Der verlorene Drogenkrieg

UN befürchten erneute Zunahme von Opiumproduktion in Afghanistan

 

Kabul (dpa) – Vor dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 befürchten die Vereinten Nationen eine erneute Zunahme der Opiumproduktion in Afghanistan. In zwölf der 34 Provinzen erwartet das UN-Büro zur Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung (UNODC) 2013 eine Ausweitung der Anbaufläche von Schlafmohn. Vier davon liegen im nordafghanischen Verantwortungsgebiet der Bundeswehr. Dort finden sich alle drei Provinzen, die in diesem Jahr ihren schlafmohnfreien Status zu verlieren drohen. Landesweit prognostiziert UNODC in Kabul vorgestellten Bericht nur in einer einzigen Provinz eine Abnahme der Anbaufläche.

UNODC-Landesdirektor Jean-Luc Lemahieu sagte, möglicherweise könnte in diesem Jahr die Rekord-Anbaufläche von 2007 erreicht oder übertroffen werden, als auf 193.000 Hektar Schlafmohn kultiviert wurde. «Aber wir haben keine genauen Zahlen, weil das nur eine Vorhersage ist.» Sollten die Behörden in großem Stil Anbauflächen vernichten, hätte auch das einen Einfluss. Afghanistan ist laut UNODC für etwa 90 Prozent der weltweiten Produktion von Rohopium verantwortlich, aus dem Heroin gewonnen wird.

Der Kampf gegen Drogenanbau in Afghanistan fordert auch immer mehr Tote: Innerhalb von 40 Tagen seien bei der Vernichtung von Schlafmohnfeldern 131 Sicherheitskräfte und zivile Staatsbedienstete getötet worden, sagte der Vize-Minister für Drogenbekämpfung, Mohammad Ibrahim Azhar, Ende April in Kabul. Das seien etwa doppelt so viele Tote wie im Vorjahreszeitraum.

 

Print Friendly, PDF & Email

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.