Schwere Zeiten, gute Projekte

DCB-Jahreshauptversammlung: Galaabend der Ehrungen

 

«Wir sind zu alledem offen, was nach Bildung duftet», versicherte Dr. Bettina von Dessauer während ihrer Eröffnungsansprache zur Gala am Abend des 15. August.

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Die Vorsitzende des Deutsch-Chilenischen Bundes hat sich bekanntlich in den letzten Jahren engagiert für verschiedene Bildungsprojekte eingesetzt. Kurz vor der alljährlichen Medaillenvergabe griff sie noch einmal die verschiedenen Pläne auf, die der DCB auf diesem Gebiet durchführt. Sie verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass das derzeitige Bildungsmodell zugunsten eines großangelegten nationalen Projekts verbessert werden könne.

Die Medaille Carlos Anwandter ging an die langjährige DCB-Vertreterin in Concepción Rosmarie Rometsch. Die Lobrede hielt ihr Sohn Mathias Reisenegger, der in humorvollen Worten ihren Werdegang umriss und Anekdoten aus dem Familienleben zum Besten gab. Die Geehrte dankte Bettina von Dessauer und ihrer Familie für die Auszeichnung. Der DCB sei ihr schon in jungen Jahren ein Begriff gewesen, erinnerte sie sich. Seitdem sei sie ihm verbunden geblieben.

4101_p10bDie Medaille Arturo Junge erhielt der Rundfunkproduzent Patricio Coloma, der in Concepción eine regelmäßige Sendung mit dem Namen «La hora alemana» leitet. Carolina Fonck, ehemalige Chefredakteurin des «Cóndors», sprach die Laudatio. Das Programm ging im Jahr 1983 zum ersten Mal auf Sendung. Seitdem sind über 7.500Folgen ausgestrahlt worden. Patricio Coloma richtete seinen Dank «an alle», ohne seine Sponsoren sowie die deutschen Einwanderer zu vergessen, «die ab 1850 angekommen sind, und von denen einige auf der Strecke geblieben sind».

Die Bernardo-Philippi-Plakette verlieh der DCB der Vorsitzenden des Deutsch-Chilenischen Frauenwerks Reinhild von Thadden. Ihre Tochter Verena Horst rief in ihrer Lobrede einige Episoden der Vergangenheit wach, etwa wie ihre Mutter als junge Frau nach Chile kam und wie sie später mit bewundernswertem Eifer Familienausflüge organisierte: «Sie war als Mutter stets anwesend.» Reinhild von Thadden sprach ihren Dank aus, indem sie dem DCB ihre Mitarbeit für die Zukunft anbot, «sofern ich kann».

Die Medaille Vicente Pérez Rosales bestimmte der Bund in diesem Jahr dem ehemaligen Bildungsminister Harald Beyer. Dr. Bettina von Dessauer hielt die Laudatio. Sie erinnerte an die bewegten Episoden im Leben des Geehrten, als er während seiner Ministerzeit «im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und des Orkans» stand. Sie beschrieb seine Art als «Low-Profile, lakonisch und ironisch. In allen Runden wird ihm auf die gleiche Weise Respekt gezollt. Er verkörpert das Beste unter unseren ehemaligen DS-Schülern.» Die Rednerin erzählte von Beyers Jugend, stellte ihn als ausgezeichneten Kameraden dar: «Er war der erste, der in seiner Klasse die Zeitung las und den Horizont seiner Mitschüler erweiterte».

In seiner Dankesansprache hob Harald Beyer die wertvolle, «für das Land fruchtbringende» Arbeit des DCBs im Kulturbereich hervor. Er forderte die Anwesenden auf, mit dem Bund zusammenzuarbeiten und dankte seiner Familie wie auch der deutsch-chilenischen Gemeinschaft, als sie ihm in schweren Zeiten beistanden.

Nach Beendigung des Festakts begab die Gesellschaft sich in den Speisesaal. Bevor das Galaessen aufgetischt wurde, überraschte der Singkreis Arturo Junge unter der Leitung von Hernán Cuevas die Gäste mit einem Ständchen. Bei der Gelegenheit überreichte Chormitglied Alfredo Witt Dr. Bettina von Dessauer ein gerahmtes Bild des Ensembles mit seinem Leiter. Die Vorsitzende versicherte den Sängern und ihrem Dirigenten, «es in den Räumlichkeiten des DCBs an gebührender Stelle anzubringen».

 

Walter Krumbach

Fotos: Walter Krumbach

 

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