Als der Feuersturm über Hamburg raste

Bunkerführungen in Hamburg: Erinnerungen an schreckliche Stunden

 

Zu den weniger bekannten Touristenzielen der Hansestadt Hamburg gehört das Bunkererbe aus dem Zweiten Weltkrieg. In Führungen werden die prägnantesten noch erhaltenen Bauwerke gezeigt, die nicht gesprengt werden konnten: Riesige oberirdische Betonklötze, sogenannte Flaktürme, auf deren Dach Flakgeschütze etabliert waren, während unter ihnen Schutzräume für die umliegenden Bewohner zur Verfügung standen.

Eine der Führungen geht durch den dreigeschossigen Tiefbunker am Steintorwall, direkt neben dem Hamburger Hauptbahnhof. Die von 1941 bis 1944 erbaute Anlage mit ihren bis zu 3,75 Meter dicken Wänden sollte damals 2.460 Menschen aufnehmen. Im Kalten Krieg wurde der Bunker wieder hergerichtet und wird im Volksmund deshalb als «Atombunker» bezeichnet.

Eine andere Führung geht seit Beginn dieses Jahres durch den vierstöckigen Hochbunker Eidelstetter Weg, der von 1940 bis 1941 errichtet wurde. Der Stadtteil bietet auf einer Führung gleich drei unterschiedliche Bunker-Konzeptionen an: einen Hoch- und einen Tiefbunker sowie einen Schutzbau aus den 60er-Jahren.

In Reaktion auf die alliierten Luftschläge auf Berlin kam 1940 der Führerbefehl zur Aufstellung sogenannter Flaktürme, auch für Hamburg. In der Hafenstadt existierten so kriegswichtige Werften wie Blohm & Voss, Howaldtswerke, Deutsche Werft AG und HC, Stülcken Sohn, in denen vor allem U-Boote hergestellt wurden, die den Engländern auf dem Atlantik schwere Verluste beibrachten. Im Fischerort Finkenwerder gab es sogar einen U-Boot-Bunker.

Bis heute dauerte die Diskussion um das Bunkererbe der Stadt an, meist auf eine Umnutzung gesetzt. Besonders eindrucksvoll ist der Luftschutzbunker auf dem Heiliggeistfeld nahe der Amüsiermeile Reeperbahn. Der gab bis zu 18.000 Menschen Unterschlupf. Heute bietet er als «Medienbunker» allerlei Künstlern und Ateliers Fläche.

 

Von Joachim Feyerabend

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One Comment

  1. Eine wahre Tragödie!

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