Studieren im weltoffenen Deutschland

Am ersten Maiwochenende (4. und 5. Mai) findet mit der sechsten Ausgabe der EuroPosgrados erneut die größte internationale Hochschulmesse Chiles in der Estación Mapocho statt (www.europosgrados.cl).

Seit 2005 wird sie von British Council, Campus France und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gemeinsam organisiert. Seit 2011 ist auch Becas Chile mit dabei, so dass sich neben dem Schwerpunkt Europa auch weitere Universitäten aus der ganzen Welt präsentieren und der vollständige Name der Messe inzwischen «EuroPosgrados Ferias Internacional Becas Chile» lautet.

Am 7. Mai ist die Messe in Antofagasta an der Universidad Católica del Norte und am 9. Mai in Concepción auf dem Campus der UdeC. Die Messe wird an allen Standorten von 14 bis 19 Uhr geöffnet sein; die Teilnahme ist für Besucher, die sich auf der oben genannten Webseite registrieren, kostenlos.

Die EuroPosgrados ist jedoch nur eine der vielen Aktivitäten des DAADs in Chile. Die Geschichte dieser Vertretung der deutschen Hochschulen im Ausland reicht in Chile bis ins Jahr 1953 zurück, als der DAAD erstmals Stipendien an Chilenen vergab, die in Deutschland studieren wollten. Seitdem ist der Austausch auf heute über 30 Programme angewachsen, so dass der DAAD in Lateinamerika nur in Brasilien und Mexiko noch mehr Geld investiert.

Im Jahr 2000 wurde dann auch ein Informationszentrum in Santiago gegründet, im Jahr 2002 mit DAAD-Unterstützung das Heidelberg Center Lateinamerika. Inzwischen gibt es sechs Vertreter des DAADs in La Serena, Valparaíso, Santiago, Talca und Concepción. Die Zahl der chilenischen Bildungsausländer an deutschen Hochschulen hat sich seit 2000 auf 721 verdoppelt.

Einen großen Anteil daran hat neben dem guten Ruf der deutschen Hochschulen und den hohen Studiengebühren in Chile (die es in Deutschland nicht gibt) sicherlich die Arbeit des DAADs. Die Institution hat im Jahr 2011 fast 540 chilenische Stipendiaten bei Kurzzeitaufenthalten, Hochschulwinterkursen, Master- und Promotionsstudien sowie postdoktoralen Forschungsaufenthalten in Deutschland unterstützt.

Immer mehr chilenische Universitäten entdecken und nutzen auch die Möglichkeiten der institutionellen Kooperation für Verträge über Semesteraufenthalte zwischen zwei Studiengängen, Austausch zwischen Forschungsgruppen, die Einrichtung von international profilierten Promotionsstudiengängen, fachbezogene Hochschulpartnerschaften und die DIES-Programme, die Hochschulen dabei helfen, Reformstrategien zu entwickeln, das institutionelle Management sowie die Qualität und Relevanz von Studienprogrammen zu verbessern.

Aufgrund der Eurokrise hat der Euro im Verhältnis zum chilenischen Peso in den letzten vier Jahren erheblich an Wert verloren, was die Finanzierung eines Studiums an europäischen und deutschen Universitäten für chilenische Eltern sehr kostengünstig macht. Deutschland wiederum ist hier besonders attraktiv, da für das Studium (mit Ausnahme von Niedersachsen) keine Studiengebühren mehr erhoben werden und selbst in Niedersachsen die maximal 500 Euro pro Semester sehr niedrig ausfallen. Überdies ist in Deutschland, was die äußert robusten wirtschaftlichen Rahmendaten und die nach wie vor steigenden Investitionen in Wissenschaft und Forschung betrifft, von Eurokrise nur wenig zu spüren.

Allerdings wird man bei einem Aufenthalt in Deutschland viel Sorge um die Zukunft Europas mitbekommen sowie viel Mitgefühl für die Jugendarbeitslosigkeit bei einigen unserer Nachbarn spüren. Gleichwohl hat sich unsere Sicht nicht auf die europäischen Probleme verengt, wofür neben vielem anderen zum Beispiel die neue Einrichtung einer bayrischen Repräsentanz für Chile und Südamerika in der deutsch-chilenischen Handelskammer und der gegen Ende Mai anstehende Besuch von zehn bayrischen Hochschulrektoren in Chile sprechen. Wir glauben nach wie vor an ein solidarisches und weltoffenes Deutschland und Europa und brauchen dafür den erlebten Kontakt mit der Welt: Eine Aufgabe, für die der DAAD im Bereich von Hochschulen und Forschung steht und für die wir in unserem Büro in Santiago, La Concepcion 81 (of. 703) täglich arbeiten.

 

Von Arpe Caspary, DAAD-Direktor für Chile

 

Ausführliche Informationen über die Programme des DAAD gibt es auf der Webseite www.daad.cl sowie seit 2012 auch auf einer ständig wachsenden Facebook-Seite: www.facebook.cl/DAAD.Chile

 

Lesen Sie auf den nächsten Seiten über erschöpfte Bachelor-Studienten, Plagiate, Doktoranden, Promovieren in Chile und Jobsuche von Absolventen.

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