidad de Talca zu sehen.

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