Wo war Urgroßvater an der Front?

Fragen zum Ersten Weltkrieg: «Stahlgewitter» und «Boche»

 

Die Forschung über den Ersten Weltkrieg ist mittlerweile auch für Spezialisten unüberschaubar geworden. Zum 100. Jahrestag des Kriegsbeginns stellt der Historiker Krumeich 101 wichtige und knapp beantwortete Fragen.

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Hannover (dpa) – Wer hatte Schuld am Ersten Weltkrieg? Was ist ein «Boche»? Der Historiker Gerd Krumeich gibt in seinem neuen Buch «Der Erste Weltkrieg. Die 101 wichtigsten Fragen» kurze und prägnante Antworten zum Ausbruch, der Dimension und den Folgen des bis dahin größten Waffengangs der Geschichte.

In sieben Kapiteln beschreibt er zum 100. Jahrestag des Kriegsbeginns auf nur 155 Seiten nicht nur politische Entscheidungen, ordnet den Aufstieg der Nationalsozialisten als Folge des Krieges ein und beschreibt die Schlachten und Waffentechnik.

Krumeichs Darstellung ist nicht chronologisch geordnet, erhebt kein Anspruch auf eine Gesamtdarstellung, ist aber eine Einführung in die Geschichte dieses Krieges ebenso wie ein Nachschlagewerk für die schnelle Beantwortung der wichtigsten Fragen.

Bei Krumeich erfährt der Leser etwas über die Entwicklung der Waffentechnik. Er stellt kurz und knapp dar, was ein Regiment, eine Division, ein Korps oder eine Armee war. Er zielt mit seinen ein bis eineinhalb Seiten langen Antworten auf die Leser, «die so etwas weder in der Schule noch beim Kommiss gelernt haben». Dies ist vor allem als kurze Information für alle Interessierten von Bedeutung, die sich das Lesen langer und teils langatmiger Darstellungen ersparen wollen.

In den 101 Fragen werden auch die Dimensionen an Mensch, Munition und die Kräfteverhältnisse der feindlich gegenüberstehenden Blöcke skizziert. Wie viele Todesopfer und Verwundete gab es, wie viele Männer wurden mobil gemacht, wie viele Granaten wurden verschossen.

Der Autor beschreibt auch die Leiden der Menschen in Deutschland im Steckrübenwinter 1916/1917, spricht die Nachkiegserzählungen an, wenn er fragt was «Stahlgewitter» waren und was «Im Westen nichts Neues» heißt. Beide Begrifflichkeiten wurden berühmt durch die Erzählungen von Ernst Jünger und Erich Maria Remarque.

Ebenso thematisiert Krumeich Propaganda, ein Wort, dessen Bedeutung erst im Ersten Weltkrieg so verändert wurde, wie wir es heute verstehen. So wurden die Deutschen nicht nur als gewalttätige Hunnen bezeichnet, sondern von den Franzosen auch als «Boche» tituliert. Für die Franzosen entsprach es nach Krumeich dem Bild vom «bluttriefenden Stiernackendoppelkinnfettwanst».

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