«Deutschlehrer braucht das Land!»

Symbolische Schlüsselübergabe am LBI: Dr. Alban Schraut geht, sein Nachfolger ist Dr. Jochen Fritz
Schlüsselübergabe am LBI: Dr. Alban Schraut geht, sein Nachfolger ist Dr. Jochen Fritz

Anfang August wurde der bisherige Leiter des Lehrerbildungsinstitutes (LBI), Dr. Alban Schraut, ausgezeichnet sowie feierlich verabschiedet und gleichzeitig sein Nachfolger, Dr. Jochen Fritz, begrüßt.  Die ersten Absolventen der Escuela de Pedagogías en Alemán erhielten ihre universitären Lehrbefähigungen. Somit gab es verschiedene Gründe zu feiern.

Von Arne Dettmann

«Vor zwei Jahren ging es noch um den Fortbestand des LBIs – heute befinden wir uns auf sicherem Fundament», erklärte Jens Peter Lütkenherm, Geschäftsträger a.i. der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Chile. Zum Hintergrund: Im Zuge der chilenischen Bildungsreform 2014 hätte das LBI – wie auch andere Institute mit pädagogischen Studiengängen – eigentlich seine Tore schließen müssen. Die Rettung kam durch eine Kooperation mit der Universidad de Talca, mit der nun die deutschsprachige Lehrerausbildung seit August 2015 als universitäre Einrichtung unter dem Namen «Escuela de Pedagogías en Alemán – Campus Santiago-LBI » weiterbesteht.

«Die Nachricht, keine Lehrer mehr ausbilden zu können, traf uns hart und war ein Schock», erläuterte Kurt Hellemann, Vorsitzender des LBI-Verwaltungsrates. Das 1988 gegründete Institut war in seiner Existenz bedroht. Es folgten zwei «intensive Jahre», so Hellemann, in denen nach einer Lösung gesucht wurde. Umso größer die Erleichterung, dass jetzt das LBI gemeinsam mit der Universität Talca die gesamte Bildungskette vom Kindergarten über Grundschule bis hin zur Oberstufe anbieten kann. Und die Gastredner ließen keinen Zweifel offen, dass dabei Dr. Alban Schraut eine entscheidende Rolle zufiel.

Dr. Walter Eckel, Leiter des Heidelberg Centers Lateinamerika, bei seiner Rede im LBI
Dr. Walter Eckel, Leiter des Heidelberg Centers Lateinamerika, bei seiner Rede im LBI

«Wir verabschieden einen großen Pädagogen», erklärte Dr. Walter Eckel, Direktor des Heidelberg Centers Lateinamerika. Das LBI als kleinste pädagogische Hochschule der Welt sei international bestens vernetzt. Mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg unterhalte das LBI seit 2003 einen Vertrag, mittlerweile seien acht weitere Partnerschulen hinzugekommen. Umsichtig habe Alban Schraut zudem Praktika eingeführt, bei denen die LBI-Absolventen einen Monat lang an einer Schule in Deutschland hospitieren.

Doch wozu der ganze Aufwand? – «Wir haben Durst nach Lehrern, die auf Deutsch unterrichten», erklärte Dr. Markus Stobrawe, Vorsitzender der Direktorenkonferenz Deutscher Schulen in Chile. Nicht nur die 23 Deutschen Schulen in Chile bräuchten das entsprechende Lehrpersonal. Alleine darüber hinaus würden derzeit 2.000 Schüler im Großraum Santiago Deutsch lernen. «Deutschlehrer braucht das Land!», unterstrich Jens Peter Lütkenherm. Als besonderen Dank überreichte er Alban Schraut und Tanja Olbrich, der bisherigen akademischen Leiterin, eine Urkunde der Botschaft.

Kurt Hellemann, Vorsitzender des LBI-Verwaltungsrates, Dr. Alban Schraut, Tanja Olbrich, Prof. Dr. Álvaro Rojas, Rektor der Universidad de Talca
Kurt Hellemann, Vorsitzender des LBI-Verwaltungsrates, Dr. Alban Schraut, Tanja Olbrich, Prof. Dr. Álvaro Rojas, Rektor der Universidad de Talca

Auch Prof. Dr. Álvaro Rojas, Rektor der Universität Talca, bedankte sich bei Alban Schraut und verabschiedete ihn mit einem Geschenk. Der LBI-Vorstand zeichnete Alban Schraut mit der Wilhelm-von-Humboldt-Medaille aus; sie wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um das Institut verdient gemacht haben.

Doch der Abend sollte nicht nur von Abschied geprägt sein. Herzlich begrüßt wurden Dr. Jochen Fritz als neuer Rektor des LBIs sowie Angelika Fraitzl als neue Prorektorin für Studium, Lehre und Forschung. Darüber hinaus konnte an Philipp Unsinn die Lehrbefähigung als Grundschullehrer mit Schwerpunkt Deutsch überreicht werden. Gemeinsam mit Stefanie Erfurth – sie war leider nicht anwesend – handelt es sich um die beiden ersten Absolventen der Escuela de Pedagogías en Alemán Campus Santiago – LBI, Universidad de Talca.

Die Zeremonie wurde musikalisch vom Chor der LBI-Studierenden unter der Leitung von Marion Schmidt-Hebbel sowie Luz María Saitúa untermalt. Die Moderation hatten Kerstin Huber, LBI-Prorektorin Finanzen und Verwaltung, und Evelyn Sandoval, LBI-Assistentin, übernommen. Der Abend endete mit einem Cocktail.

 

LBI-Verwaltungsrat und -Leitung

Das LBI teilt mit, dass sich sowohl im Vorstand als auch in der Leitung zum zweiten Halbjahr 2016 hin personelle Wechsel ergeben haben. Wir verabschiedeten mit den besten Worten des Dankes die beiden langjährigen LBI-Vorstandsmitglieder Max Wachholtz sowie Ricardo Gevert. Ihre Nachfolger sind Carlos Kulenkampff und Erich Eichhorn. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

Vorsitzender: Kurt Hellemann
Schriftwart : Germán Fromm
Schatzmeister: Luis Felipe Vigorena
Beisitzer: Max Schilling, Patricia von Freeden, Adelheid Opitz, Uwe Schotte, Erich Eichhorn, Carlos Kulenkampff

LBI-Leitung: Wir verabschiedeten Herrn Rektor Dr. Alban Schraut sowie die Akademische Leiterin Frau Tanja Olbrich und danken beiden für die Verdienste um das LBI. Das Rektorenamt übernimmt Herr Dr. Jochen Fritz, Frau Angelika Fraitzl wird neue Akademische Leiterin. Das neue Leitungsteam setzt sich wie folgt zusammen:

LBI-Rektor: Dr. Jochen Fritz
Prorektorin Studium, Lehre und Forschung: Angelika Fraitzl, M.A.
Prorektorin Finanzen und Verwaltung: Kerstin Huber

Print Friendly

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*